Umschulung Altenpflege: Als Quereinsteiger zur Pflegefachkraft

Eine eigenständige Ausbildung zum Altenpfleger oder zur Altenpflegerin gibt es seit 2020 nicht mehr: Der Weg in die Altenpflege führt heute über die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann. Sie dauert drei Jahre, lässt sich im dritten Jahr auf Altenpflege vertiefen und ist für Grundsicherungsgeld-Beziehende in voller Länge über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig.
Auf dieser Seite finden Sie die Voraussetzungen für den Quereinstieg, den Ablauf der dreijährigen Ausbildung und den genauen Weg über das Jobcenter zur Förderung. Wer sich unsicher ist, ob die Pflege der richtige Berufsweg ist, findet hier außerdem Hinweise zu kürzeren Alternativen und zu den realistischen Verdienstmöglichkeiten nach der abgeschlossenen Ausbildung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: 3 Jahre Vollzeit an der Pflegeschule und in Einrichtungen (Pflegeberufegesetz); die frühere eigenständige Altenpflegeausbildung ist seit 2020 in der generalistischen Pflegeausbildung aufgegangen.
- Voraussetzungen: Meist mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit einschlägiger Berufsausbildung bzw. Pflegeerfahrung; gesundheitliche Eignung und ein einwandfreies Führungszeugnis werden verlangt.
- Abschluss: Staatliche Prüfung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau; kein Ausbildungsberuf nach BBiG, daher Weiterbildungsprämie nach Paragraf 87a SGB III möglich, weil die Ausbildungsdauer gesetzlich auf mindestens zwei Jahre festgelegt ist.
- Förderung: Volle Dauer über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig, da bundesweit einheitlich geregelter Gesundheitsfachberuf; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter.
- Verdienst: Median 4.587 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025).
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
- Deutschlands größte Fernschule
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Über 200 Fernkurse im Angebot
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Was macht eine Pflegefachkraft in der Altenpflege?
Pflegefachkräfte mit Vertiefung Altenpflege begleiten ältere und pflegebedürftige Menschen im Alltag und in gesundheitlichen Krisen. Sie arbeiten in Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Krankenhäusern und Hospizen. Zu den Aufgaben gehören:
- Grundpflege: Körperpflege, Ernährung, Mobilisation
- Medizinisch delegierte Aufgaben wie Medikamentengabe und Wundversorgung
- Beobachtung des Gesundheitszustands und Dokumentation
- Unterstützung bei Alltag, Freizeit und sozialer Teilhabe
- Beratung und Anleitung von Angehörigen
- Zusammenarbeit mit Ärzten und Therapeuten
Nach der dreijährigen Ausbildung entscheiden sich viele Pflegefachkräfte für die Arbeit in der stationären Altenpflege, andere wechseln in ambulante Dienste oder ins Krankenhaus. Die generalistische Ausbildung ermöglicht diesen Wechsel, weil der Abschluss in allen Pflegebereichen anerkannt ist. Typische Arbeitsorte sind Altenpflegeheime, ambulante Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen, Krankenhäuser mit geriatrischen Stationen und Hospize. Je nach Einrichtung unterscheiden sich Schichtmodelle und Teamgröße spürbar, die pflegerischen Grundaufgaben bleiben aber ähnlich.
Voraussetzungen für den Quereinstieg in die Altenpflege
Für die Ausbildung reicht meist ein mittlerer Schulabschluss. Auch mit Hauptschulabschluss ist der Zugang möglich, wenn eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine Erlaubnis zur Ausübung der Tätigkeit als Pflegeassistenz vorliegt. Bewerberinnen und Bewerber müssen gesundheitlich für die Pflege geeignet sein und ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen. Vorerfahrung in der Pflege ist keine Pflicht, hilft aber bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Wer bereits als Pflegehelferin oder Pflegehelfer gearbeitet hat, kann Praxiszeiten teilweise anrechnen lassen, das entscheidet die Pflegeschule im Einzelfall.
Umschulung zur Pflegefachkraft: Ablauf und Dauer
Die generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre und gliedert sich in einen gemeinsamen Kern und eine spätere Vertiefung. Als Umschulung für Grundsicherungsgeld-Beziehende ist die volle Dauer förderfähig, weil sich die Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz bundesweit nicht verkürzen lässt.
| Ausbildungsjahr | Inhalt |
|---|---|
| 1. und 2. Jahr | Gemeinsame generalistische Basisausbildung in Theorie und Praxis |
| 3. Jahr | Vertiefungseinsatz wählbar, z. B. Altenpflege, Kinderkrankenpflege oder Krankenpflege |
| Abschluss | Staatliche Prüfung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau, bei Vertiefung mit Zusatzbezeichnung |
Förderung mit Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld)
Wer Grundsicherungsgeld bezieht und in die Altenpflege wechseln möchte, bespricht das zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, das Jobcenter bleibt Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung.
- Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit vor Ausbildungsbeginn (Pflicht nach Paragraf 81 Abs. 4 SGB III)
- Zusicherung des Bildungsgutscheins, gültig für höchstens drei Monate
- Bewilligung, sobald die Pflegeschule feststeht
- Während der Ausbildung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
- Zusätzlich zahlt die Ausbildungsstätte in der Regel eine Ausbildungsvergütung, die als Einkommen angerechnet wird
Die Pflegefachausbildung ist nach dem Pflegeberufegesetz geregelt, nicht nach BBiG oder HwO; nach § 87a SGB III gibt es trotzdem die Weiterbildungsprämie, weil die Norm nur eine bundes- oder landesrechtlich festgelegte Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren verlangt: 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung, 1.000 Euro für eine Zwischenprüfung nur, wo die Vorschriften eine solche vorsehen. Dafür ist die gesamte dreijährige Dauer förderfähig, ohne die sonst übliche Verkürzung um ein Drittel, wie sie bei klassischen dualen Ausbildungsberufen üblich ist. Wichtig für die Planung: Vor Beginn müssen Beratung und Bildungsgutschein vorliegen, ein nachträglicher Antrag nach Ausbildungsstart ist nicht möglich.
Verdienst und Aussichten
Der Median für Pflegefachkräfte liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 4.587 Euro brutto im Monat in Vollzeit auf Fachkraftniveau. Wegen des anhaltenden Fachkräftemangels in der Pflege sind die Übernahmechancen nach der Ausbildung bundesweit sehr gut, viele Einrichtungen bieten zudem Zulagen für Wechselschicht oder besondere Qualifikationen. Mit Berufserfahrung stehen anschließend Fortbildungen offen, etwa zur Praxisanleitung oder zur Wohnbereichsleitung, die zusätzliche Verantwortung und meist auch ein höheres Gehalt bedeuten.
Alternativen zur Umschulung in die Altenpflege
Wer keine dreijährige Ausbildung anstrebt, findet mit der einjährigen Pflegehelfer-Ausbildung einen kürzeren Einstieg, siehe Umschulung Pflegehelfer. Für Menschen mit Interesse an Menschen mit Behinderung passt oft eher Umschulung Heilerziehungspfleger. Wer lieber im Krankenhaus statt im Heim arbeiten möchte, informiert sich unter Umschulung Krankenpfleger, der gleichen generalistischen Ausbildung mit anderem Schwerpunkt. Eine kürzere Alternative ohne Ausbildungsabschluss ist die Tätigkeit als Betreuungskraft, die sich auf Alltagsbegleitung statt Grundpflege konzentriert. Allgemeine Informationen zur Förderung während einer Umschulung gibt die Seite Geldleistungen.
Verwandte Ratgeber
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Umschulung zum Altenpfleger?
Die generalistische Pflegeausbildung, die auch zur Altenpflege führt, dauert drei Jahre in Vollzeit. Eine Verkürzung wie bei klassischen Ausbildungsberufen ist hier nicht vorgesehen, dafür ist die volle Dauer über den Bildungsgutschein förderfähig.
Ist man mit 40 zu alt für eine Umschulung in die Pflege?
Nein, eine Altersgrenze gibt es nicht. Entscheidend sind gesundheitliche Eignung und die Bereitschaft, drei Jahre Theorie und Praxis zu durchlaufen. Viele Pflegeschulen und Einrichtungen suchen gezielt erfahrene Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger.
Was verdient man als Altenpfleger nach dem Quereinstieg?
Nach der Ausbildung liegt der Verdienst auf Fachkraftniveau im Median bei 4.587 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA). Zuschläge für Schicht- und Wochenenddienst kommen in vielen Einrichtungen hinzu.
Kann man als Quereinsteiger in die Altenpflege wechseln?
Ja, über die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann mit Bildungsgutschein. Vorkenntnisse in der Pflege sind hilfreich, aber keine Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung.
Wird die Umschulung in die Altenpflege vom Jobcenter angerechnet?
Das Jobcenter rechnet die Ausbildungszeit nicht negativ an, sondern begleitet den Weg zur Förderung. Den Bildungsgutschein stellt die Agentur für Arbeit aus, das Grundsicherungsgeld läuft während der Ausbildung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht.
Welches Gehalt ist während der Umschulung möglich?
Während der Ausbildung zahlt die Pflegeschule beziehungsweise der Praxispartner eine Ausbildungsvergütung. Sie wird auf das Grundsicherungsgeld angerechnet, kann die Hilfebedürftigkeit aber in der Regel nicht vollständig beenden.
Welche Voraussetzungen brauchen Sie für die Umschulung in die Pflege?
Gefragt sind ein mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit einschlägiger Berufsausbildung, gesundheitliche Eignung und ein einwandfreies Führungszeugnis. Eine bestimmte Vorerfahrung in der Pflege verlangt das Gesetz nicht.
Was passiert nach der Umschulung zur Pflegefachkraft?
Nach der bestandenen Prüfung arbeiten Sie als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, wahlweise mit Vertiefung Altenpflege. Der Abschluss gilt bundesweit einheitlich und öffnet auch Türen in Krankenhäusern und ambulanten Diensten.
Gibt es die Umschulung Altenpflege in Teilzeit?
Manche Pflegeschulen bieten die Ausbildung in Teilzeit an, dann verlängert sich die Dauer entsprechend über die drei Jahre hinaus. Fragen Sie vor der Anmeldung gezielt nach Teilzeitmodellen, da nicht jede Schule sie anbietet.
Quellen: BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/132173), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/132173), Pflegeberufegesetz (gesetze-im-internet.de/pflbg/). Stand: September 2026