Umschulung Erzieher: Quereinstieg in die Kita mit Förderung

Umschulung Erzieher: Quereinstieg in die Kita mit Förderung
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Die Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin ist Landesrecht und dauert je nach Bundesland, Vorbildung und Modell zwischen zwei und sechs Jahren. Praxisintegrierte Modelle (PiA) verbinden Ausbildung und Vergütung von Anfang an, klassische Fachschulausbildungen dauern länger, dafür ist die gesamte Zeit über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig.

Auf dieser Seite finden Sie die Voraussetzungen für den Quereinstieg, die Unterschiede zwischen den Ausbildungsformen und den Weg über das Jobcenter zur Förderung mit Grundsicherungsgeld.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: 2 bis 6 Jahre je nach Bundesland, Vorbildung und Form; praxisintegrierte Modelle (PiA) verkürzen die schulische Zeit, andere Formen dauern länger.
  • Voraussetzungen: In der Regel mittlerer Schulabschluss sowie eine einschlägige Vorausbildung oder ein Vorpraktikum; die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland.
  • Abschluss: Staatliche Anerkennung als Erzieher bzw. Erzieherin nach Landesrecht; kein Ausbildungsberuf nach BBiG, daher Weiterbildungsprämie nach Paragraf 87a SGB III möglich, weil die Ausbildungsdauer gesetzlich auf mindestens zwei Jahre festgelegt ist.
  • Förderung: Volle Dauer über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig, sofern Schule und Praxisstellen nach AZAV zugelassen sind; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter.
  • Verdienst: Median 4.314 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Spezialistenniveau, Stichtag 31.12.2025).

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Was macht ein Erzieher bzw. eine Erzieherin?

Erzieherinnen und Erzieher begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung, meist in Kitas und Kindergärten, aber auch in Horten, Wohngruppen der Jugendhilfe oder Beratungsstellen. Der Beruf verbindet pädagogisches Fachwissen mit Organisationstalent und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern, Eltern und Kolleginnen. Zu den Aufgaben gehören:

Wegen des bundesweiten Fachkräftemangels in der Kindertagesbetreuung sind die Einstiegschancen nach der Ausbildung in fast allen Regionen gut. Träger suchen gezielt auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit Berufserfahrung aus anderen Feldern, etwa aus der Pflege, dem Handwerk oder kaufmännischen Berufen. Neben Kitas und Kindergärten stellen auch Horte, Ganztagsschulen, Erziehungsberatungsstellen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe Erzieherinnen und Erzieher ein, sodass sich nach der Ausbildung verschiedene Arbeitsfelder anbieten.

Voraussetzungen für den Quereinstieg als Erzieher

Die meisten Bundesländer verlangen für die Fachschulausbildung einen mittleren Schulabschluss sowie eine einschlägige Vorausbildung, zum Beispiel als Kinderpflegerin, Sozialassistent oder ein einjähriges Vorpraktikum in einer Kita. Die genauen Regeln unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, deshalb lohnt sich eine Nachfrage bei der zuständigen Fachschule und beim Landesjugendamt vor der Bewerbung. Für den Zugang zur praxisintegrierten Ausbildung (PiA) ist zusätzlich ein Ausbildungsvertrag mit einem Träger notwendig, der die Praxisstelle für die gesamte Ausbildungsdauer stellt. Wer bereits eine pädagogische Vorausbildung wie Kinderpflegerin, Sozialassistent oder Heilerziehungspflegehelfer mitbringt, wird in vielen Bundesländern direkt zur Fachschule zugelassen, ohne ein zusätzliches Vorpraktikum nachweisen zu müssen.

Umschulung zum Erzieher: Ablauf und Dauer

Klassisch verläuft die Ausbildung vollzeitschulisch über zwei bis drei Jahre an der Fachschule, gefolgt von einem einjährigen, teilweise vergüteten Berufsanerkennungsjahr in der Praxis. Die praxisintegrierte Form (PiA) verbindet Theorie und Praxis von Anfang an über drei bis vier Jahre und wird durchgehend vergütet, was den Wechsel aus einem bezahlten Job in die Ausbildung finanziell erleichtert. Wer bereits eine einschlägige Vorausbildung mitbringt, kann die Zeit an der Fachschule in manchen Bundesländern verkürzen.

AusbildungsformTypische Dauer
Vollzeitschulisch plus Anerkennungsjahr3 bis 4 Jahre
Praxisintegriert (PiA), vergütet3 bis 4 Jahre
Verkürzt mit einschlägiger Vorausbildungje nach Bundesland 2 bis 3 Jahre
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Förderung mit Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld)

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und Erzieherin oder Erzieher werden möchte, klärt den Weg zuerst im Gespräch mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus.

  1. Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit vor Ausbildungsbeginn (Pflicht nach Paragraf 81 Abs. 4 SGB III)
  2. Zusicherung des Bildungsgutscheins, gültig für höchstens drei Monate
  3. Bewilligung, sobald Fachschule und gegebenenfalls Praxisträger nach AZAV zugelassen sind
  4. Während der Ausbildung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
  5. Bei der praxisintegrierten Form wird die Ausbildungsvergütung als Einkommen angerechnet

Die Erzieherausbildung ist landesrechtlich und nicht nach BBiG geregelt; nach § 87a SGB III gibt es trotzdem die Weiterbildungsprämie, weil die Norm nur eine bundes- oder landesrechtlich festgelegte Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren verlangt: 1.500 Euro nach bestandener Abschlussprüfung, 1.000 Euro für eine Zwischenprüfung nur, wo die Vorschriften eine solche vorsehen. Dafür übernimmt der Bildungsgutschein die gesamte Ausbildungsdauer, auch wenn sie mehrere Jahre umfasst. Nicht jede Fachschule ist AZAV-zugelassen, deshalb vor der Anmeldung mit der Agentur für Arbeit abklären, ob die gewünschte Schule förderfähig ist. Wer die Fachschule ohne Bildungsgutschein besucht, riskiert nach Paragraf 7 Abs. 5 und 6 SGB II den Wegfall des Grundsicherungsgeldes, weil eine dem Grunde nach BAföG-förderfähige schulische Ausbildung ohne Gutschein den Anspruch ausschließt. Wichtig ist zudem die Reihenfolge: Der Bildungsgutschein muss vor Ausbildungsbeginn vorliegen, ein nachträglicher Antrag nach dem Start ist nicht mehr möglich. Läuft die Ausbildung praxisintegriert, prüft die Agentur für Arbeit zusätzlich, ob die Vergütung des Trägers die Hilfebedürftigkeit ganz oder teilweise beendet.

Verdienst und Aussichten

Nach der Ausbildung liegt der Verdienst laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit im Median bei 4.314 Euro brutto im Monat in Vollzeit auf Spezialistenniveau, in einigen Bundesländern wird der Abschluss zusätzlich als Bachelor Professional geführt. Öffentliche Träger vergüten häufig nach TVöD SuE, kirchliche und private Träger orientieren sich meist daran, sodass der Lebensunterhalt nach der Ausbildung gesichert ist. Mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen, etwa als Fachkraft für Sprachförderung, Praxisanleitung oder Leitungskraft, verbessern sich die Berufsaussichten zusätzlich. Wegen des anhaltenden Personalmangels in Kitas und in der Jugendarbeit übernehmen viele Träger neue pädagogische Fachkräfte direkt in unbefristete Stellen.

Alternativen zur Umschulung als Erzieher

Wer eine kürzere Ausbildung sucht, findet mit Umschulung Kinderpflegerin oder Umschulung Pädagogische Fachkraft einen Einstieg mit weniger Vorlauf, allerdings mit geringerem Verdienst und eingeschränkteren Aufgaben als die vollwertige Erzieherausbildung. Für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung passt oft Umschulung Heilerziehungspfleger besser. Wer bereits Erzieherin oder Erzieher ist und sich weiterqualifizieren möchte, findet Fortbildungen unter Weiterbildung Erzieher. Fördermöglichkeiten sind auch regional unterschiedlich; welche Angebote es vor Ort gibt, klärt am besten die Agentur für Arbeit über die Weiterbildungssuche mein NOW.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Umschulung als Erzieher?

Je nach Bundesland und Ausbildungsform zwischen zwei und sechs Jahren. Praxisintegrierte Modelle mit Vergütung dauern meist drei bis vier Jahre, vollzeitschulische Wege mit Anerkennungsjahr ähnlich lang.

Kann man Erzieherin als Quereinsteiger werden?

Ja, mit mittlerem Schulabschluss und einer einschlägigen Vorausbildung oder einem Vorpraktikum. Die genauen Zugangswege unterscheiden sich je nach Bundesland, eine Nachfrage bei der Fachschule lohnt sich vorab.

Was verdient man bei einer Umschulung zur Erzieherin?

Während der praxisintegrierten Ausbildung zahlt der Träger eine Vergütung, die auf das Grundsicherungsgeld angerechnet wird. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Median bei 4.314 Euro brutto im Monat in Vollzeit.

Ist man mit 50 zu alt für die Umschulung zum Erzieher?

Nein, eine Altersgrenze gibt es nicht. Entscheidend sind der geforderte Schulabschluss und die gesundheitliche und persönliche Eignung für die Arbeit mit Kindern.

Wird die Umschulung zum Erzieher vom Jobcenter gefördert?

Das Jobcenter berät und vermittelt, den Bildungsgutschein stellt die Agentur für Arbeit aus. Voraussetzung ist, dass Fachschule oder Praxisträger nach AZAV zugelassen sind.

Gibt es die Umschulung zum Erzieher berufsbegleitend?

Ja, einige Bundesländer bieten berufsbegleitende Formen für Personen an, die bereits in einem pädagogischen Feld arbeiten. Die Ausbildung dauert dann meist länger als in Vollzeit.

Welche Vorausbildung brauchen Sie für die Umschulung zum Erzieher?

Häufig genügt eine Ausbildung als Kinderpflegerin, Sozialassistent oder ein einschlägiges Vorpraktikum in einer Kita. Manche Fachschulen erkennen auch Berufserfahrung in verwandten sozialen Berufen an, das entscheidet die Schule im Einzelfall.

Wo findet man Angebote für die Umschulung zum Erzieher vor Ort?

Regionale Ausbildungsangebote und Bildungsgutschein-Maßnahmen listet die Weiterbildungssuche mein NOW der Bundesagentur für Arbeit. Die Agentur für Arbeit vor Ort berät zusätzlich zu Fachschulen und Trägern in der Region.

Quellen: BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/9162), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/9162). Stand: September 2026

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