Busfahrer werden: Umschulung, Dauer und Förderung

Busfahrer werden: Umschulung, Dauer und Förderung
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Busfahrer wird man auf zwei Wegen: schnell über die Fahrerlaubnis Klasse D plus Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG), oder über die vollständige Umschulung zur Fachkraft im Fahrbetrieb, die regulär 3 Jahre dauert und als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt wird. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen. Nach dem Abschluss liegt der Medianverdienst laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 3.733 Euro brutto im Monat in Vollzeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Betrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)
  • Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; nötig sind Mindestalter von 17 Jahren, Führerschein Klasse B sowie eine medizinisch-psychologische Eignungsuntersuchung
  • Abschluss: Kammerprüfung zur Fachkraft im Fahrbetrieb; die Berufsbezeichnung deckt Bus- und Straßenbahnfahrdienst im öffentlichen Nahverkehr ab, Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro
  • Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: Median 3.733 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025)

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Was macht eine Fachkraft im Fahrbetrieb (Busfahrer/in)?

Fachkräfte im Fahrbetrieb befördern Fahrgäste sicher und pünktlich mit Bussen oder Straßen- und U-Bahnen im öffentlichen Nahverkehr. Zu den typischen Aufgaben zählen:

Gearbeitet wird im Schichtdienst, oft mit frühen, späten und geteilten Diensten sowie an Wochenenden und Feiertagen, weil der öffentliche Nahverkehr durchgehend läuft. Der Fahrdienst findet überwiegend allein im Führerhaus statt, verlangt aber durchgehend Konzentration im Straßenverkehr und einen ruhigen Umgang mit Fahrgästen, auch in stressigen Situationen wie Verspätungen oder überfüllten Fahrzeugen.

Busfahrer werden: Voraussetzungen

Für den Einstieg in die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb genügt rechtlich ein Mindestalter von 17 Jahren und der Führerschein Klasse B; die Fahrerlaubnis Klasse D für Busse wird während der Ausbildung erworben. Vor Fahrtantritt verlangt der Gesetzgeber zusätzlich eine medizinisch-psychologische Eignungsuntersuchung, die unter anderem Sehvermögen, Reaktionsfähigkeit und allgemeine Fahreignung prüft; ob eine Vorerkrankung dem entgegensteht, entscheidet die untersuchende Stelle im Einzelfall, eine pauschale Aussage dazu lässt sich seriös nicht treffen. Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Persönlich wichtig sind Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit im Straßenverkehr und ein freundlicher, durchsetzungsfähiger Umgang mit Fahrgästen. Wer bereits einen Führerschein Klasse B oder Erfahrung im Fahrgewerbe mitbringt, etwa als Taxi- oder Lieferfahrer/in, bringt für den Quereinstieg oft gute Grundlagen mit, muss aber trotzdem die vollständige Eignungsuntersuchung und gegebenenfalls die Ausbildung beziehungsweise Grundqualifikation durchlaufen.

Wie lange dauert die Umschulung zum Busfahrer?

Die reguläre duale Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb dauert 3 Jahre. Als Umschulung wird sie nach § 180 Abs. 4 Satz 1 SGB III grundsätzlich um ein Drittel verkürzt:

AusbildungsformDauer
Reguläre duale Ausbildung3 Jahre
Umschulung (verkürzt)rund 2 Jahre

Vermittelt werden unter anderem Verkehrssicherheit, Fahrzeugtechnik, Kundenservice sowie die Vorbereitung auf die Fahrerlaubnis Klasse D. Neben diesem Ausbildungsweg gibt es für Personen, die bereits einen Führerschein Klasse D besitzen oder nur die Fahrerlaubnis plus die vorgeschriebene Grundqualifikation nach BKrFQG erwerben möchten, auch schnellere Wege über einzelne Fahrschulen und Verkehrsbetriebe - diese führen allerdings nicht zum anerkannten Ausbildungsabschluss Fachkraft im Fahrbetrieb und eignen sich eher für den direkten Einstieg bei einem Busunternehmen, das die praktische Einarbeitung selbst übernimmt. Auch diesen Weg, also Busführerschein Klasse D und beschleunigte Grundqualifikation, kann die Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein fördern, wenn Fahrschule und Maßnahme nach AZAV zugelassen sind; die Kosten für den Führerschein tragen Sie dann nicht selbst.

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Umschulung Busfahrer über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und sich zur Fachkraft im Fahrbetrieb umschulen lassen möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.

  1. Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Umschulung für die Eingliederung notwendig ist
  2. Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
  3. Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Bildungsträger oder für eine betriebliche Einzelumschulung in einem Betrieb mit entsprechender Ausbildungsberechtigung (dafür ist keine AZAV-Zulassung nötig) und die verkürzte 2-jährige Umschulung
  4. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
  5. Nach bestandener Zwischen- und Abschlussprüfung zahlt die Agentur eine Weiterbildungsprämie von 1.000 beziehungsweise 1.500 Euro (§ 87a SGB III), zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose; zur Zwischenprüfung werden Umschulende nur auf eigenen Antrag zugelassen (§ 48 Abs. 3 BBiG)

Die Prämien und das Weiterbildungsgeld gelten als privilegiertes Einkommen und werden nicht auf das Grundsicherungsgeld angerechnet. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit. Wer stattdessen nur die Fahrerlaubnis Klasse D und die Grundqualifikation ohne den vollständigen Ausbildungsabschluss anstrebt, sollte im Jobcenter-Gespräch klären, ob und in welchem Umfang eine Förderung in diesem Fall infrage kommt, weil dieser Weg keine geförderte Umschulung im engeren Sinne ist.

Gehalt und Aussichten als Busfahrer

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Fachkräfte im Fahrbetrieb einen Medianverdienst von 3.733 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Weil viele Verkehrsbetriebe händeringend Personal suchen, gelten die Jobaussichten nach der Umschulung als gut, besonders im öffentlichen Nahverkehr größerer Städte. Mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen, etwa für besondere Fahrzeugtypen oder Ausbildereignung, lassen sich Verantwortung und Verdienst weiter steigern. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste kommen bei vielen Verkehrsbetrieben zum Grundgehalt hinzu und wirken sich je nach Schichtplan spürbar auf das monatliche Nettoeinkommen aus.

Alternativen zur Umschulung Busfahrer

Wer sich eher für den Güterverkehr statt für die Personenbeförderung interessiert, findet mit der Umschulung zum Berufskraftfahrer einen verwandten Weg mit eigener Ausbildungsverordnung, der ebenfalls über den Bildungsgutschein förderfähig ist. Beide Berufe verlangen eine Fahrerlaubnis sowie eine Grundqualifikation nach BKrFQG, unterscheiden sich aber deutlich in Einsatzgebiet und Arbeitsalltag: Personenbeförderung im Linienverkehr gegenüber Gütertransport auf der Straße.

Häufige Fragen

Wie wird man Busfahrer?

Über die Umschulung zur Fachkraft im Fahrbetrieb (regulär 3, verkürzt rund 2 Jahre) oder schneller über Fahrerlaubnis Klasse D plus Grundqualifikation nach BKrFQG bei einer Fahrschule oder einem Verkehrsbetrieb.

Kann man als Quereinsteiger Busfahrer werden?

Ja. Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, nötig sind Mindestalter 17 Jahre, Führerschein Klasse B für den Ausbildungseinstieg sowie eine medizinisch-psychologische Eignungsuntersuchung.

Kann man ohne Ausbildung Busfahrer werden?

Teilweise: Manche Verkehrsbetriebe stellen auch mit Führerschein Klasse D und Grundqualifikation nach BKrFQG ohne den vollständigen Ausbildungsabschluss Fachkraft im Fahrbetrieb ein. Der anerkannte Berufsabschluss bietet dafür bessere Förder- und Aufstiegschancen.

Was verdient ein Busfahrer?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median für Fachkräfte im Fahrbetrieb bei 3.733 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stichtag 31.12.2025. Verkehrsbetrieb und Region beeinflussen die genaue Höhe.

Wie lange dauert die Umschulung zum Busfahrer?

Als verkürzte Umschulung zur Fachkraft im Fahrbetrieb rund 2 Jahre statt der regulären 3 Jahre, geregelt in § 180 Abs. 4 SGB III.

Zahlt das Jobcenter die Umschulung zum Busfahrer?

Nein. Das Jobcenter berät und stellt den Bedarf fest, den Bildungsgutschein stellt die Agentur für Arbeit aus. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht.

Quellen: BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 180, § 87a SGB III, Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG). Stand: September 2026

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