Fahrlehrer werden als Quereinsteiger: Weg, Kosten, Förderung

Fahrlehrer werden als Quereinsteiger: Weg, Kosten, Förderung
Anzeige

Fahrlehrer werden Sie nicht über eine Umschulung in einem Ausbildungsberuf, sondern über eine Ausbildung nach dem Fahrlehrergesetz: mindestens zwölf Monate in Vollzeit an einer anerkannten Fahrlehrerausbildungsstätte und in einer Fahrschule, am Ende steht die Fahrlehrerlaubnis. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Kosten über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit decken lassen, wenn der Lehrgang nach AZAV zugelassen ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: mindestens 12 Monate in Vollzeit für die Pkw-Klasse BE; Motorrad einen, Lkw oder Bus zwei Monate mehr
  • Voraussetzungen: 21 Jahre, Berufsabschluss oder gleichwertige Vorbildung, Führerschein BE, seit drei Jahren Klasse B, Eignung und Zuverlässigkeit
  • Abschluss: Fahrlehrerlaubnis, eine staatliche Erlaubnis (kein Ausbildungsberuf)
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, Grundsicherungsgeld läuft weiter; keine Prämie, kein Weiterbildungsgeld
  • Verdienst: Median 3.878 € brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Stichtag 31.12.2025)

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht ein Fahrlehrer oder eine Fahrlehrerin?

Fahrlehrer und Fahrlehrerinnen, oft auch Fahrschullehrer genannt, bereiten Fahrschüler im theoretischen Unterricht auf die Theorieprüfung vor und bringen ihnen im praktischen Unterricht bei, ein Kraftfahrzeug sicher und umweltschonend zu führen. Laut BERUFENET gehört dazu:

Gearbeitet wird in Fahrschulen und Ausbildungszentren für Verkehrsberufe, häufig nachmittags und am frühen Abend, teils auch samstags. Die Fahrlehrerlaubnis BE berechtigt zur Ausbildung in den Klassen B, BE und L; Motorrad (A), Lkw (CE) und Bus (DE) sind eigene Erweiterungen (§ 1 FahrlG).

Fahrlehrer werden: Voraussetzungen für Quereinsteiger

Was man braucht, um Fahrlehrer zu werden, regelt § 2 des Fahrlehrergesetzes (FahrlG). Die Erlaubnis bekommen Sie erst, wenn Sie 21 Jahre alt sind. Beruflich brauchen Sie mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Lehrberuf oder eine gleichwertige Vorbildung; was gleichwertig ist, entscheidet die Landesbehörde. Klären Sie das vor Lehrgangsbeginn, denn ohne diesen Nachweis werden Sie nicht zur ersten Prüfung zugelassen (§ 8 FahrlPrüfV). Einen bestimmten Schulabschluss verlangt das Gesetz nicht. Ihr bisheriger Beruf muss nichts mit Verkehr zu tun haben.

Beim Führerschein gilt: Sie müssen seit mindestens drei Jahren die Klasse B besitzen und zusätzlich die Fahrerlaubnis BE haben. Die BE-Fahrerlaubnis verlangt die Verordnung spätestens, wenn Sie zur fahrpraktischen Prüfung zugelassen werden; sie lässt sich also auch während des Lehrgangs nachholen.

Dazu kommt die persönliche Eignung: Körperlich und geistig gelten die Anforderungen der Lkw-Klasse C1, belegt durch ärztliches Zeugnis und Sehtest, nicht älter als ein Jahr. Sie legen ein erweitertes Führungszeugnis zur Vorlage bei der Behörde vor, nicht älter als drei Monate, und die Behörde prüft Ihre Zuverlässigkeit zusätzlich mit einer Auskunft aus dem Fahreignungsregister in Flensburg (§ 4 FahrlG). Außerdem verlangt das Gesetz die für den Beruf nötigen Deutschkenntnisse.

Wie lange dauert die Fahrlehrerausbildung, und geht sie nebenberuflich?

Die Ausbildung zum Fahrlehrer dauert für die Klasse BE mindestens zwölf Monate (§ 7 FahrlG). Den Ablauf schreibt die Fahrlehrer-Ausbildungsverordnung (FahrlAusbV) genau vor, gerechnet wird in Unterrichtseinheiten (UE) zu 45 Minuten:

AbschnittUmfangInhalt
Einführungsphase1 Monat, mind. 104 UEEinführung an der Ausbildungsstätte, zwei Wochen Hospitation in einer Fahrschule
Lehrgangmind. 7 Monate, mind. 1.100 UEVerkehrsverhalten, Recht, Technik, Unterrichten, Beurteilen
Erste Prüfungenfahrpraktisch mind. 60 Min., schriftlich 5 Std., mündlich etwa 30 Min.danach Anwärterbefugnis für zwei Jahre
Lehrpraktikummind. 4 Monate, mind. 330 UEeigener Unterricht in der Ausbildungsfahrschule unter Aufsicht
Lehrprobenje etwa 45 Min.Theorie- und Fahrstunde mit echten Fahrschülern

Nebenberuflich, in Teilzeit, abends oder als Online-Kurs lässt sich die Fahrlehrerausbildung nicht machen, auch wenn genau danach oft gesucht wird. Der Lehrgang läuft in geschlossenen Kursen, darf nicht unterbrochen werden und setzt Präsenz voraus (§ 1 FahrlAusbV). Vorgeschrieben sind mindestens 32 UE pro Woche, höchstens acht am Tag, also ganztägiger Unterricht an mindestens vier Tagen (§ 2 FahrlAusbV), im Lehrpraktikum 20 bis 32 UE pro Woche (§ 3). Ein Vollzeitjob passt daneben nicht.

Jede Prüfung und Lehrprobe dürfen Sie höchstens zweimal wiederholen (§ 24 FahrlPrüfV).

Anzeige

Umschulung zum Fahrlehrer über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Seit dem 1. Januar 2025 entscheidet die Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) auch für Menschen im Grundsicherungsgeld über die Förderung und stellt den Bildungsgutschein aus; das Jobcenter bleibt Ihr Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung. Die Förderung nach § 81 SGB III ist eine Kann-Leistung: Sie muss für Ihre berufliche Eingliederung notwendig sein, Sie müssen vorher beraten worden sein, und Lehrgang und Träger müssen nach AZAV zugelassen sein; die amtliche Anerkennung der Ausbildungsstätte (§ 36 FahrlG) ersetzt das nicht. So gehen Sie vor:

  1. Sprechen Sie Ihre Vermittlungsfachkraft an (Arbeitsvermittlung) und bringen Sie Führerschein, Berufsabschluss und, wenn möglich, Stellenangebote für Fahrlehreranwärter aus Ihrer Region mit.
  2. Die Agentur für Arbeit berät Sie und prüft Notwendigkeit und Eignung.
  3. Suchen Sie eine Ausbildungsstätte mit AZAV-zugelassenem Lehrgang, etwa über die Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit, und eine Ausbildungsfahrschule für das Praktikum.
  4. Die Agentur stellt den Bildungsgutschein aus. Er ist eine Zusicherung und gilt höchstens drei Monate. Beginnen Sie erst, wenn Sie ihn haben (§ 81 Abs. 4 SGB III).
  5. Melden Sie den Beginn und später die Vergütung aus dem Lehrpraktikum Ihrem Jobcenter.

Was kostet es, Fahrlehrer zu werden?

Die Lehrgangsgebühren legt jede Ausbildungsstätte selbst fest, die Preise gehen deutlich auseinander. Als Beispiel verlangte eine anerkannte Ausbildungsstätte im September 2026 für die Klasse BE 14.900 €, für Klasse A 2.990 € und für Klasse CE 4.400 € zusätzlich. Dazu kommen amtliche Prüfungsgebühren, für die Klasse BE 1.295,54 € (GebOSt Nr. 301.1), sowie Lehrmittel und Prüfungsfahrten. Mit Gutschein übernimmt die Agentur Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren und Fahrkosten; bei auswärtiger Unterbringung kann sie bis 420 € im Monat für die Unterkunft und bis 168 € für Verpflegung zahlen, für aufsichtsbedürftige Kinder 160 € je Kind. Wer die Fahrerlaubnis BE noch erwerben muss, klärt vorher, wer diese Kosten trägt.

Was mit dem Grundsicherungsgeld passiert

Ihr Lebensunterhalt läuft über das Grundsicherungsgeld weiter, solange Sie hilfebedürftig sind. Arbeitslosengeld bei Weiterbildung gibt es nur bei einem zusätzlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Weiterbildungsprämie und das Weiterbildungsgeld von 150 € im Monat bekommen Sie nicht: § 87a SGB III zahlt beides nur, wenn die Maßnahme zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führt. Für das Lehrpraktikum zahlen Ausbildungsfahrschulen laut BERUFENET eine Vergütung; sie zählt als Einkommen und mindert das Grundsicherungsgeld nach Abzug der Freibeträge.

Können Sie Ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, kommt eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben in Betracht, zuständig kann dann die Deutsche Rentenversicherung sein (siehe Menschen mit Behinderung). Ohne Gutschein kommt das Aufstiegs-BAföG in Betracht, das BERUFENET als mögliche Förderung nennt: Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 €, die Hälfte als Zuschuss, der Rest als KfW-Darlehen, von dem nach bestandener Prüfung die Hälfte erlassen wird (§§ 12, 13b AFBG). In Vollzeit kommt ein einkommensabhängiger Unterhaltsbeitrag als Zuschuss hinzu (§ 10 AFBG).

Fahrlehrer Gehalt und Aussichten: Lohnt sich die Umschulung?

Angestellte Fahrlehrer verdienen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit in Vollzeit im Median 3.878 € brutto im Monat (Stichtag 31.12.2025). Ein Viertel liegt unter 3.072 €, ein Viertel über 4.669 €. Regional schwankt das deutlich, etwa 3.316 € in Berlin, 3.501 € in Sachsen und 4.348 € in Hamburg. Selbstständige Fahrschulinhaber sind in dieser Statistik nicht enthalten.

Für die Berufsgruppe Fahr- und Sportunterricht erwartet BERUFENET bis 2040 mehr Erwerbstätige. Arbeitgeber brauchten schon 2023 überdurchschnittlich lange, um eine Stelle zu besetzen, und die Suchdauer soll weiter steigen. Ob sich die Umschulung zum Fahrlehrer lohnt, hängt vor allem daran, ob Ihnen Unterrichten liegt und Abend- und Samstagsarbeit in Ihr Leben passen.

Eine eigene Fahrschule ist ab 25 Jahren möglich, nach zwei Jahren hauptberuflicher Anstellung als Fahrlehrer und einem Lehrgang Fahrschulbetriebswirtschaft mit mindestens 70 UE (§ 18 FahrlG). Alle vier Jahre ist außerdem eine dreitägige Fortbildung Pflicht (§ 53 FahrlG).

Alternativen zur Umschulung zum Fahrlehrer

Wer gern fährt, aber nicht unterrichten will, hat näherliegende Wege: die Umschulung zum Berufskraftfahrer, die Umschulung zum Busfahrer oder die Umschulung zum Lokführer. Wer lieber an der Technik arbeitet, findet in der Umschulung zum Kfz-Mechatroniker einen Ausbildungsberuf, bei dem die Weiterbildungsprämie möglich ist. Weitere Berufe zeigt die Übersicht der Umschulungsberufe.

Häufige Fragen

Kann man Fahrlehrer ohne Führerschein werden?

Nein. Sie brauchen die Fahrerlaubnis der Klasse, in der Sie ausbilden wollen, für die Fahrlehrerlaubnis BE also die Klasse BE, und müssen seit mindestens drei Jahren die Klasse B besitzen (§ 2 FahrlG). Die Klasse BE können Sie noch während des Lehrgangs erwerben, die drei Jahre Klasse B lassen sich nicht abkürzen.

Wie alt muss man sein, um Fahrlehrer zu werden?

Die Fahrlehrerlaubnis gibt es ab 21 Jahren. Wer den Pkw-Führerschein mit 18 gemacht hat, erfüllt die drei Jahre Klasse B frühestens mit 21. Eine Höchstgrenze nennt das Gesetz nicht; auch mit 50 ist der Einstieg möglich, wenn Sie die gesundheitlichen Anforderungen der Klasse C1 erfüllen.

Wie kann man LKW-Fahrlehrer werden?

Zuerst brauchen Sie die Fahrlehrerlaubnis BE. Für die Erweiterung auf Klasse CE kommen mindestens zwei Monate Ausbildung an der Ausbildungsstätte hinzu, eine fahrpraktische Prüfung von mindestens 90 Minuten und eine Fachkundeprüfung. Die Fahrerlaubnis CE brauchen Sie in jedem Fall, grundsätzlich seit zwei Jahren; ersatzweise genügen sechs Monate hauptberufliches Lkw-Fahren oder 60 Fahrstunden Zusatzausbildung.

Gibt es die Fahrlehrerausbildung online?

Nicht als Fernkurs. Die Verordnung schreibt Präsenzunterricht in geschlossenen Kursen vor. Nur in begründeten Ausnahmefällen genehmigt die Landesbehörde einen digitalen Lehrgang, der dann live mit allen Teilnehmenden gleichzeitig läuft. Das Lehrpraktikum findet ohnehin in einer Fahrschule statt.

Kann ich als Fahrlehrer nebenberuflich arbeiten?

Mit fertiger Fahrlehrerlaubnis unterrichten Sie entweder mit eigener Fahrschulerlaubnis oder in einem Beschäftigungsverhältnis mit einer Fahrschule (§ 1 Abs. 4 FahrlG). Eine Teilzeit- oder Nebentätigkeit vereinbaren Sie mit der Fahrschule. Beziehen Sie Grundsicherungsgeld, wird der Verdienst nach Abzug der Freibeträge angerechnet.

Kann man ohne Berufsausbildung Fahrlehrer werden?

Nur mit einer Vorbildung, die die zuständige Landesbehörde als gleichwertig anerkennt; lassen Sie sich das vor Beginn bestätigen. Ohne verwertbaren Abschluss kann zuerst eine geförderte Umschulung in einem Ausbildungsberuf der sinnvollere Schritt sein.

Was ist der Unterschied zwischen Fahrlehrer und Fahrschullehrer?

Es gibt keinen. Fahrschullehrer ist laut BERUFENET nur eine übliche andere Bezeichnung für denselben Beruf; rechtlich heißt die Erlaubnis Fahrlehrerlaubnis. Wer eine eigene Fahrschule betreiben will, braucht zusätzlich die Fahrschulerlaubnis.

Quellen: Fahrlehrergesetz (§§ 1, 2, 4, 7-9, 18, 36, 53), Fahrlehrer-Ausbildungsverordnung, Fahrlehrer-Prüfungsverordnung (§§ 8, 15-18, 24), SGB III (§§ 81, 83-87a), AFBG (§§ 2, 12, 13b), BERUFENET Fahrlehrer/in (Weiterbildung), BERUFENET Fahrlehrer/in (Tätigkeit), Entgeltatlas der BA, BA-Merkblatt 6 Weiterbildung (Januar 2026), GebOSt (Nr. 301), Beispiel-Preisliste einer Fahrlehrerausbildungsstätte (September 2026). Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...