Umschulung Automobilkaufmann: Quereinstieg in 2 Jahren

Umschulung Automobilkaufmann: Quereinstieg in 2 Jahren
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Die Umschulung zum Automobilkaufmann oder zur Automobilkauffrau dauert als verkürzte Umschulung 2 statt regulär 3 Jahre und endet mit einer IHK-Prüfung nach der Automobilkaufleuteausbildungsverordnung (AutoKflAusbV). Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen. Nach dem Abschluss liegt der Medianverdienst laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 4.238 Euro brutto im Monat in Vollzeit.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Betrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)
  • Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe erwarten in der Praxis häufig einen mittleren Schulabschluss und kaufmännisches Interesse
  • Abschluss: Kammerprüfung vor der IHK zum Automobilkaufmann bzw. zur Automobilkauffrau; bei Erfolg Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro (§ 87a SGB III)
  • Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: Median 4.238 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025)

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Was macht ein Automobilkaufmann oder eine Automobilkauffrau?

Automobilkaufleute übernehmen kaufmännische Aufgaben im Autohaus und sind die Schnittstelle zwischen Fahrzeugverkauf, Werkstatt und Kundschaft. Zu den Aufgaben zählen:

Gearbeitet wird überwiegend im Autohaus mit viel Kundenkontakt, teils auch bei Automobilherstellern, Kfz-Importeuren oder Vermietungs- und Leasinggesellschaften. Je nach Arbeitgeber reicht das Spektrum vom kleinen Autohaus mit persönlichem Kundenstamm bis zur Vertriebszentrale eines Herstellers mit engem Kontakt zum Werk.

Zugangsvoraussetzungen für den Quereinstieg als Automobilkaufmann

Rechtlich schreibt die Ausbildungsverordnung keinen bestimmten Schulabschluss vor. In der Praxis verlangen Ausbildungsbetriebe für die Umschulung aber meist einen mittleren Bildungsabschluss, weil der Beruf kaufmännisches Denken mit Kommunikation zur Kundschaft verbindet. Persönlich wichtig sind Freude am Kundenkontakt, Verhandlungsgeschick und ein gutes Verständnis für Zahlen, außerdem Interesse an Fahrzeugen und Technik. Quereinsteiger/innen mit Erfahrung im Verkauf, in der Kundenberatung oder im Einzelhandel bringen dafür oft schon gute Grundlagen mit. Wer bereits gute EDV-Kenntnisse und sichere Deutschkenntnisse mitbringt, kommt in der Prüfungsvorbereitung meist schneller voran, weil viele Lerninhalte auf schriftlichen Auswertungen, Kalkulationen und Vertragstexten aufbauen.

Ablauf, Dauer und Ausbildungsinhalte der Umschulung zum Automobilkaufmann

Die reguläre duale Ausbildung dauert 3 Jahre und findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt. Als Umschulung wird sie nach § 180 Abs. 4 Satz 1 SGB III grundsätzlich um ein Drittel verkürzt:

AusbildungsformDauer
Reguläre duale Ausbildung3 Jahre
Umschulung (verkürzt)2 Jahre

Die AutoKflAusbV sieht keine klassische Zwischenprüfung vor, sondern eine gestreckte Abschlussprüfung mit zwei Teilen: Teil 1 findet etwa zur Mitte der Ausbildung statt und fließt bereits in die Gesamtnote ein, Teil 2 am Ende prüft unter anderem den Fahrzeugverkauf, Finanzdienstleistungen und den Kundenservice. Vermittelt werden unter anderem Einkauf und Lagerhaltung von Teilen und Zubehör, Auftragsbearbeitung und Rechnungswesen, Kosten- und Leistungsrechnung, Marketing, Werbung und Verkauf, Personalwesen sowie der Umgang mit Informationssystemen und Datenschutz.

Die meisten Anbieter und Bildungsträger bieten die Umschulung sowohl betrieblich beim Ausbildungsbetrieb als auch außerbetrieblich in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit an. In Vollzeit lässt sich die verkürzte Dauer von 2 Jahren meist einhalten, Teilzeitmodelle verlängern die Umschulung entsprechend, dafür bleibt neben Familie oder einem Minijob mehr Zeit. Erfahrene Dozentinnen und Dozenten bereiten die Umschülerinnen und Umschüler intensiv auf Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung vor und begleiten die praktischen Übungen im Verkaufsgespräch und in der Auftragsbearbeitung.

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Umschulung Automobilkaufmann über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und sich zum Automobilkaufmann umschulen lassen möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.

  1. Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Umschulung für die Eingliederung notwendig ist
  2. Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
  3. Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Bildungsträger oder einen ausbildungsberechtigten Betrieb und die verkürzte 2-jährige Umschulung
  4. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
  5. Nach bestandenem Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung zahlt die Agentur eine Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro, nach Teil 2 (Abschlussprüfung) 1.500 Euro (§ 87a SGB III), zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose

Die Prämien und das Weiterbildungsgeld gelten als privilegiertes Einkommen und werden nicht auf das Grundsicherungsgeld angerechnet. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit.

Gehalt und Aussichten als Automobilkaufmann

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Automobilkaufleute auf Fachkraftniveau einen Medianverdienst von 4.238 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Weil Autohäuser, Automobilhersteller und Kfz-Importeure bundesweit kaufmännisches Personal suchen, gelten die Jobaussichten nach der Umschulung insgesamt als gut. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung, etwa zum Handelsfachwirt/zur Handelsfachwirtin oder zum Betriebswirt/zur Betriebswirtin, lassen sich Aufgaben wie Verkaufsleitung oder Filialleitung und damit Verdienst und Verantwortung weiter steigern.

Alternativen zur Umschulung Automobilkaufmann

Wer lieber direkt an Fahrzeugen statt am Schreibtisch arbeiten möchte, findet mit der Umschulung zum Kfz-Mechatroniker den passenden technischen Gegenpart im selben Autohaus. Wer eher branchenübergreifend kaufmännisch arbeiten möchte statt speziell in der Automobilbranche, ist mit der Umschulung zum Industriekaufmann gut beraten. Wer sich für Finanzdienstleistungen rund ums Fahrzeug interessiert, findet mit der Umschulung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen einen verwandten Weg. Industriekaufmann/-frau und Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen dauern regulär wie der Automobilkaufmann 3 Jahre und damit verkürzt ebenfalls 2 Jahre; die Kfz-Mechatroniker-Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre und damit auch verkürzt etwas länger. Alle drei Wege lassen sich über den Bildungsgutschein fördern.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umschulung zum Automobilkaufmann?

Als verkürzte Umschulung dauert sie 2 Jahre statt der regulären 3 Jahre, geregelt in § 180 Abs. 4 SGB III. Die Umschulung findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt.

Kann man als Quereinsteiger Automobilkaufmann werden?

Ja. Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis verlangen Betriebe aber meist einen mittleren Bildungsabschluss und kaufmännisches Interesse.

Was verdient ein Automobilkaufmann nach der Umschulung?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 4.238 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stichtag 31.12.2025. Betrieb und Region beeinflussen die genaue Höhe.

Gibt es eine Zwischenprüfung in der Umschulung zum Automobilkaufmann?

Nein, die AutoKflAusbV sieht stattdessen eine gestreckte Abschlussprüfung mit Teil 1 zur Mitte und Teil 2 am Ende der Umschulung vor. Beide Teile fließen in die Gesamtnote ein.

Zahlt das Jobcenter die Umschulung zum Automobilkaufmann?

Nein. Das Jobcenter berät und stellt den Bedarf fest, den Bildungsgutschein stellt die Agentur für Arbeit aus. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht.

Hat der Beruf Automobilkaufmann Zukunft?

Ja, weil Autohäuser und Automobilhersteller weiterhin kaufmännisches Personal für Verkauf, Service und Finanzdienstleistungen brauchen. Mit Weiterbildung zum Handelsfachwirt lassen sich die Zukunftschancen zusätzlich verbessern.

Quellen: Ausbildungsverordnung AutoKflAusbV, BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 180 und § 87a SGB III. Stand: September 2026

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