Umschulung Mechatroniker: Dauer, Ablauf und Förderung

Die Umschulung zum Mechatroniker oder zur Mechatronikerin dauert verkürzt rund zwei Jahre und vier Monate statt regulär dreieinhalb Jahre und endet mit der IHK- oder HWK-Prüfung in Industrie oder Handwerk. Grundsicherungsgeld-Beziehende können die Kosten über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren lassen, nachdem sie den Bedarf mit dem Jobcenter besprochen haben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Regulär 3,5 Jahre, als Umschulung um ein Drittel verkürzt auf rund 2 Jahre 4 Monate (Paragraf 180 Absatz 4 SGB III)
- Voraussetzungen: kein Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben, teils Mindestalter 16 Jahre, Betriebe erwarten meist mittleren Bildungsabschluss und technisches Verständnis
- Abschluss: IHK/HWK-Prüfung zum Mechatroniker/zur Mechatronikerin nach der Ausbildungsverordnung (MechatronikerAusbV), anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk
- Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit für die verkürzte Umschulung, Weiterbildungsprämie 1.000/1.500 Euro möglich, NIE zahlt das Jobcenter selbst die Umschulung
- Verdienst: Median 4.105 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau der Berufsgattung 26112, Stichtag 31.12.2025)
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Umschulungen, Weiterbildungen & Abschlüsse
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Förderung per Bildungsgutschein möglich

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Berufsbegleitend von zu Hause lernen

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule
- Deutschlands größte Fernschule
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Über 200 Fernkurse im Angebot
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.
Was macht ein Mechatroniker?
Mechatroniker und Mechatronikerinnen verbinden Mechanik, Elektronik und Informationstechnik: Sie bauen, installieren und warten komplexe technische Systeme und Maschinen. Der Beruf ist vor allem in der Industrie, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Automatisierungstechnik gefragt, zunehmend auch in der Robotik und bei intelligenten Produktionsanlagen. Weil moderne Maschinen immer stärker vernetzt und softwaregesteuert sind, gilt der Mechatroniker als einer der zukunftssichersten technischen Ausbildungsberufe. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Maschinen und Anlagen mechanisch und elektrisch montieren
- Steuerungen programmieren und in Betrieb nehmen
- Fehler an mechanischen, elektrischen und softwaregestützten Systemen diagnostizieren
- Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durchführen
- Technische Dokumentationen erstellen und pflegen
- Kundinnen und Kunden bei technischen Fragen zu Anlagen beraten
Mechatroniker als Quereinsteiger: Voraussetzungen für die Umschulung
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, manche Betriebe setzen aber ein Mindestalter von 16 Jahren voraus. In der Praxis vergeben Betriebe die Umschulungsplätze meist an Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss und guten Noten in Mathematik und Physik. Wichtiger als das Zeugnis sind technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und handwerkliches Geschick. Vorkenntnisse aus verwandten Berufen wie Elektroniker, Industriemechaniker oder Kfz-Mechatroniker erleichtern den Einstieg, sind aber keine Pflicht; auch technikaffine Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ohne einschlägige Vorbildung werden regelmäßig eingestellt.
Ablauf und Dauer der Umschulung zum Mechatroniker
Die verkürzte Dauer von rund zwei Jahren und vier Monaten ergibt sich aus Paragraf 180 Absatz 4 Satz 1 SGB III, wonach Umschulungen in Ausbildungsberufen grundsätzlich um ein Drittel verkürzt sind. Beim Mechatroniker gibt es anders als bei vielen klassischen Handwerksberufen keine Zwischenprüfung, sondern eine gestreckte Abschlussprüfung mit zwei Teilen:
| Prüfungsteil | Zeitpunkt |
|---|---|
| Teil 1 der Abschlussprüfung | nach rund der Hälfte der Umschulung |
| Teil 2 der Abschlussprüfung | am Ende der Umschulung |
Zusätzlich können Auszubildende und Umschulende freiwillige Zusatzqualifikationen erwerben, etwa in digitaler Vernetzung, Programmierung, IT-Sicherheit oder additiven Fertigungsverfahren; sie erweitern das Prüfungszeugnis, sind aber keine Pflicht für den Abschluss. Die Umschulung findet meist als betriebliche Einzelumschulung in einem Industrie- oder Handwerksbetrieb mit begleitendem Berufsschulunterricht statt, seltener als vollzeitschulische Gruppenumschulung bei einem Bildungsträger mit angeschlossener Lehrwerkstatt.
Umschulung Mechatroniker über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld
Wer Grundsicherungsgeld bezieht, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter, bevor irgendein Kurs oder eine betriebliche Zusage feststeht. Den Bildungsgutschein selbst stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus.
- Gespräch im Jobcenter zur beruflichen Perspektive.
- Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Umschulung (Paragraf 81 Absatz 1 SGB III).
- Bildungsgutschein für einen Betrieb mit Ausbildungsberechtigung oder einen AZAV-zugelassenen Bildungsträger.
- Während der Umschulung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht; eine Umschulungsvergütung im Betrieb zählt als Einkommen.
- Nach bestandenem Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung 1.000 Euro, nach bestandener Abschlussprüfung 1.500 Euro Weiterbildungsprämie (Paragraf 87a SGB III); Arbeitslose erhalten zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat.
Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit. Betriebe benötigen für eine betriebliche Einzelumschulung keine AZAV-Zulassung, sondern lediglich die Ausbildungsberechtigung; nach den Hinweisen der Bundesagentur sollte eine der Ausbildungsvergütung vergleichbare Umschulungsvergütung gezahlt werden, die als Einkommen auf das Grundsicherungsgeld angerechnet wird. Findet die Umschulung stattdessen vollzeitschulisch bei einem Bildungsträger statt, gibt es keine eigene Vergütung, dafür läuft das Grundsicherungsgeld durchgehend weiter.
Verdienst und Aussichten als Mechatroniker
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Fachkräfte in der Berufsgattung 26112 einen Medianverdienst von 4.105 Euro brutto im Monat bei Vollzeit aus, Stand 31.12.2025. Damit zählt der Mechatroniker zu den bestbezahlten technischen Ausbildungsberufen, deutlich über dem Median vieler kaufmännischer oder handwerklicher Umschulungsberufe. Die Industrie sucht bundesweit Fachkräfte für Automatisierung und Instandhaltung, sodass die Jobchancen nach der Umschulung sehr gut eingeschätzt werden, besonders in Regionen mit starkem Maschinenbau und Automobilzulieferern. Mit Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen in Digitalisierung oder Robotik oder einer späteren Weiterbildung zum Techniker oder Industriemeister lassen sich die Verdienstmöglichkeiten weiter steigern.
Wer sich unsicher ist, ob eher der Mechatroniker oder ein verwandter technischer Beruf passt, kann diese Frage direkt im Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit klären.
Alternativen zur Umschulung Mechatroniker
Wer sich stärker auf Fahrzeuge spezialisieren möchte, findet mit der Umschulung zum Kfz-Mechatroniker einen verwandten, aber eigenständigen Ausbildungsberuf mit ähnlicher Förderung. Wer sich für reine Elektrotechnik ohne mechanischen Schwerpunkt interessiert, findet in der Umschulung zum Elektroniker eine Alternative, und wer eher konstruktiv statt ausführend arbeiten möchte, in der Umschulung zum Technischen Produktdesigner. Alle diese Berufe lassen sich als Umschulung um ein Drittel verkürzen und tragen bei erfolgreichem Abschluss zur gleichen Weiterbildungsprämie.
Verwandte Ratgeber
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Mechatroniker und Kfz-Mechatroniker?
Der Mechatroniker arbeitet an Maschinen und Anlagen in der Industrie, der Kfz-Mechatroniker ist ein eigener Ausbildungsberuf mit Schwerpunkt auf Kraftfahrzeugen. Beide Berufe verbinden Mechanik und Elektronik, unterscheiden sich aber im Einsatzgebiet und in der jeweiligen Ausbildungsverordnung.
Wie lange dauert die Umschulung zum Mechatroniker?
Regulär dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre. Als Umschulung ist sie nach Paragraf 180 Absatz 4 SGB III grundsätzlich um ein Drittel verkürzt, also auf rund zwei Jahre und vier Monate.
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Mechatroniker?
Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten über einen Bildungsgutschein, wenn Betrieb oder Bildungsträger zugelassen sind und die Beratung vor Beginn stattgefunden hat. Das Jobcenter selbst zahlt nicht, bleibt aber erste Anlaufstelle für die Beratung.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Umschulung zum Mechatroniker?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Betriebe erwarten in der Praxis meist einen mittleren Bildungsabschluss, technisches Verständnis und gute Noten in Mathematik und Physik. Auch Interesse an Software und Steuerungstechnik ist von Vorteil, da moderne Anlagen zunehmend digital gesteuert werden.
Was verdient ein Mechatroniker nach der Umschulung?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.105 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stand 31.12.2025, und damit über vielen anderen technischen Ausbildungsberufen.
Kann ich mit über 40 noch eine Umschulung zum Mechatroniker machen?
Ja, ein Höchstalter gibt es weder für die Ausbildung noch für die Förderung über den Bildungsgutschein. Entscheidend ist, ob die Agentur für Arbeit die Umschulung für die Eingliederung in Arbeit als notwendig einstuft und ein Betrieb bereit ist, eine ältere Person umzuschulen.
Quellen: Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechatroniker (gesetze-im-internet.de/mechatronikerausbv/), BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/2868), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/2868), Paragraf 81, 180 und 87a SGB III (gesetze-im-internet.de/sgb_3/). Stand: September 2026.