Umschulung Sachbearbeiter: Büromanagement oder Verwaltung

Umschulung Sachbearbeiter: Büromanagement oder Verwaltung
Anzeige

Sachbearbeiter/in ist keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern eine Tätigkeit, die Menschen mit unterschiedlichen kaufmännischen oder verwaltungsbezogenen Ausbildungen ausüben. Wer eine geförderte, staatlich anerkannte Umschulung sucht, kommt über zwei Wege zum Ziel: in der privaten Wirtschaft über den Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau für Büromanagement mit IHK-Prüfung, im öffentlichen Dienst (Kommune, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Land oder Bund) über die Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten mit Abschlussprüfung vor dem zuständigen Prüfungsausschuss der Verwaltung. Beide dauern regulär 3 Jahre und lassen sich als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was: Sachbearbeiter/in ist keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern eine Tätigkeit nach kaufmännischer Ausbildung, naheliegend Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Für wen: Quereinsteiger mit kaufmännischem Interesse, PC-Kenntnissen und Organisationstalent, oft auch mit vorhandener Berufserfahrung im Büro
  • Dauer: regulär 3 Jahre Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Büromanagement, als Umschulung verkürzt auf 2 Jahre (§ 180 Abs. 4 SGB III)
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit für die verkürzte Umschulung, nie zahlt das Jobcenter selbst, Einstieg über das Jobcenter-Gespräch
  • Verdienst: Median 4.022 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau der Berufsgattung 71402, Stichtag 31.12.2025)

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht ein Sachbearbeiter oder eine Sachbearbeiterin?

Sachbearbeiter/innen bearbeiten Vorgänge innerhalb eines bestimmten Fachgebiets, oft nach festen Regeln und Vorschriften. Zu den Aufgaben zählen:

Gearbeitet wird überwiegend im Büro, je nach Arbeitgeber in einem Unternehmen, einer Behörde, einer Krankenkasse, einem Jobcenter oder einer Agentur für Arbeit. Je nach Fachgebiet reicht das Spektrum von der Leistungsgewährung über den Einkauf bis zur Personalverwaltung, mit entsprechend unterschiedlichem fachlichem Schwerpunkt.

Sachbearbeiter im Jobcenter oder Amt werden: Zwei anerkannte Ausbildungswege

Wer gezielt bei einer Behörde, einem Jobcenter oder einer Agentur für Arbeit als Sachbearbeiter/in arbeiten möchte, kommt über die Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten zum Ziel, meist in der Fachrichtung Kommunalverwaltung, alternativ in der Landes- oder Bundesverwaltung. Wer eher in einem privaten Unternehmen kaufmännisch-organisatorisch arbeiten möchte, ist mit der Ausbildung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Büromanagement gut beraten. Beide sind anerkannte, duale Ausbildungsberufe mit Kammer- bzw. Abschlussprüfung, beide dauern regulär 3 Jahre und lassen sich als Umschulung nach § 180 Abs. 4 SGB III grundsätzlich um ein Drittel auf 2 Jahre verkürzen. Reine private Fernlehrgänge, die sich „Umschulung zum Sachbearbeiter“ nennen, führen dagegen zu keinem staatlich anerkannten Berufsabschluss.

Voraussetzungen für die Umschulung

Rechtlich ist für beide Ausbildungsberufe kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis verlangen Ausbildungsbetriebe und Behörden für die Umschulung aber meist einen mittleren Bildungsabschluss. Persönlich wichtig sind Sorgfalt und Genauigkeit im Umgang mit Vorschriften und Akten, gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie sichere PC-Kenntnisse. Für den öffentlichen Dienst kommt häufig eine Zuverlässigkeitsprüfung bzw. ein Führungszeugnis hinzu. Quereinsteiger/innen mit Erfahrung im Büro, im Kundenservice oder im Einzelhandel bringen dafür oft schon gute Grundlagen mit. Wer bereits eine andere kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat, kann die Umschulungsdauer in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit unter Umständen zusätzlich verkürzen.

Ablauf und Dauer der Umschulung

AusbildungsberufDauer regulärDauer als Umschulung
Kaufmann/-frau für Büromanagement3 Jahrerund 2 Jahre
Verwaltungsfachangestellte/r3 Jahrerund 2 Jahre

Beide Ausbildungen finden im Wechsel zwischen Betrieb bzw. Behörde und Berufsschule statt. Vermittelt werden bei der Büromanagement-Umschulung unter anderem Textverarbeitung und Schriftverkehr, Terminkoordination, Projektarbeit, Einkauf und Kundendatenpflege. Bei der Umschulung zum/zur Verwaltungsfachangestellten stehen Rechtsanwendung, Verwaltungsverfahren und die jeweilige Fachrichtung im Mittelpunkt, etwa Kommunalverwaltung oder Bundesverwaltung. Am Ende steht jeweils eine Kammer- bzw. Abschlussprüfung. Erfahrene Dozentinnen und Dozenten bei Bildungsträgern und Berufsschulen bereiten die Umschülerinnen und Umschüler gezielt auf die Prüfung vor. Die meisten Anbieter ermöglichen den Quereinstieg sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit, wobei sich die Umschulung in Teilzeit entsprechend verlängert. Wer bereits mehrjährige einschlägige Berufserfahrung in der öffentlichen Verwaltung mitbringt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch über eine Externenprüfung direkt zur Abschlussprüfung zugelassen werden, ohne die komplette Umschulung erneut zu durchlaufen.

Anzeige

Umschulung Sachbearbeiter über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und als Sachbearbeiter/in arbeiten möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.

  1. Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Umschulung für die Eingliederung notwendig ist
  2. Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
  3. Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Bildungsträger oder einen ausbildungsberechtigten Betrieb bzw. eine Behörde und die verkürzte 2-jährige Umschulung
  4. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
  5. Nach erfolgreich bestandener Zwischen- bzw. Teilprüfung und Abschlussprüfung besteht Anspruch auf eine Weiterbildungsprämie von 1.000 bzw. 1.500 Euro, die Bewilligung dazu erhalten Umschüler/innen von der Agentur für Arbeit (§ 87a SGB III), da beide Wege zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Dauer führen

Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Umschulung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit. Wer sich direkt bei einem Jobcenter oder einer Agentur für Arbeit als Sachbearbeiter/in bewerben möchte, findet offene Stellen meist über die dortige Personalstelle, nicht über eine Umschulungsmaßnahme im engeren Sinne.

Gehalt und Aussichten als Sachbearbeiter

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Kaufleute für Büromanagement auf Fachkraftniveau einen Medianverdienst von 4.022 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Verwaltungsfachangestellte im öffentlichen Dienst werden in der Regel nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt; die genaue Entgeltgruppe hängt vom Arbeitgeber (Bund, Land oder Kommune) und der übertragenen Verantwortung ab. Weil praktisch jede Behörde und jedes größere Unternehmen Sachbearbeiter/innen braucht, gelten die Jobaussichten nach beiden Umschulungen als gut. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung, etwa zum Verwaltungsfachwirt/zur Verwaltungsfachwirtin oder zum Betriebswirt/zur Betriebswirtin, lassen sich Verantwortung und Verdienst weiter steigern. Wer nach der Ausbildung erfolgreich Fuß gefasst hat, kann im öffentlichen Dienst unter den jeweiligen landesrechtlichen Voraussetzungen teilweise auch den Übergang in die Beamtenlaufbahn des mittleren Dienstes anstreben; ob und wie das möglich ist, regelt jedes Bundesland gesondert.

Alternativen zur Umschulung Sachbearbeiter

Wer gezielt im öffentlichen Dienst arbeiten möchte, findet auf der Seite Umschulung zur/zum Verwaltungsfachangestellten Details zu den einzelnen Fachrichtungen. Wer lieber in der privaten Wirtschaft kaufmännisch-organisatorisch arbeiten möchte, ist mit der Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement gut beraten. Wer sich stärker für Buchhaltung und Zahlen statt für allgemeine Bürotätigkeiten interessiert, findet mit der Umschulung zum Buchhalter einen verwandten, branchenübergreifenden Weg.

Häufige Fragen

Kann man ohne Ausbildung als Sachbearbeiter arbeiten?

In der Praxis stellen manche Arbeitgeber Quereinsteiger/innen mit passender Berufserfahrung ein, für eine dauerhaft gute Position und höhere Eingruppierung ist aber meist eine kaufmännische Ausbildung oder die Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten hilfreich.

Wie lange dauert die Umschulung zum Sachbearbeiter?

Da Sachbearbeiter keine eigene Ausbildung ist, richtet sich die Dauer nach dem gewählten Weg: Büromanagement oder Verwaltungsfachangestellte/r dauern regulär 3 Jahre, als Umschulung meist verkürzt auf rund 2 Jahre.

Kann man als Quereinsteiger Sachbearbeiter im Jobcenter werden?

Der anerkannte Weg führt über die Ausbildung bzw. Umschulung zum/zur Verwaltungsfachangestellten. Einzelne Stellen bei Jobcenter oder Agentur für Arbeit werden auch direkt mit passender kaufmännischer Vorqualifikation besetzt, die Bewerbung läuft dann über die jeweilige Personalstelle.

Was verdient ein Sachbearbeiter nach der Umschulung?

Für Kaufleute für Büromanagement liegt der Median laut Entgeltatlas bei 4.022 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Verwaltungsfachangestellte werden nach TVöD bezahlt, die Entgeltgruppe hängt vom Arbeitgeber ab.

Zahlt das Jobcenter die Umschulung zum Sachbearbeiter?

Nein. Das Jobcenter berät und stellt den Bedarf fest, den Bildungsgutschein für einen AZAV-zugelassenen Bildungsträger stellt die Agentur für Arbeit aus.

Kann man mit 40 noch zum Sachbearbeiter umschulen?

Ja, eine gesetzliche Altersgrenze für die Förderung gibt es nicht. Die Agentur für Arbeit prüft die Eingliederungsaussichten unabhängig vom Alter.

Quellen: BüroMKfAusbV, BERUFENET Büromanagement, BERUFENET Verwaltungsfachangestellte, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 180 und § 87a SGB III. Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...