Was zahlt das Jobcenter? Geldleistungen 2026 im Überblick

Was zahlt das Jobcenter? Geldleistungen 2026 im Überblick
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Das Jobcenter zahlt erwerbsfähigen Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst decken können, das Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld). Es besteht aus dem monatlichen Regelbedarf, den angemessenen Kosten für Miete und Heizung und je nach Lage aus Mehrbedarfen und einmaligen Leistungen. Dazu kommen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Regelbedarf 2026: 563 € für Alleinstehende, 506 € je Partner in einer Paarbeziehung (Nullrunde, Beträge wie 2025)
  • Miete und Heizung: in angemessener Höhe, im ersten Jahr die tatsächliche Miete (Karenzzeit), höchstens das Eineinhalbfache der örtlichen Grenze
  • Zusätzlich: Mehrbedarfe (z. B. Schwangerschaft, alleinerziehend), Erstausstattung, Bildungspaket für Kinder
  • Auszahlung: monatlich im Voraus, in der Regel einen Tag vor Monatsbeginn auf dem Konto
  • Antrag: wirkt auf den Ersten des Monats zurück, nicht auf frühere Monate

Was zahlt das Jobcenter alles? Die Geldleistungen im Überblick

Das Grundsicherungsgeld setzt sich aus Bausteinen zusammen, die das Jobcenter im Bewilligungsbescheid einzeln ausweist. Grundlage ist das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II). Den Regelbedarf gibt es als monatliche Pauschale für Ernährung, Kleidung, Körperpflege, Hausrat, Haushaltsstrom und persönliche Bedürfnisse (§ 20 SGB II). Wie Sie ihn einteilen, entscheiden Sie selbst. Für größere Anschaffungen sollten Sie monatlich etwas zurücklegen.

Regelbedarfsstufe 2026Betrag im Monat
Alleinstehende und Alleinerziehende563 €
Paare, je Partner506 €
Erwachsene unter 25 im Haushalt der Eltern451 €
Jugendliche von 14 bis 17 Jahren471 €
Kinder von 6 bis 13 Jahren390 €
Kinder bis 5 Jahre357 €

Neben dem Regelbedarf übernimmt das Jobcenter die Kosten der Unterkunft und Heizung, zahlt Mehrbedarfe in besonderen Lebenslagen und erbringt einmalige Leistungen. Für nicht erwerbsfähige Kinder in der Bedarfsgemeinschaft gibt es seit dem 1. Juli 2026 ebenfalls Grundsicherungsgeld (früher Sozialgeld). Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erhalten zusätzlich einen Sofortzuschlag von 25 Euro im Monat (§ 72 SGB II). Vorrangige Leistungen wie Kindergeld, Unterhaltsvorschuss, Rente oder Arbeitslosengeld müssen Sie zuerst beantragen. Reicht das Arbeitslosengeld nicht, können Sie mit Grundsicherungsgeld aufstocken.

Wie viel Miete zahlt das Jobcenter? Unterkunft und Heizung

Das Jobcenter übernimmt die tatsächlichen Kosten für Miete, Nebenkosten und Heizung, soweit sie angemessen sind (§ 22 SGB II). Eine bundesweit gültige Zahl für eine Person oder zwei Personen gibt es nicht: Welche Bruttokaltmiete und welche Wohnungsgröße angemessen sind, legt jede Stadt und jeder Kreis selbst fest. Die Werte für Ihren Wohnort nennt Ihnen das Jobcenter. Viele Kommunen veröffentlichen ihre Richtwerte auch im Internet.

Auf Antrag zahlt das Jobcenter die Miete direkt an den Vermieter. Bei Mietschulden, die zur fristlosen Kündigung berechtigen, soll es das auch ohne Antrag tun. Droht der Verlust der Wohnung, kann es Mietschulden übernehmen, meist als Darlehen. Sprechen Sie das Jobcenter an, sobald Sie mit der Miete in Rückstand geraten.

Angemessenheit, Karenzzeit, Umzug und Mietbescheinigung ausführlich: Miete und Heizkosten beim Jobcenter.

Zahlt das Jobcenter Strom, Möbel und Versicherungen?

Strom für den Haushalt ist im Regelbedarf enthalten und wird nicht gesondert gezahlt. Anders ist es, wenn Sie mit Strom heizen (dann Teil der Heizkosten) oder das Warmwasser mit einem Boiler oder Durchlauferhitzer in der Wohnung erzeugen. Dafür gibt es einen Mehrbedarf von 2,3 Prozent des Regelbedarfs bei Erwachsenen (§ 21 Abs. 7 SGB II).

Möbel und Haushaltsgeräte zahlt das Jobcenter gesondert als Erstausstattung, etwa für die erste eigene Wohnung, nach einer Trennung oder einem Wohnungsbrand. Ebenso gibt es eine Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt (§ 24 Abs. 3 SGB II). Diese Leistungen müssen Sie gesondert beantragen. Geht ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine kaputt, ist der Ersatz aus dem Regelbedarf zu bezahlen. Fehlt das Geld, kann das Jobcenter ein Darlehen gewähren, das in Raten zurückgezahlt wird.

Versicherungen: Das Jobcenter zahlt die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Privat Versicherte erhalten einen Zuschuss zum Beitrag (§ 26 SGB II). Beiträge zur Rentenversicherung zahlt das Jobcenter nicht. Die Bezugszeit wird aber an die Rentenversicherung gemeldet und kann als Anrechnungszeit zählen. Private Zusatzversicherungen tragen Sie selbst.

Was zur Erstausstattung zählt und wie Sie sie beantragen: Erstausstattung für Wohnung, Schwangerschaft und Geburt.

Mehrbedarf und Bildungspaket: Zuschläge zum Grundsicherungsgeld

Mehrbedarfe sind Zuschläge für Kosten, die der Regelbedarf nicht abdeckt (§ 21 SGB II):

Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 gibt es zusätzlich die Leistungen für Bildung und Teilhabe (§ 28 SGB II): Schulausflüge und Klassenfahrten, Schulbedarf, Schülerbeförderung, Lernförderung, gemeinsames Mittagessen in Schule oder Kita und 15 Euro im Monat für Sportverein, Musikunterricht oder Freizeiten bei Minderjährigen. Zuständig ist meist die Stadt oder der Kreis.

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Wann zahlt das Jobcenter? Auszahlung und Antrag rückwirkend

Das Grundsicherungsgeld wird monatlich im Voraus gezahlt (§ 42 SGB II). Laut Bundesagentur für Arbeit ist das Geld in der Regel einen Kalendertag vor dem Monat, für den es gezahlt wird, auf dem Konto. Verzögerungen bei der Bank kann das Jobcenter nicht beeinflussen. In Notlagen können Sie beantragen, bis zu 100 Euro der Zahlung für den Folgemonat vorzeitig zu erhalten. Dieser Betrag wird im nächsten Monat abgezogen und ist höchstens einmal in drei Monaten möglich.

Rückwirkend zahlt das Jobcenter nur begrenzt: Der Antrag wirkt auf den Ersten des Monats zurück, in dem Sie ihn stellen (§ 37 SGB II). Für frühere Monate gibt es kein Geld. Stellen Sie den Antrag deshalb sofort, auch formlos oder telefonisch. Nachweise können Sie nachreichen. Bewilligt wird in der Regel für zwölf Monate, bei vorläufiger Entscheidung oder unangemessenen Wohnkosten für sechs Monate. Danach brauchen Sie einen Weiterbewilligungsantrag.

Zahltermine und was bei Verzögerung hilft: Auszahlung des Grundsicherungsgeldes. Schritt für Schritt zum Erstantrag: Grundsicherungsgeld beantragen.

Wer hat Anspruch auf Geld vom Jobcenter? Einkommen und Vermögen

Anspruch haben Menschen ab 15 Jahren bis zur Regelaltersgrenze, die erwerbsfähig und hilfebedürftig sind und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben (§ 7 SGB II). Für manche Ausländerinnen und Ausländer gelten Ausnahmen. Erwerbsfähig ist, wer mindestens drei Stunden täglich arbeiten kann. Wer das nicht kann und nicht mit einer erwerbsfähigen Person in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, erhält Leistungen vom Sozialamt.

Eigenes Einkommen wird angerechnet, aber nicht voll: Vom Erwerbseinkommen bleiben 100 Euro frei, vom Teil zwischen 100 und 520 Euro 20 Prozent, zwischen 520 und 1.000 Euro 30 Prozent und bis 1.200 Euro (mit Kind 1.500 Euro) 10 Prozent (§ 11b SGB II). Beim Vermögen gibt es seit Juli 2026 keine Karenzzeit mehr. Freigestellt sind je Person 5.000 Euro bis 30 Jahre, 10.000 Euro ab 31, 12.500 Euro ab 41 und 20.000 Euro ab 51 Jahren, dazu ein angemessenes Auto je erwerbsfähiger Person, Altersvorsorge und eine selbst genutzte Wohnung angemessener Größe (§ 12 SGB II).

Freibeträge nach Alter, Auto, Altersvorsorge und Immobilie: Schonvermögen.

Jobcenter zahlt nicht: Was tun?

  1. Fragen Sie beim Jobcenter nach, ob Unterlagen fehlen, und reichen Sie sie sofort ein. Fehlende Nachweise verzögern die Bearbeitung oft.
  2. Dauert die Berechnung länger, beantragen Sie schriftlich einen Vorschuss. Steht der Anspruch dem Grunde nach fest, muss das Jobcenter auf Antrag spätestens nach einem Kalendermonat einen Vorschuss zahlen (§ 42 SGB I).
  3. Gegen einen Bescheid, der Leistungen ablehnt, kürzt oder einstellt, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen (§ 84 SGG).
  4. Stehen Sie ohne Geld für Essen oder Miete da, können Sie beim Sozialgericht einen Eilantrag stellen. Das ist kostenlos und ohne Anwalt möglich.
  5. Entscheidet das Jobcenter gar nicht, ist nach sechs Monaten (beim Widerspruch nach drei Monaten) eine Untätigkeitsklage möglich (§ 88 SGG).

Unterstützung bei allen Schritten bieten unabhängige Sozialberatungsstellen, etwa von Wohlfahrtsverbänden. Mehr zu Beratung und Vermittlung durch das Jobcenter lesen Sie unter Beratung und Unterstützung und Arbeitsvermittlung. Was sich mit der Reform geändert hat, erklärt der Beitrag vom Bürgergeld zum Grundsicherungsgeld.

Wann das Jobcenter die Leistung mindern darf und wie Sie sich wehren: Sanktionen und Minderungen.

Häufige Fragen

Wie viel Miete zahlt das Jobcenter für 1 Person?

Das hängt vom Wohnort ab. Jede Kommune legt eigene Obergrenzen für die Bruttokaltmiete und oft für die Wohnfläche fest. Im ersten Bezugsjahr zahlt das Jobcenter die tatsächliche Miete bis zum Eineinhalbfachen der Grenze. Die gültigen Werte nennt Ihr Jobcenter.

Zahlt das Jobcenter die Kaution?

Ja, wenn der Umzug notwendig ist oder vom Jobcenter veranlasst wurde und das Jobcenter am neuen Wohnort die Übernahme vorher zugesichert hat. Die Kaution wird in der Regel als Darlehen gezahlt und später in Raten zurückgezahlt. Ein grundsätzlicher Anspruch besteht nicht.

Zahlt das Jobcenter rückwirkend oder im Voraus?

Laufende Leistungen zahlt das Jobcenter im Voraus, jeweils zum Monatsanfang. Rückwirkend zahlt es nur bis zum Ersten des Monats, in dem Sie den Antrag gestellt haben. Wer im Laufe des Monats beantragt, erhält bei Anspruch trotzdem Geld für den ganzen Monat, für Vormonate aber nicht.

Welche Versicherungen zahlt das Jobcenter?

Das Jobcenter zahlt die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, bei privat Versicherten einen Zuschuss bis zur Hälfte des Basistarifs. Rentenbeiträge zahlt es nicht, die Bezugszeit wird aber gemeldet. Haftpflicht, Hausrat oder Zusatzversicherungen müssen Sie aus dem Regelbedarf oder anrechnungsfreiem Einkommen bezahlen.

Zahlt das Jobcenter den Führerschein?

Nur im Einzelfall. Aus dem Vermittlungsbudget (§ 16 SGB II mit § 44 SGB III) können Kosten übernommen werden, wenn der Führerschein für eine konkrete Arbeitsaufnahme nötig ist. Es ist eine Ermessensleistung, die Sie vor der Anmeldung in der Fahrschule beantragen müssen. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht.

Zahlt das Jobcenter Zahnersatz?

Nein, Zahnersatz zahlt die Krankenkasse. Wer Grundsicherungsgeld bezieht, gilt dort als Härtefall: Die Kasse übernimmt dann zusätzlich zum Festzuschuss weitere 40 Prozent und damit die Regelversorgung vollständig (§ 55 Abs. 2 SGB V). Legen Sie den Heil- und Kostenplan mit dem Bescheid bei der Kasse vor.

Welche Umschulung zahlt das Jobcenter?

Umschulungen und Weiterbildungen bewilligt seit 2025 die Agentur für Arbeit, auch für Menschen im Grundsicherungsgeld. Den Bildungsgutschein stellt die Agentur aus, das Jobcenter bleibt Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Maßnahme weiter. Beispiele finden Sie in unseren Ratgebern zur Umschulung.

Quellen: SGB II §§ 7, 11b, 12, 16, 20, 21, 22, 24, 26, 28, 37, 41, 42, § 42 SGB I, §§ 84, 88 SGG, § 55 SGB V, § 58 SGB VI; Bundesagentur für Arbeit: Finanziell absichern mit Grundsicherungsgeld, Wohnen und Miete, Auszahlung und Dauer; Bundesregierung: Regelbedarfe 2026. Stand: September 2026.

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...