Umschulung pädagogische Fachkraft: Wege für Quereinsteiger

Umschulung pädagogische Fachkraft: Wege für Quereinsteiger
Anzeige

Eine einheitliche Umschulung zur pädagogischen Fachkraft gibt es nicht: Wer in einer Kita als Fachkraft zählt, regelt jedes Bundesland in seinem Kita-Gesetz. Für Quereinsteiger führen vor allem die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher (2 bis 4 Jahre in Vollzeit), die Kinderpflege bzw. sozialpädagogische Assistenz und landesrechtliche Qualifizierungen für den Quereinstieg in die Kita. Beziehen Sie Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld), kann die Agentur für Arbeit eine zugelassene Umschulung mit einem Bildungsgutschein fördern; erster Ansprechpartner ist Ihr Jobcenter.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Erzieher/in 2 bis 4 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit bis 6 Jahre; Kinderpflege bzw. sozialpädagogische Assistenz etwa 2 bis 3 Jahre; Landeswege mit Qualifizierung neben der Arbeit in der Kita.
  • Voraussetzungen: je nach Weg Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss, für die Erzieherausbildung meist zusätzlich eine Berufsausbildung oder mehrjährige Berufspraxis.
  • Abschluss: staatliche Prüfung (Erzieher/in, Kinderpfleger/in, Sozialassistent/in) oder ein Zertifikat, das nur im jeweiligen Land zum Einsatz in der Kita berechtigt.
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit für zugelassene Maßnahmen; bei Berufsabschlüssen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat bei Arbeitslosigkeit und bis zu 2.500 € Prämie.
  • Verdienst: Erzieher/in im Median 4.314 € brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Stand 2025).

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht eine pädagogische Fachkraft?

Pädagogische Fachkräfte bilden, erziehen und betreuen Kinder und Jugendliche. Sie beobachten die Entwicklung, planen Angebote zu Sprache, Bewegung und Kreativität und arbeiten eng mit Eltern zusammen. In der Kita tragen sie Verantwortung für eine Gruppe. Ergänzungskräfte oder Fachkräfte zur Mitarbeit unterstützen sie dabei, Assistenzkräfte übernehmen einfachere Aufgaben.

Typische Arbeitsorte:

Pädagogische Fachkraft als Quereinsteiger: Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen Sie brauchen, hängt vom Weg ab. Für die Erzieherausbildung an Fachschule, Fachakademie oder Berufskolleg ist laut BERUFENET in der Regel ein mittlerer Schulabschluss nötig, dazu eine abgeschlossene Ausbildung oder mehrjährige Berufspraxis. In Bayern genügt neben dem mittleren Schulabschluss zum Beispiel eine beliebige mindestens zweijährige Berufsausbildung, wenn Sie zusätzlich 200 Stunden Tätigkeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung nachweisen (§ 6 FakO). Für die Kinderpflege oder die sozialpädagogische Assistenz an der Berufsfachschule reicht meist ein Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss.

Fast überall verlangt werden ein erweitertes Führungszeugnis, der Nachweis über den Masernschutz und gute Deutschkenntnisse; die Landesprogramme für den Quereinstieg setzen oft Niveau B1 oder B2 voraus.

Wie lange dauert die Umschulung zur pädagogischen Fachkraft?

Die Dauer hängt davon ab, welche Anerkennung Sie am Ende brauchen:

WegDauerAbschluss und Anerkennung
Erzieher/in (Fachschule, Fachakademie, Berufskolleg)Vollzeit 2-4 Jahre, Teilzeit 2-6 Jahrestaatliche Prüfung; pädagogische Fachkraft in allen Ländern
Kinderpfleger/in bzw. sozialpädagogische/r Assistent/inetwa 2-3 Jahrestaatliche Prüfung; je nach Land Fachkraft oder Ergänzungskraft
Sozialassistent/inVollzeit 2 Jahrestaatliche Prüfung; häufig Zugang zur Erzieherausbildung
Landesprogramme für den Quereinstieg160 Unterrichtsstunden bis mehrere JahreZertifikat oder Zulassung im Einzelfall; gilt nur im jeweiligen Land

Von diesen Wegen zählt nur die Erzieherausbildung bundesweit als Fachkraft. Der gleiche Abschluss in der Kinderpflege dagegen macht Sie in Baden-Württemberg zur Fachkraft (§ 7 Abs. 2 Nr. 6 KiTaG), in Bayern zur Ergänzungskraft (§ 16 Abs. 4 AVBayKiBiG) und in Hessen zur Fachkraft zur Mitarbeit (§ 25b Abs. 3 HKJGB).

Pädagogische Weiterbildung für Quereinsteiger: Programme der Länder

Bayern: Seit 2022 gibt es eine modulare Weiterqualifizierung in drei Blöcken und fünf Modulen: Block A zur Assistenzkraft (mindestens 6 Monate), Block B zur Ergänzungskraft (mindestens 12 Monate) und Block C zur pädagogischen Fachkraft (mindestens 15 Monate). Für Block B müssen Sie mindestens 21 Jahre alt sein und 800 Stunden Praxis mit Kindern nachweisen, für Block C mindestens 25 Jahre und zwei Jahre Tätigkeit als Ergänzungskraft. Die Kurse finanzieren sich über Teilnahmegebühren.

Baden-Württemberg: Beim Direkteinstieg Kita erwerben Menschen mit Hauptschulabschluss und einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung in 23 Monaten den Abschluss in der sozialpädagogischen Assistenz, praxisintegriert und vergütet. Bestimmte Berufe wie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder Ergotherapeuten werden zur Fachkraft, wenn sie innerhalb von zwei Jahren 25 Tage Qualifizierung in Pädagogik der Kindheit und Entwicklungspsychologie absolvieren, auch berufsbegleitend, oder ein einjähriges betreutes Berufspraktikum (§ 7 Abs. 2 Nr. 10 KiTaG).

Hessen: Mit fachfremder Ausbildung auf DQR-Niveau 4 können Sie als Fachkraft zur Mitarbeit arbeiten, wenn Ihr Beruf zum Konzept der Kita passt, Sie Erfahrung mit Kindern haben, innerhalb von zwei Jahren 160 Unterrichtsstunden Weiterbildung im frühpädagogischen Bereich absolvieren und das Jugendamt zustimmt (§ 25b Abs. 3 Satz 1 Nr. 8 HKJGB). Das ist eine Einzelfallentscheidung: Bei einem Wechsel der Kita prüft das Jugendamt erneut.

Anzeige

Umschulung pädagogische Fachkraft über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Seit dem 1. Januar 2025 fördert die Agentur für Arbeit die berufliche Weiterbildung auch für Menschen, die Grundsicherungsgeld beziehen. Das Jobcenter bleibt Ihr Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung, den Bildungsgutschein stellt die Agentur für Arbeit aus. Die Förderung liegt meist im Ermessen der Agentur; wer noch keinen verwertbaren Berufsabschluss hat, hat unter den Voraussetzungen des § 81 Abs. 2 SGB III einen Anspruch auf Förderung des Abschlusses. So gehen Sie vor:

  1. Sprechen Sie mit Ihrer Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Klären Sie vorher, welcher Abschluss in Ihrem Land für die gewünschte Stelle anerkannt ist.
  2. Vor Beginn ist eine Beratung bei der Agentur für Arbeit Pflicht (§ 81 Abs. 1 SGB III). Sie prüft, ob die Weiterbildung für Ihre Eingliederung notwendig ist.
  3. Wählen Sie eine Schule oder einen Kurs mit AZAV-Zulassung. Für Landesprogramme wie die bayerischen Module gilt das nicht automatisch; fragen Sie beim Anbieter nach.
  4. Lösen Sie den Bildungsgutschein vor Beginn ein. Er gilt höchstens drei Monate.
  5. Während der Maßnahme erhalten Sie Ihr Grundsicherungsgeld weiter, solange Sie hilfebedürftig sind.

Führt die Weiterbildung zu einem Berufsabschluss mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer nach Landesrecht, etwa Erzieher/in oder Kinderpfleger/in, erhalten Arbeitslose zusätzlich 150 € Weiterbildungsgeld im Monat, im Grundsicherungsgeld auch neben einem Arbeitsverhältnis (§ 87a Abs. 3 SGB III). Nach bestandener Abschlussprüfung zahlt die Agentur 1.500 € Prämie. Bei der Erzieherweiterbildung gilt die bestandene fachtheoretische Prüfung laut Fachlichen Weisungen der BA als Zwischenprüfung, dafür gibt es 1.000 €. Prämie und Weiterbildungsgeld rechnet das Jobcenter nicht als Einkommen an. Für Zertifikatskurse wie die 160 Stunden in Hessen gibt es beides nicht.

Umschulungen in Ausbildungsberufen müssen grundsätzlich um ein Drittel kürzer sein als die reguläre Ausbildung. Lässt das Landesrecht keine Verkürzung zu, ist auch die volle Dauer förderfähig (§ 180 Abs. 4 SGB III). Ein Berufspraktikum oder Anerkennungsjahr nach der Schule gilt nicht als Weiterbildung (§ 180 Abs. 5 SGB III); es wird in der Regel vergütet.

Wichtig: Beginnen Sie eine schulische Ausbildung ohne Bildungsgutschein, entfällt das Grundsicherungsgeld bis auf Zuschüsse, wenn die Ausbildung dem Grunde nach mit BAföG förderfähig ist (§ 7 Abs. 5 SGB II), auch in der praxisintegrierten Form mit Vergütung (laut BERUFENET 1.491 € im ersten Jahr im öffentlichen Dienst). Ergänzend zahlt das Jobcenter nur, wenn Sie BAföG beziehen, beantragt haben oder es nur wegen Einkommen oder Vermögen nicht bekommen (§ 7 Abs. 6 SGB II). Ab 45 gibt es in der Regel kein BAföG. Für die Erzieherweiterbildung kommt auch Aufstiegs-BAföG in Frage.

Können Sie Ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, kommt die Deutsche Rentenversicherung als Kostenträger in Frage. Mehr unter Hilfen für Menschen mit Behinderung.

Pädagogische Fachkraft: Gehalt und Aussichten

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag 31.12.2025) verdienen Erzieher/innen in Vollzeit im Median 4.314 € brutto im Monat, ein Viertel liegt unter 3.842 €, ein Viertel über 4.848 €. Für Kinderpflege und Sozialassistenz taugt der Entgeltatlas nicht, er wertet nur ganze Berufsgattungen aus. Verlässlicher ist der Tarif im öffentlichen Dienst laut BERUFENET: Kinderpfleger/innen 3.421 bis 4.086 €, Sozialassistent/innen 3.187 bis 3.833 € brutto im Monat.

BERUFENET erwartet, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege bis 2040 zunimmt. Nach dem Abschluss können Sie sich als Fachwirt/in für Erziehungswesen zur Leitung weiterbilden oder mit Hochschulzugangsberechtigung Kindheitspädagogik studieren.

Alternativen zur Umschulung pädagogische Fachkraft

Häufige Fragen

Wie werde ich pädagogische Fachkraft als Quereinsteiger?

Der sicherste Weg ist die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher, die in allen Ländern als Fachkraft zählt. Mit Berufserfahrung und mittlerem Abschluss gelingt oft der Einstieg in Teilzeit oder praxisintegriert. Kürzere Landesprogramme gibt es etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, sie gelten aber nur dort.

Welche pädagogische Ausbildung gibt es für Quereinsteiger?

Staatlich geregelt sind die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher, zur Kinderpflegerin bzw. sozialpädagogischen Assistenz und zur Sozialassistenz. Alle enden mit einer staatlichen Prüfung. Viele Schulen bieten Teilzeit- oder praxisintegrierte Formen mit Vergütung an, die sich an Berufserfahrene richten.

Gibt es die Weiterbildung zur pädagogischen Fachkraft online?

Nicht rein online. Die staatlichen Ausbildungen verlangen Unterricht und Praxis in Einrichtungen. Die bayerischen Module kombinieren Online-Einheiten mit Präsenzphasen und Arbeit in der Kita. Ein reiner Online-Kurs mit Zertifikat macht Sie ohne Landesanerkennung nicht zur Fachkraft; prüfen Sie das vor der Anmeldung.

Was ist der Unterschied zwischen Erzieher und pädagogischer Fachkraft?

Erzieher/in ist ein konkreter Abschluss mit staatlicher Prüfung. Pädagogische Fachkraft ist der Oberbegriff aus den Kita-Gesetzen der Länder. Dazu zählen neben Erzieher/innen etwa Kindheitspädagog/innen und Heilpädagog/innen, je nach Land auch Kinderpfleger/innen oder Personen nach einer Landesqualifizierung.

Kann ich als Quereinsteiger ohne Ausbildung pädagogischer Mitarbeiter werden?

Als Assistenz- oder Hilfskraft ist ein Einstieg ohne pädagogischen Abschluss oft möglich, als Fachkraft zählen Sie erst mit anerkannter Qualifikation. In Bayern führt Block A der Weiterqualifizierung zur Assistenzkraft. In Hessen können Menschen mit fachfremder Ausbildung mit Zustimmung des Jugendamts als Fachkraft zur Mitarbeit arbeiten und 160 Stunden Weiterbildung nachholen.

Ist die Umschulung zur pädagogischen Fachkraft berufsbegleitend möglich?

Ja. Die Erzieherausbildung gibt es in Teilzeit mit bis zu sechs Jahren Dauer, dazu praxisintegrierte Modelle mit Vergütung. Die Programme in Bayern (ab Block B) und Hessen setzen eine Stelle in einer Kita voraus. Die Agentur für Arbeit fördert berufsbegleitende Formen nur, wenn die Maßnahme zugelassen ist.

Wird die Qualifizierung zur pädagogischen Fachkraft in allen Bundesländern anerkannt?

Von den Wegen für Quereinsteiger ist nur die Erzieherausbildung bundesweit als Fachkraft anerkannt. Abschlüsse der bayerischen Module gelten nur in Bayern, die Zulassung in Hessen sogar nur für die jeweilige Kita. Bei einem Umzug prüft das neue Land Ihre Qualifikation selbst, eine Anerkennung ist nicht garantiert.

Quellen: BERUFENET Erzieher/in, BERUFENET Sozialpädagogische/r Assistent/in / Kinderpfleger/in, BERUFENET Sozialassistent/in, Entgeltatlas der BA, § 16 AVBayKiBiG, § 6 FakO Bayern, Bayerisches Familienministerium und IFP: Gesamtkonzept Fachkräftegewinnung, Kultusministerium Baden-Württemberg: FAQ zum KiTaG, Agentur für Arbeit Stuttgart: Direkteinstieg Kita, Hessisches Sozialministerium: FAQ zum HKJGB (Stand 25.03.2026), SGB III §§ 81, 87a, 180, SGB II § 7, Aufstiegs-BAföG in sozialen Berufen, Fachliche Weisungen FbW der BA (Stand 01.01.2026). Stand: September 2026.

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...