E-Commerce-Manager werden: Umschulung zum Kaufmann/Kauffrau (IHK)

"E-Commerce-Manager" ist keine geschützte Berufsbezeichnung, deshalb gibt es dafür keine eigene Ausbildung oder Umschulung. Der anerkannte Weg in diesen Tätigkeitsbereich führt über die Umschulung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im E-Commerce, die als verkürzte Umschulung rund 2 Jahre statt regulär 3 Jahre dauert und mit einer IHK-Prüfung nach der E-Commerce-Kaufleute-Ausbildungsverordnung (EComKflAusbV) endet. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen. Nach dem Abschluss liegt der Medianverdienst laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 3.663 Euro brutto im Monat in Vollzeit.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Betrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)
- Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; in der Praxis bringt die Mehrheit der Azubis die Hochschulreife mit (2024: 55 Prozent), ein weiteres Drittel einen mittleren Schulabschluss
- Abschluss: Kammerprüfung vor der IHK zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im E-Commerce; bei Erfolg Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro
- Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
- Verdienst: Median 3.663 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025)
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Was macht ein Kaufmann oder eine Kauffrau im E-Commerce?
Kaufleute im E-Commerce arbeiten an der Schnittstelle von Einkauf, Werbung, Logistik, Buchhaltung und IT. Die Ausbildungsverordnung nennt als berufsprofilgebende Fertigkeiten unter anderem:
- Online-Vertriebskanal auswählen und einsetzen
- Waren- oder Dienstleistungssortiment mitgestalten und online bewirtschaften, Beschaffung unterstützen
- Vertragsanbahnung im Online-Vertrieb gestalten und Verträge abwickeln
- Kundenkommunikation gestalten, Anfragen, Reklamationen und Lieferwünsche bearbeiten
- Online-Marketing entwickeln und umsetzen, den Werbeerfolg auswerten
- kaufmännische Steuerung und Kontrolle nutzen, Verkaufszahlen und Rechnungswesen analysieren
Beschäftigt sind Kaufleute im E-Commerce vor allem in Unternehmen des Einzel-, Groß- und Außenhandels mit eigenem Onlineshop, bei Herstellerbetrieben mit Online-Vertrieb, im reinen Internetversandhandel sowie bei Touristik-, Logistik- und Mobilitätsdienstleistern, die ihre Leistungen online verkaufen. Gearbeitet wird meist in Büro- und Besprechungsräumen mit EDV-Arbeitsplatz, teils auch im Homeoffice.
E-Commerce-Manager ohne Ausbildung: Was Quereinsteiger wissen müssen
Weil "E-Commerce-Manager" keine geschützte Bezeichnung ist, stellen manche Arbeitgeber auch Bewerber/innen ohne einschlägige Ausbildung ein, wenn Erfahrung aus dem Onlinehandel, Marketing oder Vertrieb vorhanden ist. Verlässlicher und mit besseren Förderchancen verbunden ist der Weg über die anerkannte Umschulung zum Kaufmann/zur Kauffrau im E-Commerce. Zugangsvoraussetzungen beziehungsweise Teilnahmevoraussetzungen sind rechtlich gering: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, bringt die Mehrheit der Auszubildenden in der Praxis die Hochschulreife mit (2024: 55 Prozent), gut ein Drittel einen mittleren Schulabschluss; alternativ reicht auch eine bereits abgeschlossene Ausbildung in einem verwandten kaufmännischen Beruf mit entsprechender Berufspraxis. Persönlich wichtig sind technisches Grundverständnis, eine strukturierte Arbeitsweise, analytisches Denkvermögen und Kommunikationsstärke. Quereinsteiger/innen mit Erfahrung im Handel, in der Kundenbetreuung oder im Marketing bringen dafür oft gute Grundlagen mit. Jobs für Quereinsteiger im E-Commerce finden sich häufiger in kleineren Online-Shops oder Agenturen, die praktische Erfahrung höher gewichten als einen formalen Abschluss; für größere Unternehmen und eine verlässliche Förderung ist die anerkannte Umschulung meist der sicherere Weg.
Wie lange dauert die Umschulung zum Kaufmann im E-Commerce?
Die reguläre duale Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau im E-Commerce dauert 3 Jahre und findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt. Als Umschulung wird sie nach § 180 Abs. 4 Satz 1 SGB III grundsätzlich um ein Drittel verkürzt:
| Ausbildungsform | Dauer |
|---|---|
| Reguläre duale Ausbildung | 3 Jahre |
| Umschulung (verkürzt) | rund 2 Jahre |
Die EComKflAusbV sieht keine klassische Zwischenprüfung vor, sondern eine gestreckte Abschlussprüfung mit zwei Teilen: Teil 1 soll in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden und fließt bereits in die Gesamtnote ein, Teil 2 am Ende der Ausbildung prüft die restlichen Inhalte. Vermittelt werden unter anderem die Auswahl von Online-Vertriebskanälen, die Mitgestaltung des Warensortiments, die Kundenkommunikation, Online-Marketing sowie kaufmännische Steuerung und Kontrolle. Viele Bildungsträger bieten die Umschulung auch in Teilzeit an, dann verlängert sich die Gesamtdauer entsprechend.
Umschulung zum E-Commerce-Manager über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld
Wer Grundsicherungsgeld bezieht und sich zum Kaufmann/zur Kauffrau im E-Commerce umschulen lassen möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.
- Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Umschulung für die Eingliederung notwendig ist
- Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
- Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Bildungsträger oder einen ausbildungsberechtigten Betrieb und die verkürzte Umschulung
- Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht; bei einer betrieblichen Einzelumschulung zählt eine der Ausbildungsvergütung vergleichbare Umschulungsvergütung als Einkommen
- Nach bestandenem Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung zahlt die Agentur eine Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro, nach Teil 2 (Abschlussprüfung) 1.500 Euro (§ 87a SGB III), zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose
Die Prämien und das Weiterbildungsgeld gelten als privilegiertes Einkommen und werden nicht auf das Grundsicherungsgeld angerechnet. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit.
Was verdient ein E-Commerce-Manager? Gehalt und Aussichten
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Kaufleute im E-Commerce auf Fachkraftniveau einen Medianverdienst von 3.663 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Weil immer mehr Unternehmen Waren und Dienstleistungen online anbieten, gelten die Jobaussichten nach der Umschulung insgesamt als gut. BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit führt "E-Commerce-Manager/in" selbst als mögliche spätere Einsatzmöglichkeit für Fachkräfte mit kaufmännischer Erfahrung im digitalen Vertrieb; mit Berufserfahrung und Weiterbildung, etwa im Online-Marketing oder Projektmanagement, lassen sich Verantwortung und Verdienst weiter steigern.
Alternativen zur Umschulung Kaufmann/-frau im E-Commerce
Wer sich stärker auf Werbung und Kampagnen statt auf den gesamten Online-Vertriebsprozess konzentrieren möchte, findet mit der Umschulung im Bereich Marketing einen passenden Einstieg. Wer bereits eine kaufmännische Ausbildung hat und sich gezielt auf digitale Kanäle spezialisieren will, kann stattdessen die Weiterbildung Online-Marketing nutzen, die anders als die hier beschriebene Umschulung eine vorhandene Berufserfahrung voraussetzt statt eine neue Erstqualifikation zu vermitteln.
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Häufige Fragen
Ist E-Commerce-Manager ein anerkannter Ausbildungsberuf?
Nein, "E-Commerce-Manager" ist keine geschützte Berufsbezeichnung und keine eigene Ausbildung. Der anerkannte IHK-Ausbildungsberuf in diesem Bereich heißt Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce.
Wie lange dauert die Umschulung zum Kaufmann/zur Kauffrau im E-Commerce?
Als verkürzte Umschulung dauert sie rund 2 Jahre statt der regulären 3 Jahre, geregelt in § 180 Abs. 4 SGB III. Die Umschulung findet im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule statt.
Was verdient ein Kaufmann oder eine Kauffrau im E-Commerce?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.663 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stichtag 31.12.2025, auf Fachkraftniveau.
Kann man ohne Ausbildung als E-Commerce-Manager arbeiten?
Weil die Bezeichnung nicht geschützt ist, stellen manche Arbeitgeber auch ohne formale Ausbildung ein, wenn Erfahrung im Onlinehandel vorhanden ist. Eine anerkannte Umschulung verbessert aber die Förderfähigkeit und die Jobchancen.
Welche Weiterbildungen gibt es nach der Umschulung im E-Commerce?
Möglich sind unter anderem Weiterbildungen im Online-Marketing oder Projektmanagement sowie der Aufstieg in Richtung Teamleitung oder E-Commerce-Management mit wachsender Berufserfahrung.
Ist E-Commerce zukunftssicher?
Der Online-Handel wächst seit Jahren und immer mehr Unternehmen bauen eigene Onlineshops auf, deshalb gelten die Berufsaussichten für Kaufleute im E-Commerce insgesamt als gut.
Quellen: EComKflAusbV, BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 180 und § 87a SGB III. Stand: September 2026