Pflegehelfer als Quereinsteiger: Umschulung, Dauer und Förderung

Pflegehelfer oder Pflegehelferin werden Sie derzeit über eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung, die in Vollzeit je nach Bundesland ein bis zwei Jahre dauert. Ab dem 1. Januar 2027 löst sie die bundesweit einheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz mit 18 Monaten ab. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit bezahlen lassen; Kurse von rund drei Monaten führen dagegen nicht zu einem staatlichen Abschluss.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: nach Landesrecht 1-2 Jahre in Vollzeit, 1,5-4 Jahre in Teilzeit; Pflegefachassistenz ab 2027: 18 Monate, in Teilzeit höchstens 36 Monate
- Voraussetzungen: in der Regel Hauptschulabschluss, gesundheitliche Eignung, für Krankenhauseinsätze Masernschutz, je nach Land Führungszeugnis; einige Länder lassen auch ohne Schulabschluss zu
- Abschluss: staatliche Prüfung, je nach Land etwa staatlich anerkannte/r Altenpflegehelfer/-in, Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/-in oder Pflegeassistent/-in; ab 2027 Pflegefachassistent/-in
- Förderung: Übernahme der Kosten für zugelassene Angebote, das Grundsicherungsgeld läuft weiter; Weiterbildungsprämie nur bei zweijähriger Ausbildung
- Verdienst: Median 3.335 € (Altenpflegehelfer) bis 3.596 € (Gesundheits- und Krankenpflegehelfer) brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Datenstand 2025)
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
- Deutschlands größte Fernschule
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Über 200 Fernkurse im Angebot
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Was macht ein Pflegehelfer oder eine Pflegehelferin?
Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Grundpflege und Betreuung alter, kranker oder behinderter Menschen. Laut BERUFENET gehört dazu:
- bei Körperpflege, Ankleiden und Essen helfen
- Pflegebedürftige lagern, umbetten und beim Aufstehen unterstützen
- Vitalwerte wie Puls, Temperatur und Blutdruck messen
- unter Anleitung bei der Arzneimittelgabe mitwirken
- für Sauberkeit und Hygiene sorgen, Betten richten und Pflegemaßnahmen dokumentieren
- im Alltag begleiten, etwa zu Arztterminen oder bei Freizeitangeboten
Gearbeitet wird in Alten- und Pflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten, im Krankenhaus, in Hospizen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, meist im Schichtdienst. Die neue Pflegefachassistenz lernt zusätzlich, ärztlich angeordnete Maßnahmen eigenständig durchzuführen, wenn sie ihr übertragen wurden.
Pflegehelfer als Quereinsteiger: Voraussetzungen für die Umschulung
Vorerfahrung in der Pflege brauchen Sie nicht. Verlangt werden in der Regel ein Hauptschulabschluss, ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung und für Krankenhauseinsätze der Nachweis über den Masernschutz (Jahrgang ab 1971). Die Details regelt jedes Bundesland, Beispiele laut BERUFENET:
- Hamburg und Hessen: Altenpflegehilfe auch ohne Schulabschluss, in Hessen auf Antrag; Hessen verlangt ein Führungszeugnis.
- Bayern: Mittelschulabschluss oder abgeschlossene Berufsausbildung, alternativ zwei Jahre Vollzeit als ungelernte Pflegehilfskraft; dazu Führungszeugnis und Mindestalter 17.
- Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: Sie brauchen einen Ausbildungsvertrag mit einer Pflegeeinrichtung, bewerben sich also zuerst beim Betrieb.
Für die Pflegefachassistenz ab 2027 genügt ein Hauptschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung; ohne Schulabschluss ist die Zulassung möglich, wenn die Pflegeschule einen erfolgreichen Abschluss erwartet. Dazu kommen ausreichende Deutschkenntnisse. Wichtig ist die persönliche Eignung: körperliche Belastbarkeit, psychische Stabilität bei schwer kranken und sterbenden Menschen, Einfühlungsvermögen und Sorgfalt. Ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung zeigt Ihnen, ob der Alltag passt.
Wie lange dauert die Umschulung zum Pflegehelfer: 3 Monate oder 1 Jahr?
Nur die staatlich geregelten Wege führen zu einem Berufsabschluss:
| Weg | Dauer | Ergebnis |
|---|---|---|
| Lehrgang Pflegehilfskraft / Pflegebasiskurs | wenige Wochen bis etwa 3 Monate | Zertifikat des Bildungsträgers, kein staatlicher Abschluss |
| Betreuungskraft nach § 53b SGB XI | 40 Std. Orientierungspraktikum, 160 Unterrichtsstunden, 2 Wochen Praktikum | Betreuung und Aktivierung, keine Pflege |
| Pflegehelfer/-assistenz nach Landesrecht | 1-2 Jahre Vollzeit | staatliche Abschlussprüfung |
| Pflegefachassistenz (ab 1.1.2027) | 18 Monate Vollzeit, Teilzeit bis 36 Monate | bundesweit einheitlicher Abschluss, mit Vergütung |
Inhalt und Umfang der Kurse von rund drei Monaten legt jeder Anbieter selbst fest; ein verbreiteter Kurs eines Wohlfahrtsverbands umfasst 104 Unterrichtseinheiten, 120 Einheiten Praktikum und 16 Einheiten Prüfung. Diese Qualifizierung ist nicht staatlich anerkannt, für eine Stelle als Pflegehilfskraft aber auch nicht vorgeschrieben: Hilfskräfte werden laut BERUFENET am Arbeitsplatz eingewiesen. Stationäre Pflegeheime planen Hilfskräfte ohne Ausbildung und solche mit mindestens einjähriger Helfer- oder Assistenzausbildung allerdings getrennt ein (§ 113c SGB XI). Betreuungskräfte dürfen weder regelmäßig noch planmäßig körperbezogene Pflege übernehmen, Behandlungspflege bleibt Pflegekräften vorbehalten.
Die landesrechtliche Ausbildung dauert etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen ein Jahr, in Mecklenburg-Vorpommern anderthalb, in Hamburg, Sachsen und Niedersachsen (Pflegeassistenz, in der Regel) zwei Jahre. Das Pflegefachassistenzgesetz vom 28. Oktober 2025 ersetzt ab dem 1. Januar 2027 diese Helfer- und Assistenzausbildungen. Sie ist generalistisch, mit Pflichteinsätzen in stationärer und ambulanter Langzeitpflege sowie im Krankenhaus. Auf Antrag kann die Behörde mindestens 18 Monate Vollzeitpraxis in der Pflege, die höchstens 36 Monate zurückliegt, mit bis zu sechs Monaten anrechnen; nach 36 Monaten Praxis und positiver Prognose der Schule bleibt ein Vorbereitungskurs von 320 Stunden ohne Vergütung (§ 11 PflFAssG). Wer eine Landesausbildung bis Ende 2026 beginnt, kann sie bis Ende 2029 abschließen; Länder dürfen Neustarts bis Ende 2027 zulassen (§ 52 PflFAssG).
Umschulung Pflegehelfer über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld
Seit dem 1. Januar 2025 stellt die Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) den Bildungsgutschein auch für Menschen im Grundsicherungsgeld aus; das Jobcenter bleibt Ihr Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung. Gefördert wird nach § 81 SGB III, wenn die Weiterbildung für Ihre Eingliederung notwendig ist, Sie vorher beraten wurden und Angebot und Bildungsträger zugelassen sind. Haben Sie keinen Berufsabschluss mit mindestens zweijähriger Ausbildungsdauer oder können Sie Ihren Beruf nach über vier Jahren an- oder ungelernter Arbeit voraussichtlich nicht mehr ausüben, haben Sie auf die Förderung eines nachträglichen Berufsabschlusses einen Rechtsanspruch (§ 81 Abs. 2), sofern Sie geeignet sind, voraussichtlich bestehen und Ihre Chancen steigen. Wer ohne Abschluss noch keine drei Jahre berufstätig war, wird nur gefördert, wenn eine reguläre Ausbildung aus persönlichen Gründen nicht möglich oder zumutbar ist oder das Ziel ein Engpassberuf ist. So gehen Sie vor:
- Sprechen Sie Ihre Vermittlungsfachkraft im Jobcenter an (Arbeitsvermittlung); ein Praktikum oder die Zusage einer Einrichtung hilft.
- Die Agentur berät Sie und prüft Ihre Eignung.
- Suchen Sie eine zugelassene Pflegeschule oder einen Lehrgang in der Weiterbildungssuche mein NOW und klären Sie, wer die Praxiseinsätze stellt.
- Die Agentur stellt den Bildungsgutschein aus, gültig höchstens drei Monate. Der Träger legt ihn vor Beginn vor, danach folgt die Bewilligung.
- Melden Sie dem Jobcenter eine Ausbildungsvergütung, sobald sie feststeht.
Während der Umschulung läuft Ihr Grundsicherungsgeld weiter, solange Sie hilfebedürftig sind; eine Vergütung wird als Einkommen angerechnet. Übernommen werden Lehrgangs- und Prüfungskosten und Fahrkosten; möglich sind außerdem 160 € je aufsichtsbedürftigem Kind und bei auswärtiger Unterbringung bis 420 € für Unterkunft und bis 168 € für Verpflegung im Monat. Lässt das Landes- oder Bundesrecht keine Verkürzung zu, ist auch die volle Dauer förderfähig (§ 180 Abs. 4 SGB III). Die Weiterbildungsprämie von 1.500 € nach der Abschlussprüfung und für Arbeitslose 150 € Weiterbildungsgeld im Monat gibt es nur bei Ausbildungen von mindestens zwei Jahren, etwa der zweijährigen Pflegeassistenz in Hamburg oder Niedersachsen, nicht bei einjährigen Ausbildungen und nicht bei der 18-monatigen Pflegefachassistenz.
Beginnen Sie eine schulische Ausbildung ohne Bildungsgutschein und ist sie dem Grunde nach mit BAföG förderfähig, entfällt das Grundsicherungsgeld meist bis auf Zuschüsse (§ 7 Abs. 5 SGB II); Ausnahmen, etwa bei Schüler-BAföG, regelt Abs. 6. Können Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, kann die Deutsche Rentenversicherung zuständig sein (siehe Menschen mit Behinderung).
Pflegehelfer Gehalt und Jobs für Quereinsteiger
Laut Entgeltatlas der BA verdienen Altenpflegehelfer in Vollzeit im Median 3.335 € brutto im Monat, ein Viertel unter 2.989 €, ein Viertel über 3.731 €. Gesundheits- und Krankenpflegehelfer kommen auf 3.596 €, bei Quartilen von 3.184 € und 4.202 €. Für Hilfskräfte ohne Ausbildung in der Altenpflege nennt BERUFENET nach TVöD 2.907 € bis 3.422 € Grundvergütung. Auszubildende in der Pflegefachassistenz erhalten nach TVAöD-Pflege 1.491 € im ersten und 1.552 € im zweiten Jahr.
BERUFENET erwartet in der Altenpflege bis 2040 mehr Erwerbstätige. Aufsteigen können Sie zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann: Eine Helfer- oder Assistenzausbildung nach den bundesweiten Mindeststandards wird auf Antrag mit einem Drittel angerechnet (§ 12 Abs. 2 PflBG), die drei Jahre verkürzen sich so auf zwei. Ab 2027 gilt das für die Pflegefachassistenz.
Alternativen zur Umschulung Pflegehelfer
Direkt zur Fachkraft führt die Umschulung zur Pflegefachkraft, mehr zur Altenpflege lesen Sie unter Umschulung Altenpflege. Ohne Körperpflege arbeiten Sie als Betreuungskraft oder Alltagsbegleiter, Sterbende begleitet die Palliativbegleitung. Verwandt sind außerdem Heilerziehungspflege und Sozialassistenz. Näher an der Medizin liegen Rettungssanitäter und Medizinische Fachangestellte. Alle Berufe finden Sie in der Übersicht der Umschulungen.
Verwandte Ratgeber
Häufige Fragen
Kann man ungelernt als Pflegehelfer arbeiten?
Ja. Für Hilfstätigkeiten in Pflegeheim, Krankenhaus oder ambulantem Dienst ist keine Ausbildung vorgeschrieben, Sie werden am Arbeitsplatz eingewiesen. Pflegeheime planen Kräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung aber gesondert ein (§ 113c SGB XI). Berufserfahrung zahlt sich später aus: Sie kann die Pflegefachassistenz auf Antrag verkürzen, in Bayern öffnet sie ohne Schulabschluss den Weg zur Pflegefachhelferausbildung.
Kann man die Pflegehelfer-Ausbildung berufsbegleitend oder in Teilzeit machen?
Ja, die meisten Länder erlauben Teilzeit. Die einjährige Ausbildung dauert dann je nach Land bis zu zwei oder drei Jahre, in Bayern zwei, in der Altenpflegehilfe in Brandenburg, Hessen und Rheinland-Pfalz höchstens drei. Die Pflegefachassistenz dauert in Teilzeit höchstens 36 Monate. Die Praxiseinsätze müssen Sie in Einrichtungen leisten, reiner Fernunterricht ist nicht möglich.
Was schreibe ich ins Bewerbungsschreiben als Pflegehelfer-Quereinsteiger?
Erklären Sie, warum Sie in die Pflege wechseln, und belegen Sie es: ein Praktikum, die Pflege von Angehörigen, ein Ehrenamt oder Erfahrung mit Kunden und Teams aus dem bisherigen Beruf. Nennen Sie Ihre Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddienst, den Starttermin, Masernschutz und Führungszeugnis sowie einen geplanten oder laufenden Kurs.
Was kostet eine Umschulung zum Pflegehelfer?
Ob für die landesrechtliche Ausbildung Schulgeld anfällt, hängt von Land und Schule ab. Kurzkurse haben eigene Preise, die der Anbieter festlegt. In der Pflegefachassistenz darf ab 2027 kein Schulgeld verlangt werden (§ 22 PflFAssG). Mit Bildungsgutschein zahlt die Agentur die Lehrgangskosten.
Was ändert sich für ungelernte Pflegehelfer ab 2027?
Ihre Arbeit als Hilfskraft bleibt erlaubt. Neu ist ab 1. Januar 2027 die bundesweite Pflegefachassistenz mit Vergütung, die auch ohne Schulabschluss offensteht, wenn die Pflegeschule den Erfolg erwartet. Mindestens 18 Monate Vollzeitpraxis in der Pflege können auf Antrag bis zu sechs Monate ersetzen, drei Jahre Praxis fast die ganze Ausbildung (Vorbereitungskurs von 320 Stunden, ohne Vergütung).
Kann man mit 40 oder 50 noch Pflegehelfer werden?
Ja. Ein Höchstalter sehen die Zugangsregeln der Länder in BERUFENET nicht vor, und Lebenserfahrung hilft im Umgang mit Pflegebedürftigen. Ab 45 gibt es in der Regel kein BAföG mehr, die Förderung durch die Agentur bleibt möglich.
Quellen: BERUFENET Altenpflegehelfer/in, BERUFENET Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in, BERUFENET Pflegeassistent/in, BERUFENET Pflegefachassistent/in, BERUFENET Helfer/in Altenpflege, Entgeltatlas der BA, Pflegefachassistenzgesetz (BGBl. 2025 I Nr. 259), PflFAssAPrV (BGBl. 2026 I Nr. 166), BMBFSFJ, Oktober 2025, § 12 PflBG, § 113c SGB XI, Betreuungskräfte-Richtlinie nach § 53b SGB XI, SGB III (§§ 81, 83-87a, 180), § 7 SGB II, § 20 IfSG, DRK: Kurs Pflegeausbildung, Weiterbildungssuche der BA (mein NOW), Jobbörse der BA, BA-Merkblatt 6 Weiterbildung (Januar 2026). Stand: September 2026