Lehrer werden als Quereinsteiger: Wege ohne Lehramtsstudium

Lehrer werden als Quereinsteiger: Wege ohne Lehramtsstudium
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Lehrer/in ist ein Studienberuf, deshalb ist das reguläre Lehramtsstudium nach § 180 Abs. 3 SGB III nicht über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig. Wer dennoch in den Schuldienst möchte, findet in den meisten Bundesländern einen Quer- oder Seiteneinstieg: eine direkte, bezahlte Einstellung mit berufsbegleitender pädagogischer Qualifizierung statt eines klassischen Lehramtsstudiums. Die genauen Regeln legt jedes Bundesland einzeln fest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Lehramtsstudium 3,5 bis 5 Jahre (Bachelor und Master of Education) plus 12 bis 24 Monate Vorbereitungsdienst (Referendariat), je nach Bundesland
  • Voraussetzungen: Abitur oder fachgebundene Hochschulreife für das Studium, Quereinstieg mit Fachstudium ohne Lehramt ist je nach Bundesland und Mangelfach möglich
  • Abschluss: Erste und Zweite Staatsprüfung, danach Verbeamtung oder Anstellung im Schuldienst nach Landesrecht
  • Förderung: das Lehramtsstudium ist nach § 180 Abs. 3 SGB III nicht über den Bildungsgutschein förderfähig, Quereinstiegsprogramme regeln die Bundesländer einzeln
  • Verdienst: keine bundeseinheitlichen Zahlen über den Entgeltatlas, da Lehrkräfte je nach Bundesland verbeamtet oder nach TV-L bezahlt werden

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Was macht ein Lehrer bzw. eine Lehrerin?

Zu den Aufgaben zählen:

Gearbeitet wird überwiegend in der Schule, dazu kommt Vor- und Nachbereitungszeit außerhalb der Unterrichtsstunden, je nach Schulform und Fach mit unterschiedlichem Korrekturaufwand.. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten an Grundschulen, Gymnasien, Realschulen und berufsbildenden Schulen, wobei sich Stundendeputat, Fächerkombination und Klassengröße je nach Schulart und Bundesland unterscheiden.

Quereinstieg oder Seiteneinstieg: Was ist der Unterschied?

Beide Begriffe richten sich an Menschen mit einem Hochschulabschluss, aber ohne klassisches Lehramtsstudium. Quereinsteiger/innen steigen in der Regel direkt in den Vorbereitungsdienst (das Referendariat) ein, ohne vorher Lehramt studiert zu haben. Seiteneinsteiger/innen unterrichten dagegen meist von Beginn an eigenverantwortlich und erwerben die pädagogischen Kenntnisse berufsbegleitend, ohne klassisches Referendariat. Manche Bundesländer verwenden die Begriffe uneinheitlich oder synonym, deshalb lohnt sich vor der Bewerbung ein Blick auf das Kultusministerium des jeweiligen Landes. Gemeinsam ist beiden Wegen, dass sie ohne das reguläre, mehrjährige Lehramtsstudium auskommen und stattdessen auf einem bereits vorhandenen Fachstudium aufbauen. Der Lehrkräftebedarf treibt viele Bundesländer dazu, diese Wege in den letzten Jahren auszuweiten, insbesondere in Mangelfächern und an Schulen mit schwieriger Personalsituation.

Voraussetzungen für den Quereinstieg als Lehrer

Vorausgesetzt wird grundsätzlich ein abgeschlossenes Hochschulstudium, meist ein Master-, Diplom- oder Magisterabschluss, in einem Fach, das an Schulen unterrichtet wird. Welche Unterrichtsfächer und Schularten infrage kommen, welcher Studienabschluss (Universität oder Fachhochschule) ausreicht und ob eine Altersgrenze gilt, legt jedes Bundesland über sein Kultusministerium selbst fest; bundesweit einheitliche Regeln gibt es dafür nicht. Je nach Bundesland ist der Quereinstieg an Gymnasien, Realschulen, in der Sekundarstufe I oder an berufsbildenden Schulen möglich, an Grundschulen dagegen seltener, weil dort meist eine grundständige Lehramtsausbildung mit entsprechender Befähigung verlangt wird. Die Bewerbung läuft in aller Regel direkt über die Schulverwaltung bzw. das Kultusministerium des jeweiligen Landes, nicht über die Agentur für Arbeit. Neben dem fachlichen Abschluss prüfen viele Länder auch die persönliche und pädagogische Eignung, etwa in einem Vorstellungsgespräch oder einer kurzen Unterrichtsprobe, weil Seiteneinsteiger/innen von Beginn an eigenständig vor der Klasse stehen.

Quereinstieg als Lehrer in NRW

Nordrhein-Westfalen kennt beim Seiteneinstieg mehrere Wege, die beiden wichtigsten sind OBAS und die Pädagogische Einführung. Über die OBAS absolvieren Sie einen zweijährigen berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst mit Staatsprüfung und erwerben die volle Lehramtsbefähigung. Voraussetzung sind ein nicht lehramtsbezogenes Universitätsstudium mit mindestens sieben Semestern Regelstudienzeit oder ein Master einer Fachhochschule, zwei Jahre Berufstätigkeit nach dem Studium und zwei ableitbare Fächer. Wer das nicht erfüllt, aber einen Hochschulabschluss hat, kann über die einjährige Pädagogische Einführung eine Unterrichtserlaubnis für ein Fach erwerben, ohne Lehramtsbefähigung. An Schulen der Sekundarstufe I lässt NRW eine Einstellung auch ganz ohne Studium zu, etwa mit einer Meisterprüfung; Schulen machen davon laut Schulministerium eher selten Gebrauch, und auch dieser Weg führt nur über die einjährige Pädagogische Einführung ohne Lehramtsbefähigung (Schulministerium NRW).

Ablauf: Vorbereitungsdienst oder berufsbegleitende Qualifizierung

WegAblauf
QuereinstiegDirekter Zugang zum Vorbereitungsdienst (Referendariat) ohne vorheriges Lehramtsstudium, Dauer wie regulär 12 bis 24 Monate je nach Bundesland
SeiteneinstiegEigenverantwortlicher Unterricht ab der Einstellung, parallel berufsbegleitende pädagogische Qualifizierung über einen längeren Zeitraum

Die konkrete Umsetzung bleibt aber Sache der einzelnen Länder. Wer in einer bestimmten Stadt oder Region nach konkreten Einstellungsmöglichkeiten sucht, findet die aktuellen Ausschreibungen und Bewerbungsfristen auf dem Lehrkräfte-Portal des jeweiligen Bundeslandes, da sich offene Stellen und Bedarfsfächer laufend ändern.

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Lehrer werden ohne Bildungsgutschein: Wie sich der Einstieg finanziert

Ein klassisches Lehramtsstudium lässt sich nicht über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren, weil ein Studium nach § 180 Abs. 3 SGB III von der Förderung ausgenommen ist. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht und über ein passendes Hochschulstudium verfügt, findet den praktikableren Weg meist über den Seiteneinstieg: Die Einstellung erfolgt direkt beim jeweiligen Bundesland, das ab dem ersten Arbeitstag ein Gehalt zahlt, entweder nach TV-L oder im Beamtenverhältnis. Damit endet in aller Regel auch die Hilfebedürftigkeit. Das Jobcenter kann bei der Bewerbung und der Frage beraten, ob der eigene Studienabschluss für ein Mangelfach im jeweiligen Bundesland infrage kommt, die eigentliche Finanzierung läuft aber über das Land als Arbeitgeber und nicht über einen Bildungsgutschein. Wer sich direkt beim Kultusministerium oder der Schulbehörde bewerben möchte, findet dort in der Regel eigene Informationsseiten für Lehrkräfte im Quer- und Seiteneinstieg mit den aktuell gesuchten Fächern.

Gehalt als Quereinsteiger im Lehrerberuf

Für den Lehrerberuf weist der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit keine bundeseinheitliche Zahl aus, weil Lehrkräfte je nach Bundesland entweder verbeamtet oder tarifvertraglich nach TV-L bezahlt werden und sich die Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe nach Schulform und Bundesland richtet. Verlässliche Angaben liefert die jeweilige Landesbesoldungstabelle bzw. der TV-L-Tarifvertrag des betreffenden Bundeslandes; eine bundesweit gültige Zahl vorab zu nennen, wäre nicht seriös. Grundsätzlich gilt: Verbeamtete Lehrkräfte und Lehrkräfte im TV-L-Angestelltenverhältnis werden für dieselbe Tätigkeit meist ähnlich eingruppiert, unterscheiden sich aber bei Themen wie Alterssicherung, Krankenversicherung und Kündigungsschutz deutlich.

Alternativen zum Quereinstieg als Lehrer

Wer gezielt an einer Grundschule unterrichten möchte, findet auf der Seite Umschulung zum Grundschullehrer die dort geltenden landesspezifischen Wege. Wer lieber an einer berufsbildenden Schule unterrichten und dabei praktische Fachkenntnisse aus einem Handwerks- oder Technikberuf einbringen möchte, findet mit der Umschulung zum Berufsschullehrer einen Weg, der in mehreren Bundesländern auch beruflich Qualifizierten ohne klassisches Lehramtsstudium offensteht.

Häufige Fragen

Kann man als Quereinsteiger Lehrer werden?

Ja, in den meisten Bundesländern. Vorausgesetzt wird in der Regel ein Hochschulabschluss in einem an Schulen gefragten Fach; die genauen Bedingungen legt jedes Bundesland einzeln fest.

Was ist der Unterschied zwischen Quer- und Seiteneinstieg?

Quereinsteiger/innen absolvieren meist ein reguläres Referendariat, Seiteneinsteiger/innen unterrichten in der Regel von Beginn an eigenverantwortlich und qualifizieren sich berufsbegleitend pädagogisch nach.

Kann ich mit 40 noch Lehrer werden?

In vielen Bundesländern ja, auch wenn manche Länder für den Vorbereitungsdienst oder die Verbeamtung eine Altersgrenze kennen. Das jeweilige Kultusministerium gibt darüber verbindlich Auskunft.

Kann ich Grundschullehrerin werden ohne Studium?

Nein, ein Hochschulstudium ist grundsätzlich Voraussetzung. Ohne Lehramtsstudium führt der Weg über den Quer- oder Seiteneinstieg mit einem anderen einschlägigen Studienabschluss, sofern das Bundesland dies für Grundschulen zulässt.

Was verdient man als Quereinsteiger im Lehrerberuf?

Das hängt vom Bundesland und der Schulform ab, da es keine bundeseinheitliche Entgeltatlas-Zahl gibt. Maßgeblich sind die Landesbesoldungstabelle bzw. der TV-L-Tarifvertrag.

Kann man als Quereinsteiger verbeamtet werden?

In vielen Bundesländern ja, sofern die dort geltenden Voraussetzungen erfüllt sind, etwa zum Referendariat oder zur Übernahme in den Schuldienst. Das regelt jedes Land für sich.

Quellen: Kultusministerkonferenz, KMK eröffnet neue Wege ins Lehramt, § 180 SGB III. Stand: September 2026

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