Bestatter als Quereinsteiger: Umschulung zur Bestattungsfachkraft

Bestatter als Quereinsteiger: Umschulung zur Bestattungsfachkraft
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Eine Umschulung zum Bestatter führt zum anerkannten Abschluss Bestattungsfachkraft, dauert in Vollzeit in der Regel zwei statt drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung vor Handwerkskammer oder IHK. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Kosten über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit decken lassen. Als Quereinsteiger ohne Ausbildung arbeiten dürfen Sie in einem Bestattungsunternehmen auch, dann aber als Helfer ohne Berufsabschluss.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: 2 Jahre als geförderte Umschulung in Vollzeit, 3 Jahre als reguläre Ausbildung
  • Voraussetzungen: kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; ein Umschulungsplatz in einem Bestattungsunternehmen; psychische Stabilität und Einfühlungsvermögen
  • Abschluss: Bestattungsfachkraft, anerkannter Ausbildungsberuf; „Bestatter“ selbst ist keine geschützte Berufsbezeichnung
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, das Grundsicherungsgeld läuft weiter, dazu 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und bis zu 2.500 € Prämie
  • Verdienst: Median 3.434 € brutto im Monat für Fachkräfte im Bestattungswesen in Vollzeit (Entgeltatlas der BA)

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Was macht ein Bestatter? Aufgaben im Bestattungsunternehmen

Bestatter und Bestatterinnen betreuen Hinterbliebene nach einem Todesfall. Sie klären die Bestattungsart, übernehmen die Formalitäten und koordinieren alles bis zur Beisetzung. Laut Ausbildungsverordnung und BERUFENET gehören dazu:

Gearbeitet wird in Bestattungsinstituten, Krematorien, auf Friedhöfen und in Friedhofsverwaltungen. Laut BERUFENET kommen teils Bereitschaftsdienste hinzu.

Bestatter werden als Quereinsteiger: Voraussetzungen und Jobs ohne Ausbildung

Für die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Von den 348 Menschen, die 2024 begannen, hatten 48 Prozent einen mittleren Abschluss, 35 Prozent die Hochschulreife und 16 Prozent einen Hauptschulabschluss. BERUFENET nennt Einfühlungsvermögen im Umgang mit trauernden Angehörigen, psychische Stabilität beim Anblick Verstorbener, Sorgfalt und Kommunikationsfähigkeit. Ein Praktikum klärt die Eignung.

Bestatter-Jobs für Quereinsteiger gibt es auch ohne Ausbildung. In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit finden sich Stellen als Bestattungshelfer, meist in Vollzeit, teils in Teilzeit oder als Minijob, etwa für Überführungen oder als Sargträger. Die Agentur für Arbeit kann eine Umschulung fördern, wenn sie für Ihre Eingliederung notwendig ist, Sie vor Beginn beraten wurden und Maßnahme und Träger zugelassen sind. Ohne verwertbaren Berufsabschluss besteht bei Eignung sogar ein Rechtsanspruch (§ 81 Abs. 2 SGB III). Mit weniger als drei Jahren Berufstätigkeit gilt das nur ausnahmsweise; Als berufliche Tätigkeit zählen dabei auch Jobs ab 15 Wochenstunden, eine abgebrochene Ausbildung und die Arbeit im eigenen Haushalt mit mindestens zwei Personen.

Wie lange dauert die Umschulung zum Bestatter?

Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre (§ 2 BestAusbV). Eine geförderte Umschulung muss nach § 180 Abs. 4 SGB III grundsätzlich um ein Drittel kürzer sein und dauert deshalb meist zwei Jahre. Sie läuft dual im Bestattungsunternehmen, in der Berufsschule und, soweit der Betrieb Inhalte nicht selbst vermitteln kann, in überbetrieblichen Lehrgängen von bis zu fünf Wochen. Die Berufsschule besuchen Sie oft in länderübergreifenden Fachklassen, laut BERUFENET in Bad Kissingen oder Springe bei Hannover.

SchrittInhaltBedeutung für Sie
BeginnUmschulungsvertrag mit einem BestattungsunternehmenDer Bildungsgutschein muss vorher vorliegen
ZwischenprüfungWarenkundliche Aufgaben und grabtechnische Arbeiten, neun Stunden inklusive Fachgespräch1.000 € Weiterbildungsprämie; Teilnahme nur auf Antrag
AbschlussprüfungBestattungsdurchführung (14 Stunden, 50 Prozent), dazu schriftlich Geschäfts- und Verwaltungsvorgänge, Bestattungsorganisation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde1.500 € Weiterbildungsprämie und Berufsabschluss

Die Verordnung sieht eine Zwischenprüfung vor (§ 5 BestAusbV). Umschülerinnen und Umschüler werden aber nur auf eigenen Antrag zugelassen (§ 39 Abs. 3 HwO, § 48 Abs. 3 BBiG). Melden Sie sich deshalb früh an und klären Sie bei verkürzter Dauer den Termin mit der Kammer.

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Umschulung Bestatter über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Seit dem 1. Januar 2025 entscheidet die Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) auch für Menschen im Grundsicherungsgeld über die Förderung und stellt den Bildungsgutschein aus. Das Jobcenter bleibt Ihr Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung. So gehen Sie vor:

  1. Sprechen Sie Ihre Vermittlungsfachkraft im Jobcenter an (Arbeitsvermittlung) und bringen Sie Belege mit, etwa eine Praktikumsbescheinigung.
  2. Die Agentur für Arbeit führt die Weiterbildungsberatung durch und prüft die Voraussetzungen.
  3. Suchen Sie parallel ein Bestattungsunternehmen, das Sie umschult. Ohne eigene Zulassung des Betriebs begleitet ein zugelassener Träger die Umschulung; der Betrieb zeigt sie vor Beginn der Kammer an.
  4. Die Agentur stellt den Bildungsgutschein aus, der höchstens drei Monate gilt. Beginnen Sie erst, wenn Sie ihn haben (§ 81 Abs. 4 SGB III).
  5. Reichen Sie nach bestandener Zwischen- und Abschlussprüfung jeweils den Nachweis bei der Agentur ein.

Ihr Lebensunterhalt läuft über das Grundsicherungsgeld weiter, solange Sie hilfebedürftig sind. Arbeitslosengeld bei Weiterbildung gibt es nur bei einem zusätzlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Nach § 87a SGB III erhalten Arbeitslose 150 € Weiterbildungsgeld im Monat, dazu 1.000 € nach der Zwischenprüfung und 1.500 € nach der Abschlussprüfung. Beides wird nicht auf das Grundsicherungsgeld angerechnet.

Die Agentur übernimmt Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren und Fahrkosten. Für auswärtigen Blockunterricht kann sie Unterbringung (bis 420 € im Monat) und Verpflegung (bis 168 € im Monat) zahlen, für aufsichtsbedürftige Kinder 160 € je Kind und Monat. Zahlt der Betrieb eine Vergütung, zählt sie als Einkommen. Ein Beispiel der Agentur für Arbeit Mettmann: Eine 46-Jährige ohne Berufsabschluss, zuvor über 20 Jahre im Lebensmitteleinzelhandel, schloss 2025 als Angestellte eines Bestattungshauses eine zweijährige betriebliche Einzelumschulung ab, unterstützt von der Agentur.

Können Sie Ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, kann auch die Deutsche Rentenversicherung zuständig sein (siehe Menschen mit Behinderung).

Quereinsteiger Bestatter Gehalt und Aussichten

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen Fachkräfte im Bestattungswesen in Vollzeit im Median 3.434 € brutto im Monat. Ein Viertel liegt unter 2.881 €, ein Viertel über 4.169 € (Datenstand Entgeltatlas 2025).

Für Helfer im Bestattungswesen ohne Abschluss nennt der Entgeltatlas einen Median von 3.163 € brutto in Vollzeit. Die Untergrenze ist der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 € je Stunde, ab 2027 14,60 €. Bei 40 Wochenstunden sind das rund 2.400 € brutto im Monat.

BERUFENET erwartet bis 2040 zwar weniger Erwerbstätige im Bestattungswesen, aber auch weniger Nachwuchs als Abgänge. Arbeitgeber brauchten 2023 überdurchschnittlich lange, um eine Stelle zu besetzen, und die Suchdauer soll weiter steigen. Als Aufstieg nennt BERUFENET den Bestattermeister (Bestattermeisterverordnung), zugelassen wird mit bestandener Abschlussprüfung (§ 51a Abs. 5 HwO). Selbstständig machen können Sie sich auch ohne Meister: Bestatter ist ein zulassungsfreies Handwerk (Anlage B Abschnitt 1 Nr. 55 HwO), der Betrieb wird bei der Handwerkskammer angezeigt (§ 18 HwO).

Alternativen zur Umschulung Bestatter: Weiterbildung und verwandte Berufe

Wer schon in der Bestattungsbranche arbeitet, kann die Weiterbildungsprüfung zum Geprüften Bestatter ablegen. Sie ist Sache der einzelnen Handwerkskammer; in der Regel verlangt sie einen einschlägigen Abschluss oder eine Ausbildung als Tischler oder Kaufmann für Büromanagement plus zwei Jahre Praxis. Vorbereitungslehrgänge dauern berufsbegleitend drei bis sieben Monate, Pflicht sind sie nicht. Wer Menschen am Lebensende begleiten möchte, findet Ansätze in der Palliativbegleitung, handwerklich naheliegend sind die Umschulung zum Tischler und die Umschulung zum Gärtner mit Friedhofsgärtnerei, gestalterisch die Umschulung zur Floristin. Weitere Berufe zeigt die Übersicht der Umschulungsberufe.

Häufige Fragen

Kann man als Bestatter ohne Ausbildung arbeiten?

Ja. Die Bezeichnung Bestatter ist nicht geschützt, und viele Betriebe stellen Helfer für Überführungen, Trauerfeiern oder als Sargträger ein. Einen Berufsabschluss haben Sie damit nicht. Nach viereinhalb Jahren Tätigkeit im Beruf, dem Eineinhalbfachen der Ausbildungsdauer, können Sie als Externe oder Externer zur Abschlussprüfung zugelassen werden (§ 37 Abs. 2 HwO).

Was ist der Unterschied zwischen Bestatter und Bestattungsfachkraft?

Bestattungsfachkraft ist der anerkannte Ausbildungsberuf mit Abschlussprüfung. Bestatter ist die Alltagsbezeichnung, die jeder führen darf. Daneben gibt es den Geprüften Bestatter als Weiterbildungsprüfung einzelner Handwerkskammern und den Bestattermeister als Aufstiegsfortbildung mit bundesweiter Verordnung.

Kann man die Umschulung zum Bestatter berufsbegleitend oder per Fernstudium machen?

Nein. Die Umschulung zur Bestattungsfachkraft ist dual und findet im Betrieb, in der Berufsschule und in überbetrieblichen Lehrgängen statt. Ein Fernstudium führt nicht zum Abschluss. Neben dem Job führt die Externenprüfung nach viereinhalb Jahren im Beruf zum Abschluss (§ 37 Abs. 2 HwO); die Ausbildung geht auch in Teilzeit (§ 27b HwO).

Was verdient man als Bestatter Quereinsteiger netto?

Helfer im Bestattungswesen verdienen laut Entgeltatlas im Median 3.163 € brutto in Vollzeit, Fachkräfte 3.434 €. Die Untergrenze ist der Mindestlohn, rund 2.400 € im Monat bei 40 Stunden. Wie viel netto bleibt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenkasse ab.

Wie viel verdient man während der Umschulung zum Bestatter?

Ob der Betrieb eine Vergütung zahlt, regelt der Umschulungsvertrag; sie zählt als Einkommen. Sonst sichert das Grundsicherungsgeld den Lebensunterhalt, dazu kommen 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für eine reguläre Ausbildung nennt BERUFENET beispielhaft 750 € im ersten und 1.021 € im dritten Jahr im Bestattungsgewerbe, im öffentlichen Dienst 1.368 € bis 1.464 €.

Kann man mit 50 noch Bestatter werden?

Ja, § 81 SGB III kennt keine Altersgrenze. Entscheidend sind die Notwendigkeit für Ihre Eingliederung und ein Betrieb, der Sie ausbildet. Sargtragen und Grabarbeiten sind körperlich fordernd; ein Praktikum zeigt, ob Sie das auf Dauer leisten können.

Brauche ich einen Meister, um ein Bestattungsunternehmen zu gründen?

Nein. Bestatter ist ein zulassungsfreies Handwerk, ein Meisterbrief ist keine Pflicht. Sie melden das Gewerbe an und zeigen den Betrieb der Handwerkskammer an (§ 18 HwO). Für den Umgang mit Verstorbenen gelten zusätzlich die Bestattungsgesetze der Länder.

Quellen: BestAusbV (Verordnung über die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft), Handwerksordnung (§§ 18, 27b, 37, 39, 51a, Anlage B), BBiG (§ 48), Bestattermeisterverordnung, SGB III (§§ 81, 83-87a, 180), Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung, BERUFENET Bestattungsfachkraft, BERUFENET Bestatter/in (Weiterbildung), BERUFENET Bestattermeister/in, Entgeltatlas der BA, Agentur für Arbeit Mettmann, Presseinfo 37/2026, BA-Merkblatt 6 Weiterbildung (Januar 2026). Stand: September 2026

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