Umschulung Immobilienkaufmann: IHK-Weg für Quereinsteiger

Immobilienkaufmann bzw. Immobilienkauffrau ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf mit IHK-Abschluss. Als Umschulung dauert der Kurs meist zwei statt drei Jahre und findet im Betrieb und an der Berufsschule statt. Mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit ist die Umschulung für Sie kostenlos, wenn ein zugelassener Betrieb oder Bildungsträger sie anbietet.
Auf dieser Seite lesen Sie, welche Voraussetzungen zählen, wie der Berufsalltag aussieht, welche Einsatzmöglichkeiten es gibt und wie das Jobcenter den Weg zur Förderung mit Grundsicherungsgeld begleitet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Betrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (Paragraf 180 Abs. 4 SGB III).
- Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe erwarten in der Praxis häufig einen mittleren Schulabschluss und kaufmännisches Interesse.
- Abschluss: Kammerprüfung vor der IHK zum Immobilienkaufmann bzw. zur Immobilienkauffrau; bei Erfolg Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro (Paragraf 87a SGB III).
- Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter.
- Verdienst: Median 4.320 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025).
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Was macht ein Immobilienkaufmann bzw. eine Immobilienkauffrau?
Immobilienkaufleute verwalten, vermitteln und vermarkten Wohn- und Gewerbeimmobilien und beraten Kunden zu Finanzierung und Vermietung. Zu den Aufgaben gehören:
- Bewirtschaftung und Verwaltung von Wohn- und Gewerbeimmobilien
- Organisation und Durchführung von Besichtigungsterminen
- Erstellung von Mietverträgen und Nebenkostenabrechnungen
- Begleitung von Bauvorhaben und Modernisierungsmaßnahmen
- Markt- und Standortanalysen zur Bewertung von Immobilien
- Kundenberatung zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
Je nach Arbeitgeber liegt der Schwerpunkt eher auf der Verwaltung bestehender Immobilien, auf dem Verkauf und der Vermietung oder auf der Betreuung von Bauprojekten. Diese Vielseitigkeit macht den Beruf für Quereinsteiger aus dem kaufmännischen Bereich attraktiv, weil sich innerhalb der Branche später noch verschiedene Schwerpunkte wählen lassen.
Arbeitgeber sind Immobilienunternehmen und Maklerbüros, Bauträger, Banken und Sparkassen mit Immobilienabteilung, Versicherungsunternehmen sowie Hausverwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften. Wer später selbstständig arbeiten möchte, findet mit der Ausbildung eine gute Grundlage für den Schritt zum freiberuflichen Makler. Der Berufsalltag wechselt zwischen Büroarbeit, Telefonaten mit Mietern und Eigentümern sowie Terminen vor Ort in den betreuten Immobilien, was den Beruf abwechslungsreicher macht als eine reine Bürotätigkeit.
Voraussetzungen für die Umschulung zum Immobilienkaufmann
Einen bestimmten Schulabschluss verlangt die Ausbildungsverordnung nicht. In der Praxis erwarten Ausbildungsbetriebe aber meist einen mittleren Schulabschluss, kaufmännisches Interesse und ein sicheres Auftreten im Kundenkontakt. Kommunikationsfähigkeit und Organisationstalent sind für den Berufsalltag wichtiger als bestimmte Vorkenntnisse in der Immobilienwirtschaft. Grundlegendes Zahlenverständnis hilft bei Nebenkostenabrechnungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, wird aber ebenso wie das Fachwissen zum Mietrecht erst während der Umschulung vertieft. Auch Verhandlungsgeschick und ein freundliches, verbindliches Auftreten sind im täglichen Kontakt mit Mietern, Eigentümern und Dienstleistern von Vorteil.
Umschulung zum Immobilienkaufmann: Ablauf und Dauer
Nach abgeschlossener Umschulung gilt der Abschluss bundesweit einheitlich, unabhängig davon, in welchem Unternehmen die praktische Ausbildung stattfand. Die reguläre duale Ausbildung dauert drei Jahre im Betrieb und an der Berufsschule. Als Umschulung mit Bildungsgutschein verkürzt sie sich in der Regel um ein Drittel auf zwei Jahre. Im Betrieb lernen Sie den Umgang mit Mietern, Eigentümern und Dienstleistern, an der Berufsschule stehen kaufmännische Grundlagen, Immobilienrecht und Marketing auf dem Lehrplan. Manche Bildungsträger bieten die Umschulung auch außerbetrieblich mit Praxisphasen in wechselnden Betrieben an, sodass Sie verschiedene Bereiche der Immobilienwirtschaft kennenlernen, bevor Sie sich spezialisieren.
| Weg | Dauer |
|---|---|
| Reguläre duale Ausbildung | 3 Jahre |
| Umschulung (verkürzt) | 2 Jahre |
Förderung mit Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld)
Wer Grundsicherungsgeld bezieht und sich zum Immobilienkaufmann umschulen lassen möchte, klärt den Weg zuerst im Gespräch mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus.
- Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Umschulung (Pflicht nach Paragraf 81 Abs. 4 SGB III)
- Zusicherung des Bildungsgutscheins, gültig für höchstens drei Monate
- Bewilligung, sobald ein AZAV-zugelassener Bildungsträger oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb feststeht
- Während der Umschulung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
- Nach bestandener Zwischenprüfung, sofern die Ausbildungsordnung eine vorsieht, 1.000 Euro Prämie, nach der Abschlussprüfung weitere 1.500 Euro
- Zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld monatlich für Arbeitslose in der Förderung
Bei einer betrieblichen Umschulung zahlt der Betrieb häufig eine Umschulungsvergütung, die als Einkommen auf das Grundsicherungsgeld angerechnet wird. Bei außerbetrieblichen Umschulungen beim Bildungsträger entfällt diese Vergütung meist, dafür bleibt das Grundsicherungsgeld unverändert. Welche Variante besser passt, klärt die Vermittlungsfachkraft im Beratungsgespräch anhand der verfügbaren Plätze und der persönlichen Situation.
Verdienst und Aussichten
Der Median liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 4.320 Euro brutto im Monat in Vollzeit auf Fachkraftniveau. Die Nachfrage nach qualifizierten Immobilienkaufleuten bleibt hoch, weil Verwaltung, Vermittlung und Vermarktung von Immobilien in wachsenden Städten weiter zunehmen. Mit Berufserfahrung und einer Weiterbildung, etwa zum Immobilienfachwirt, verbessern sich die Verdienstmöglichkeiten zusätzlich. Auch der Wechsel von der Hausverwaltung in die Vermittlung oder umgekehrt ist nach einigen Berufsjahren eine gängige Option, um sich beruflich neu auszurichten und zusätzliche Erfahrung in verschiedenen Bereichen der Branche zu sammeln.
Alternativen zur Umschulung zum Immobilienkaufmann
Wer sich auf die Vermittlung und den Verkauf von Immobilien statt auf Verwaltung konzentrieren möchte, findet unter Umschulung Immobilienmakler den passenden, eigenständig geregelten Weg über die Gewerbeerlaubnis nach Paragraf 34c GewO (Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse, keine Sachkundeprüfung nötig). Wer bereits als Immobilienkaufmann arbeitet und sich weiterqualifizieren möchte, informiert sich unter Weiterbildung Immobilien. Beide Wege lassen sich über den Bildungsgutschein fördern, wenn ein AZAV-zugelassener Anbieter sie durchführt. Einen Überblick über die Förderung während einer Umschulung gibt die Seite Geldleistungen.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Umschulung zum Immobilienkaufmann?
Als verkürzte Umschulung über den Bildungsgutschein meist zwei Jahre, die reguläre duale Ausbildung drei Jahre. Beide enden mit derselben Kammerprüfung vor der IHK.
Kann man eine Umschulung zum Immobilienkaufmann machen?
Ja, über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn ein AZAV-zugelassener Bildungsträger oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb die Umschulung anbietet. Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
Wie viel verdient man als Immobilienkaufmann?
Der Median liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 4.320 Euro brutto im Monat in Vollzeit auf Fachkraftniveau. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung sind höhere Gehälter üblich.
Ist Immobilienkaufmann ein Beruf mit Zukunft?
Ja, die Nachfrage nach Fachkräften in Verwaltung, Vermittlung und Vermarktung von Immobilien bleibt in den meisten Regionen hoch, besonders in wachsenden Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt.
Welche Voraussetzungen braucht man für die Umschulung zum Immobilienkaufmann?
Gefragt sind vor allem kaufmännisches Interesse, Kommunikationsfähigkeit und ein sicheres Auftreten im Kundenkontakt. In der Praxis erwarten Betriebe meist einen mittleren Schulabschluss und Freude am Umgang mit Zahlen und Verträgen.
Zahlt das Arbeitsamt die Umschulung zum Immobilienkaufmann?
Die Agentur für Arbeit übernimmt die Kosten über den Bildungsgutschein, wenn die Umschulung notwendig für die Eingliederung ist und ein zugelassener Betrieb oder Bildungsträger sie anbietet. Das Jobcenter berät vorher und begleitet die Antragstellung.
Ist die Umschulung zum Immobilienkaufmann genauso anerkannt wie eine Ausbildung?
Ja, die Umschulung endet mit derselben Kammerprüfung vor der IHK wie die reguläre duale Ausbildung. Im Abschlusszeugnis wird nicht vermerkt, ob es sich um eine Umschulung oder eine Erstausbildung handelte.
In welchen Bereichen arbeitet man nach der Umschulung als Immobilienkaufmann?
Möglich sind Hausverwaltungen, Maklerbüros, Bauträger, Banken mit Immobilienabteilung oder die selbstständige Tätigkeit als Makler. Welcher Bereich passt, hängt von den eigenen Stärken ab, ob eher Verwaltung, Vertrieb oder Bauprojektbegleitung.
Wo kann man die Umschulung zum Immobilienkaufmann absolvieren?
Betriebliche Umschulungen bieten Immobilienunternehmen, Hausverwaltungen und Maklerbüros direkt an, außerbetriebliche Umschulungen laufen über Bildungsträger mit AZAV-Zulassung. Die Agentur für Arbeit nennt passende Angebote in Ihrer Region.
Quellen: BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/35275), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/35275). Stand: September 2026