Quereinstieg Grundschule: Wege ohne klassische Umschulung

Grundschullehrer ist ein Studienberuf: Eine klassische Umschulung dafür gibt es nicht, und ein Studium ist nach § 180 Abs. 3 SGB III nicht über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig. Wer schon einen Hochschulabschluss hat, kann aber in manchen Bundesländern über einen Seiteneinstieg in den Schuldienst wechseln, etwa über das Programm OBAS in Nordrhein-Westfalen. Nach Abschluss des regulären Lehramtsstudiums liegt der Medianverdienst laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 5.190 Euro brutto im Monat in Vollzeit.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Lehramtsstudium an Grundschulen, Regelstudiendauer 7 bis 10 Semester (3,5 bis 5 Jahre), danach zusätzlicher Vorbereitungsdienst (Referendariat) von 12 bis 24 Monaten
- Voraussetzungen: Hochschulzugangsberechtigung sowie ein zulassungsbeschränktes Studium mit mehreren Unterrichtsfächern an einer Universität sind nötig
- Abschluss: Erste und Zweite Staatsprüfung; ein Quereinstieg ohne volles Lehramtsstudium ist nur über landesrechtliche Sonderprogramme für Mangelfächer möglich
- Förderung: Ein Studium ist nach § 180 Abs. 3 SGB III nicht über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig; BAföG ist im Einzelfall zu prüfen
- Verdienst: Median 5.190 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Expertenniveau, Stichtag 31.12.2025)
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Was macht ein Grundschullehrer oder eine Grundschullehrerin?
Grundschullehrkräfte unterrichten Kinder der Klassen 1 bis 4 in der Regel in mehreren Fächern, häufig mit Schwerpunkt Deutsch und Mathematik. Zu den Aufgaben gehören die Unterrichtsvorbereitung, die Bewertung der Leistungen von Schülerinnen und Schülern, Elterngespräche sowie die Begleitung beim Übergang in die weiterführende Schule, etwa ans Gymnasium oder an eine Realschule. Gearbeitet wird an staatlichen und privaten Grundschulen, teils mit zusätzlichen Aufgaben im Ganztagsbereich. Wegen des anhaltenden Lehrermangels an Grundschulen werden Stellen zum Teil auch mit Quer- oder Seiteneinsteigern besetzt, deren beruflicher Hintergrund und pädagogische Vorerfahrung bei der Einstellung eine Rolle spielen. Stellenangebote für den Seiteneinstieg sind meist Vollzeitstellen, in Einzelfällen bieten Schulen auch Teilzeit an.
Grundschullehrer ohne Studium: Was wirklich möglich ist
Ein reguläres Lehramtsstudium lässt sich nicht durch eine Umschulung ersetzen, weil der Beruf bundesweit ein Studium mit Staatsprüfung voraussetzt. Je nach Bundesland öffnen sich für Hochschulabsolventen aus anderen Fachrichtungen aber Seiteneinstiegswege in den Schuldienst; ob und wie, regelt jedes Land unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen gibt es laut Schulministerium NRW für die Grundschule zwei Wege: die berufsbegleitende Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern (OBAS), die mit einer Staatsprüfung zur vollen Lehramtsbefähigung führt, und die kürzere Pädagogische Einführung, die nur eine befristete Unterrichtserlaubnis für ein einzelnes Fach wie Kunst, Musik, Sport oder Englisch vermittelt, aber keine Lehramtsqualifikation. Einen Seiteneinstieg über eine Meisterprüfung gibt es laut Schulministerium NRW nur an Berufskollegs in der Sekundarstufe, nicht an Grundschulen. Ob und welche Wege in anderen Bundesländern bestehen, ist bei der jeweiligen Landesbehörde zu erfragen.
Wie lange dauert der Quereinstieg ins Grundschullehramt?
Das reguläre Lehramtsstudium dauert 7 bis 10 Semester, anschließend folgt ein Referendariat von 12 bis 24 Monaten. OBAS in Nordrhein-Westfalen dauert als berufsbegleitender Vorbereitungsdienst 24 Monate und setzt einen nicht lehramtsbezogenen Hochschulabschluss mit mindestens 7 Semestern Regelstudienzeit sowie mindestens zwei Jahre Berufstätigkeit oder Kindererziehung nach dem Studium voraus. Die kürzere Pädagogische Einführung dauert rund 12 Monate, führt aber nicht zur vollen Lehramtsbefähigung.
Grundschullehrer über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld
Weil ein Studium nicht über den Bildungsgutschein förderfähig ist, läuft die klassische Jobcenter-Förderung hier anders als bei einer Ausbildungsumschulung. Wer bereits einen Hochschulabschluss hat und einen Seiteneinstieg wie OBAS anstrebt, bewirbt sich direkt bei einer Schule über das Bewerbungsportal des jeweiligen Landes; die Vergütung während der berufsbegleitenden Ausbildung erfolgt durch den Dienstherrn, nicht durch das Jobcenter. Wer noch kein passendes Studium hat und dieses nachholen möchte, kann sich bei der Agentur für Arbeit zu BAföG und möglichen Ausnahmen beraten lassen; ein Rechtsanspruch auf Förderung durch das Jobcenter besteht dafür nicht. Erster Ansprechpartner für die individuelle Situation bleibt die Vermittlungsfachkraft im Jobcenter.
Gehalt als Grundschullehrer
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Grundschullehrkräfte auf Expertenniveau einen Medianverdienst von 5.190 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Angestellte Lehrkräfte werden bundesweit überwiegend nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt, verbeamtete nach Besoldungsgruppen; die genaue Stufe hängt von Berufserfahrung und Bundesland ab. In Nordrhein-Westfalen gilt seit der Besoldungsreform zum 1. August 2026 für voll ausgebildete Lehrkräfte an Grundschulen die Besoldungsgruppe A13 bzw. Entgeltgruppe E13, zuvor galt dort die niedrigere Gruppe A12. Eine gesonderte Verdienstzahl nur für Nordrhein-Westfalen weist der Entgeltatlas nicht aus.
Chancen und Grenzen des Seiteneinstiegs
Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger bringen oft Berufs- oder Lebenserfahrung aus einem anderen Feld mit, müssen sich pädagogische und didaktische Grundlagen aber erst während der berufsbegleitenden Ausbildung aneignen und stehen von Beginn an vor der Klasse. Die Doppelbelastung aus Unterricht und Qualifizierung gilt vielerorts als größte Herausforderung, während Schulen und Landesministerien mit Mentoring-Programmen und Fortbildungen gegensteuern. Wer unsicher ist, ob der eigene Studienabschluss für ein Programm wie OBAS infrage kommt, klärt das am besten direkt mit der zuständigen Bezirksregierung oder dem Schulministerium des jeweiligen Bundeslandes, bevor eine Bewerbung läuft. Aktuelle Jobs für den Seiteneinstieg veröffentlichen die Landesportale und teils auch die Jobbörse der Agentur für Arbeit.
Alternativen zum Quereinstieg als Grundschullehrer
Wer sich allgemein für den Lehrerberuf interessiert, ohne sich auf die Grundschule festzulegen, findet auf der Umschulungs-Seite Lehrer einen Überblick über Quer- und Seiteneinstiege an anderen Schulformen. Wer an einem Berufskolleg unterrichten möchte und einen Meister- oder vergleichbaren Abschluss mitbringt, informiert sich über die Umschulung zum Berufsschullehrer, für die in einigen Ländern eigene Zugangswege ohne volles Lehramtsstudium bestehen.
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Häufige Fragen
Wie werde ich Grundschullehrer als Quereinsteiger?
Ohne Lehramtsstudium nur über landesrechtliche Sonderprogramme, etwa OBAS in Nordrhein-Westfalen für Hochschulabsolventen anderer Fachrichtungen. Ob ein vergleichbares Programm im eigenen Bundesland existiert, klärt die zuständige Landesbehörde.
Ist es möglich, an Grundschulen ohne Studium zu arbeiten?
Ohne jeden Hochschulabschluss in der Regel nicht. Mit einem fachfremden Studium ist in manchen Ländern ein befristeter Einsatz möglich, etwa über die Pädagogische Einführung in NRW für einzelne Fächer wie Kunst, Musik, Sport oder Englisch, allerdings ohne volle Lehramtsqualifikation.
Wie viel verdient ein Quereinsteiger als Grundschullehrer?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der bundesweite Median für Grundschullehrkräfte bei 5.190 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Angestellte werden meist nach TV-L bezahlt, verbeamtete nach Besoldungsgruppe.
Wie viel verdient ein Grundschullehrer in NRW?
Seit der Besoldungsreform zum 1. August 2026 gilt in Nordrhein-Westfalen für voll ausgebildete Grundschullehrkräfte die Besoldungsgruppe A13 bzw. Entgeltgruppe E13, zuvor die niedrigere Gruppe A12. Eine gesonderte Entgeltatlas-Zahl nur für NRW gibt es nicht.
Wie lange dauert es, als Quereinsteiger Lehrer zu werden?
Bei OBAS in Nordrhein-Westfalen 24 Monate berufsbegleitend bis zur Staatsprüfung. Das reguläre Lehramtsstudium dauert dagegen 7 bis 10 Semester plus 12 bis 24 Monate Referendariat.
Was ist der Unterschied zwischen Quereinstieg und Seiteneinstieg?
Die Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet. Gemeint ist in beiden Fällen der Wechsel in den Schuldienst ohne reguläres Lehramtsstudium, meist mit einem fachfremden Hochschulabschluss und einer berufsbegleitenden pädagogischen Qualifizierung wie OBAS.
Kann ich als Grundschullehrer über das Jobcenter umschulen?
Nein, ein Studium ist nach § 180 Abs. 3 SGB III nicht über den Bildungsgutschein förderfähig. Infrage kommen stattdessen BAföG im Einzelfall oder ein landesrechtlicher Seiteneinstieg mit vorhandenem Hochschulabschluss.
Quellen: BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Schulministerium NRW, Übersicht Seiteneinstieg, § 180 SGB III. Stand: September 2026