App-Entwickler werden ohne Studium: Der Weg über die Umschulung

App-Entwickler werden ohne Studium: Der Weg über die Umschulung
Anzeige

App-Entwickler oder App-Entwicklerin ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, deshalb gibt es dafür auch keine klassische Umschulung. Wer eine geförderte, mit IHK-Prüfung anerkannte Umschulung sucht, kommt über den Ausbildungsberuf Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung zum Ziel: regulär 3 Jahre, als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt. Menschen, die Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) beziehen, klären den Weg zuerst im Jobcenter.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Kein eigener Ausbildungsberuf; nächstliegender Weg ist Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung, regulär 3 Jahre, als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)
  • Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe erwarten in der Praxis meist einen mittleren Schulabschluss und logisches Denkvermögen
  • Abschluss: Kammerprüfung vor der IHK zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung; bei Erfolg Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro
  • Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: Median 4.612 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025)

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht ein App-Entwickler oder eine App-Entwicklerin?

App-Entwickler/innen konzipieren, programmieren und pflegen mobile Anwendungen für Android und iOS. Zu den Aufgaben zählen:

Gearbeitet wird überwiegend am Bildschirm, häufig im Homeoffice oder in flexiblen Teams, oft in Projekten mit festen Zeitplänen bis zum Go-Live. Je nach Arbeitgeber reicht das Spektrum von der kleinen Agentur, die Apps für mehrere Kundinnen und Kunden parallel entwickelt, bis zum großen Konzern mit eigenem Entwicklungsteam für eine einzige Anwendung.

App-Entwickler werden ohne Studium: Gibt es eine Umschulung?

Anders als bei klassischen Ausbildungsberufen gibt es für „App-Entwickler“ oder „App-Programmierer“ keine bundesweit geregelte Ausbildungsordnung und damit auch keinen IHK-Abschluss mit dieser Berufsbezeichnung. Wer die Tätigkeit ausüben will, eignet sich die Kenntnisse entweder im Informatikstudium, in privaten Fernlehrgängen ohne staatliche Anerkennung oder im anerkannten Ausbildungsberuf Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung an. Nur der letzte Weg lässt sich über eine Umschulung mit Bildungsgutschein fördern und endet mit einer Kammerprüfung vor der IHK. Private Fernlehrgänge zum „App-Entwickler“ sind in der Regel nicht AZAV-zugelassen und werden deshalb von der Agentur für Arbeit nicht als Umschulung anerkannt, auch wenn Anbieter das Wort „Umschulung“ im Namen führen. Wer trotzdem einen solchen Kurs belegen möchte, zahlt ihn in aller Regel selbst und sollte vorher genau prüfen, ob das Zertifikat am Arbeitsmarkt tatsächlich als Qualifikation anerkannt wird.

Ablauf und Dauer: Umschulung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung

Die reguläre duale Ausbildung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung dauert 3 Jahre und findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt. Als Umschulung wird sie nach § 180 Abs. 4 Satz 1 SGB III grundsätzlich um ein Drittel verkürzt:

AusbildungsformDauer
Reguläre duale Ausbildung3 Jahre
Umschulung (verkürzt)2 Jahre

Vermittelt werden unter anderem Grundlagen der Programmierung, Software-Engineering, Datenbanken, native und plattformübergreifende App Entwicklung für Android und iOS, IT-Sicherheit sowie Projektmanagement. Wer bereits während der Umschulung eine eigene App erstellen möchte, übt Frontend und Backend meist an einem kleinen Praxisprojekt und lernt dabei auch agile Arbeitsweisen wie Sprints und den Aufbau eines einfachen MVP (Minimum Viable Product) kennen, bevor der volle Funktionsumfang einer App entsteht. Manche Bildungsträger bieten die Umschulung in Teilzeit an; dann verlängert sich die Dauer entsprechend. Die betriebliche Umschulung findet meist bei IT-Dienstleistern, Softwarehäusern oder in IT-Abteilungen größerer Unternehmen statt, die außerbetriebliche Variante bei einem nach AZAV zugelassenen Bildungsträger mit eigenem Ausbildungsplan und Praxisphasen.

Anzeige

Förderung mit Grundsicherungsgeld: Bildungsgutschein und AZAV-Kurse

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und App-Entwickler werden möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.

  1. Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob eine Umschulung für die Eingliederung notwendig ist
  2. Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
  3. Bildungsgutschein nur für einen nach AZAV zugelassenen Bildungsträger oder einen ausbildungsberechtigten Betrieb, etwa für die Umschulung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
  4. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
  5. Nach bestandenem Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung zahlt die Agentur eine Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro, nach der Abschlussprüfung (Teil 2) 1.500 Euro (§ 87a SGB III), zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose

Reine Programmierkurse ohne AZAV-Zulassung und ohne anerkannten Abschluss übernimmt die Agentur für Arbeit in der Regel nicht, selbst wenn Anbieter sie als „Umschulung zum App-Entwickler“ bewerben. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit.

Gehalt und Aussichten als App-Entwickler

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Fachkräfte der Anwendungsentwicklung einen Medianverdienst von 4.612 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Weil mobile Anwendungen in nahezu jeder Branche gebraucht werden, gelten die Jobaussichten als gut, insbesondere mit Kenntnissen in mehreren Programmiersprachen und Frameworks wie React Native oder Flutter. Mit Berufserfahrung und Spezialisierung, etwa auf Backend-Entwicklung, Datenbanken oder IT-Sicherheit, lassen sich Verantwortung und Verdienst weiter steigern. Auch der Wechsel in angrenzende Rollen wie Softwarearchitektur oder technische Projektleitung ist mit einigen Jahren Erfahrung realistisch. Freiberufliche App-Entwicklung ist möglich, bringt aber ein unternehmerisches Risiko mit sich, das beim Bezug von Grundsicherungsgeld gesondert mit dem Jobcenter zu klären ist, etwa über einen Gründungszuschuss oder als Nebeneinkommen neben laufendem Grundsicherungsgeld.

Alternativen zur Umschulung App-Entwickler

Wer sich stärker für Webanwendungen statt für mobile Apps interessiert, findet mit der Umschulung zum Fachinformatiker einen eng verwandten, ebenfalls IHK-anerkannten Weg mit größerer fachlicher Bandbreite. Wer lieber komplexe Softwaresysteme statt einzelner Apps entwickeln möchte, ist mit der Umschulung zum Softwareentwickler gut beraten. Wer eher die grafische und gestalterische Seite digitaler Produkte interessiert, findet mit der Umschulung zum Mediengestalter einen passenden Quereinstieg.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umschulung zum App-Entwickler?

Eine Umschulung speziell zum „App-Entwickler“ gibt es nicht. Über den anerkannten Weg Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung dauert die Umschulung verkürzt 2 statt regulär 3 Jahre.

Kann man App-Entwickler ohne Studium werden?

Ja. Der anerkannte Weg ohne Studium führt über die duale Ausbildung bzw. Umschulung zum Fachinformatiker/zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung mit IHK-Prüfung.

Was verdient ein App-Entwickler nach der Umschulung?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.612 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stichtag 31.12.2025. Branche und Erfahrung beeinflussen die genaue Höhe.

Zahlt das Jobcenter eine Umschulung zum App-Entwickler?

Nein. Das Jobcenter berät und stellt den Bedarf fest, den Bildungsgutschein für einen AZAV-zugelassenen Bildungsträger stellt die Agentur für Arbeit aus.

Sind App-Entwickler gefragt?

Ja, weil mobile Anwendungen in praktisch jeder Branche eingesetzt werden. Gute Aussichten haben besonders Fachkräfte mit Kenntnissen in mehreren Programmiersprachen.

Was kostet es, eine App entwickeln zu lassen?

Das hängt vom Funktionsumfang ab und reicht von wenigen Tausend Euro für ein einfaches MVP bis zu deutlich höheren Summen für komplexe, native Apps mit eigenem Backend.

Quellen: BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 180 und § 87a SGB III. Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...