Ausbildung zum Schneider: Maßschneider/in in 3 Jahren

Ausbildung zum Schneider: Maßschneider/in in 3 Jahren
Anzeige

Die Ausbildung zum Schneider bzw. zur Schneiderin heißt heute offiziell Ausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin und dauert 3 Jahre dual im Handwerksbetrieb und an der Berufsschule. Abgeschlossen wird sie mit der Gesellenprüfung vor der zuständigen Handwerkskammer. Während der Ausbildung erhalten Auszubildende eine tarifliche Vergütung, die im ersten Jahr bei 979 Euro brutto im Monat beginnt. Nach der Ausbildung liegt der Medianverdienst laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 2.839 Euro brutto im Monat in Vollzeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Handwerksbetrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)
  • Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Fingerfertigkeit und ein Gespür für Formen und Proportionen sind hilfreich
  • Abschluss: Gesellenprüfung zum Maßschneider bzw. zur Maßschneiderin (moderne Berufsbezeichnung für „Schneider"); als Umschulung Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro (§ 87a SGB III)
  • Förderung: Für Auszubildende Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Agentur für Arbeit in bestimmten Lebenssituationen (§ 56 SGB III); für Erwachsene als Umschulung mit Bildungsgutschein, erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: Median 2.839 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025)

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht ein Schneider oder eine Schneiderin?

Maßschneider/innen fertigen Damen- und Herrenbekleidung nach Maß an und ändern, modernisieren oder reparieren bereits getragene Kleidungsstücke. Zu den Aufgaben zählen:

Einen Ausbildungsplatz finden angehende Maßschneider/innen vor allem in handwerklichen Maß- und Änderungsschneidereien; dort arbeiten sie später auch, daneben in Modeateliers, Theatern, Filmstudios und Bekleidungshäusern mit Änderungsservice. In der Werkstatt gehören Textilstaub, Dampf und der Geruch verschiedener Chemikalien zum Arbeitsalltag, weshalb Sorgfalt im Umgang mit empfindlichen Stoffen und Maschinen ebenso wichtig ist wie handwerkliches Geschick und Kundenorientierung.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Schneider

Rechtlich ist für die Ausbildung zum Maßschneider keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. In der Praxis bringen laut BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit gut die Hälfte der Auszubildenden die Hochschulreife mit, knapp ein Viertel einen mittleren Bildungsabschluss, der Rest einen Hauptschulabschluss oder keinen Abschluss. Wichtige Schulfächer sind Werken bzw. Textiles Gestalten, Kunst, Mathematik und Deutsch, etwa um Preise für Änderungen zu kalkulieren oder Kundinnen und Kunden zu geeigneten Schnitten zu beraten. Persönlich gefragt sind Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination, Kreativität und Sinn für Ästhetik sowie Sorgfalt im Umgang mit empfindlichen Stoffen.

Ablauf und Dauer der Ausbildung zum Schneider

Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre und findet im Wechsel zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule statt, geregelt in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin (MSchnAusbV). Im letzten Ausbildungsjahr spezialisieren sich die Auszubildenden wählbar auf Damen- oder Herrenbekleidung.

AusbildungsformDauer
Reguläre duale Ausbildung3 Jahre
Umschulung für Erwachsene (verkürzt)rund 2 Jahre

Vermittelt werden unter anderem das Erstellen von Schnittschablonen und Skizzen, verschiedene Sticharten und Nähtechniken, die Materialkunde sowie die Beratung von Kundinnen und Kunden zu Stoffen und Schnittführung. Der Unterricht an der Berufsschule findet an ein bis zwei Tagen pro Woche oder im Blockunterricht statt, im Betrieb lernen die Auszubildenden unter Anleitung Maß nehmen, zuschneiden, nähen und Anproben durchführen. Die Prüfung zum Änderungsschneider bzw. zur Änderungsschneiderin lässt sich auf die Ausbildung zum Maßschneider anrechnen.

Anzeige

Ausbildungsvergütung und Förderung für die Schneider-Ausbildung

Für die Ausbildung selbst fallen keine Kosten an, der Ausbildungsbetrieb stellt die Ausbildungsmittel und zahlt die Prüfungsgebühren. Im Bekleidungslohngewerbe gilt bundesweit folgende tarifliche Ausbildungsvergütung (monatlich brutto, Stand IG Metall November 2024):

AusbildungsjahrVergütung
1. Jahr979 Euro
2. Jahr1.075 Euro
3. Jahr1.207 Euro

Findet die Ausbildung dagegen in schulischer Form statt, etwa an einer Berufsfachschule, wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Auszubildende, deren Elternhaus zu weit vom Ausbildungsort entfernt liegt oder die aus anderen Gründen nicht dort wohnen können, haben je nach Einkommenslage Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Agentur für Arbeit nach § 56 SGB III, die Unterkunft, Fahrtkosten und Lebensunterhalt abdeckt.

Wer die Ausbildung zum Schneider nicht direkt nach der Schule, sondern als Erwachsener mit Berufserfahrung in einem anderen Beruf beginnen möchte, kann sie als Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen. Als Umschulung ist die Ausbildung nach § 180 Abs. 4 SGB III grundsätzlich um ein Drittel verkürzt, und nach bestandener Prüfung besteht Anspruch auf die Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III. Das Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht; erster Schritt ist das Gespräch mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschliesslich die Agentur für Arbeit.

Gehalt und Aussichten als Schneider

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Maßschneider/innen auf Fachkraftniveau einen Medianverdienst von 2.839 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Die Berufsgruppe Textilverarbeitung schrumpft laut BERUFENET-Prognose der BA bis 2040 insgesamt, gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach individueller Maßanfertigung und Änderungsschneiderei bestehen, weil sich diese Tätigkeiten nur schwer automatisieren lassen. Mit Zusatzqualifikationen, etwa als Betriebsassistent/in im Handwerk, oder mit einer eigenen Maß- und Änderungsschneiderei lassen sich Verantwortung und Verdienst steigern; auch gezielte Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich CAD-Schnitterstellung helfen dabei. Wer sich zusätzlich mit CAD-Programmen für Schnitterstellung auskennt, verbessert die Chancen auch in größeren Bekleidungshäusern mit Änderungsservice.

Alternativen zur Ausbildung Schneider

Wer sich stärker für industrielle Serienfertigung statt Maßanfertigung interessiert, findet mit der Ausbildung zum Textil- und Modeschneider/zur Textil- und Modeschneiderin einen verwandten Ausbildungsberuf mit ähnlichem Tätigkeitsfeld. Wer lieber mit Pelzen und Leder statt Stoffen arbeitet, ist mit der Ausbildung zum Kürschner/zur Kürschnerin gut beraten. Für eine gestalterische statt handwerkliche Laufbahn bietet sich die schulische Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Modedesigner/in an, die allerdings keine Ausbildungsvergütung zahlt. Erwachsene mit Berufserfahrung finden allgemeine Informationen zur Umschulung über das Jobcenter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Schneider?

Die reguläre duale Ausbildung zum Maßschneider dauert 3 Jahre. Als Umschulung für Erwachsene ist sie nach § 180 Abs. 4 SGB III grundsätzlich um ein Drittel auf rund 2 Jahre verkürzt.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Schneider-Ausbildung?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Wichtig sind handwerkliches Geschick, Kreativität, Sorgfalt sowie gute Kenntnisse in Werken, Kunst und Mathematik.

Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Schneider?

Im Bekleidungslohngewerbe liegt die tarifliche Ausbildungsvergütung laut IG Metall bei 979 Euro brutto im ersten, 1.075 Euro im zweiten und 1.207 Euro im dritten Ausbildungsjahr. In schulischer Form wird keine Vergütung gezahlt.

Gibt es den Beruf des Schneiders noch?

Ja, allerdings heißt er seit 2004 offiziell Maßschneider/in. Die früheren Berufe Damen-, Herren- und Wäscheschneider/in wurden zu diesem einen Ausbildungsberuf zusammengefasst.

Ist Schneider ein Handwerksberuf?

Ja, die Ausbildung zum Maßschneider ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Handwerk, geregelt durch die MSchnAusbV und die Handwerksordnung.

Kann man als Erwachsener eine Umschulung zum Schneider machen?

Ja, über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, als Umschulung grundsätzlich um ein Drittel auf rund 2 Jahre verkürzt. Erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter.

Quellen: Ausbildungsverordnung MSchnAusbV, BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 56 und § 180 SGB III, § 87a SGB III. Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...