Umschulung Fachinformatiker (IHK): Systemintegration oder Entwicklung

Umschulung Fachinformatiker (IHK): Systemintegration oder Entwicklung
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Fachinformatiker bzw. Fachinformatikerin ist eine bundesweit anerkannte Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Als Umschulung dauert er meist zwei Jahre (24 Monate) statt drei Jahre und lässt sich in vier Fachrichtungen nach einheitlichem Ausbildungsrahmenplan erlernen, am häufigsten Systemintegration oder Anwendungsentwicklung. Die Agentur für Arbeit fördert die Umschulung über den Bildungsgutschein, wenn ein zugelassener Betrieb oder Bildungsträger sie anbietet.

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Fachrichtung zu Ihnen passt, wie die Umschulung startet und wie das Jobcenter den Weg zur Förderung mit Grundsicherungsgeld begleitet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Betrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (Paragraf 180 Abs. 4 SGB III).
  • Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe erwarten in der Praxis meist einen mittleren Schulabschluss und Interesse an IT.
  • Abschluss: Kammerprüfung vor der IHK in einer der vier Fachrichtungen, z.B. Systemintegration oder Anwendungsentwicklung; Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro.
  • Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter.
  • Verdienst: Median 5.189 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Fachrichtung Systemintegration (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025).

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Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

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Was macht ein Fachinformatiker bzw. eine Fachinformatikerin?

Je nach Fachrichtung unterscheiden sich die Aufgaben deutlich, das Berufsbild teilt sich in vier anerkannte Schwerpunkte:

Systemintegration und Anwendungsentwicklung sind die beiden mit Abstand häufigsten Fachrichtungen bei Umschulungen, weil dafür die meisten Ausbildungsplätze und Bildungsgutschein-Maßnahmen angeboten werden. Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung sind neuere Fachrichtungen, für die es bislang seltener spezielle Umschulungsangebote gibt; hier lohnt sich eine gezielte Nachfrage bei größeren Bildungsträgern oder IT-Unternehmen vor Ort.

Fachinformatiker arbeiten in IT-Abteilungen von Unternehmen aller Branchen, bei IT-Dienstleistern, Systemhäusern und in der öffentlichen Verwaltung. Der Arbeitsalltag wechselt zwischen eigenständiger Projektarbeit, Teamabstimmung und dem direkten Kontakt zu Anwendern oder Kunden. Wie groß der Anteil an Kundenkontakt, Teamarbeit und eigenständiger technischer Arbeit ausfällt, hängt stark vom Arbeitgeber und der gewählten Fachrichtung ab. Für Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern bietet die Umschulung damit neue berufliche Perspektiven mit praxisnahem Bezug zur IT.

Voraussetzungen und Zugangsvoraussetzungen für die Umschulung

Rechtlich schreibt die Ausbildungsverordnung keinen bestimmten Schulabschluss vor. In der Praxis verlangen Betriebe und Bildungsträger aber meist einen mittleren Schulabschluss sowie Interesse an Technik und logisches Denkvermögen. Für die Fachrichtung Systemintegration sind technisches Verständnis für Hardware und Netzwerke gefragt, für Anwendungsentwicklung eher Freude an Programmierung und abstraktem Denken. Erste Erfahrungen mit Computern, etwa aus einem früheren Beruf oder einem Hobby, erleichtern den Einstieg, sind aber keine formale Voraussetzung. Bei außerbetrieblichen Umschulungen prüfen manche Bildungsträger vor Beginn mit einem kurzen Eingangstest die Eignung für die gewählte Fachrichtung, damit Sie nicht mitten in der Umschulung merken, dass die Wahl nicht zu Ihnen passt.

Wie starten Sie die Umschulung zum Fachinformatiker?

Der erste Schritt ist das Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter, bei dem die passende Fachrichtung und ein geeigneter Betrieb oder Bildungsträger geklärt werden. Anschließend folgt die Zusicherung des Bildungsgutscheins und die Anmeldung bei einem AZAV-zugelassenen Anbieter. Wer sich für eine betriebliche Umschulung entscheidet, bewirbt sich zusätzlich wie bei einer regulären Ausbildungsstelle direkt bei IT-Unternehmen, idealerweise mit einem kurzen Anschreiben, das die eigene Motivation für den Berufswechsel erklärt.

FachrichtungTypische Dauer als Umschulung
Systemintegration2 Jahre
Anwendungsentwicklung2 Jahre
Daten- und Prozessanalyse2 Jahre
Digitale Vernetzung2 Jahre
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Förderung mit Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld)

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und sich zum Fachinformatiker umschulen lassen möchte, klärt den Weg zuerst im Gespräch mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus.

  1. Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Umschulung (Pflicht nach Paragraf 81 Abs. 4 SGB III)
  2. Zusicherung des Bildungsgutscheins, gültig für höchstens drei Monate
  3. Bewilligung, sobald ein AZAV-zugelassener Bildungsträger oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb feststeht
  4. Während der Umschulung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
  5. Nach bestandenem Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung 1.000 Euro Prämie, nach Teil 2 (Abschlussprüfung) weitere 1.500 Euro
  6. Zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld monatlich für Arbeitslose in der Förderung

Bei einer betrieblichen Umschulung zahlt der Betrieb in der Regel eine Umschulungsvergütung, die auf das Grundsicherungsgeld angerechnet wird. Läuft die Umschulung außerbetrieblich beim Bildungsträger, entfällt diese Vergütung meist, dafür bleibt das Grundsicherungsgeld unverändert. Welche Variante besser passt, betrieblich mit Vergütung oder außerbetrieblich beim Bildungsträger, hängt von der Verfügbarkeit passender Plätze in der Region und von der persönlichen Situation ab und wird im Beratungsgespräch geklärt.

Verdienst und Aussichten

Für die Fachrichtung Systemintegration liegt der Median laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 5.189 Euro brutto im Monat in Vollzeit auf Fachkraftniveau. Der Bedarf an IT-Fachkräften bleibt in nahezu allen Branchen hoch, von der Industrie über Banken und Versicherungen bis zur öffentlichen Verwaltung. Mit Spezialisierung, etwa auf Cloud-Plattformen wie AWS oder Microsoft Azure sowie auf IT-Sicherheit, verbessern sich die Verdienstmöglichkeiten häufig weiter. Zusätzliche Herstellerzertifikate, etwa von AWS oder Microsoft, ergänzen den bundesweit anerkannten IHK-Abschluss und werden von vielen Arbeitgebern honoriert. Nach einigen Jahren Berufserfahrung stehen zudem Aufstiegsfortbildungen offen, etwa zum IT-Fachwirt oder zum Techniker für Informatik, die zusätzliche Verantwortung und meist auch ein höheres Gehalt mit sich bringen.

Alternativen zur Umschulung zum Fachinformatiker

Wer sich stärker auf Programmierung ohne feste Fachrichtungswahl konzentrieren möchte, findet unter Umschulung Softwareentwickler ergänzende Informationen zur Anwendungsentwicklung. Mit Schwerpunkt auf betriebswirtschaftlicher IT passt oft Umschulung Wirtschaftsinformatiker besser. Beide Wege führen ebenfalls zu anerkannten IHK-Abschlüssen und lassen sich über den Bildungsgutschein fördern. Einen Überblick über die Förderung während einer Umschulung gibt die Seite Geldleistungen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umschulung zum Fachinformatiker?

Als verkürzte Umschulung über den Bildungsgutschein meist zwei Jahre, unabhängig von der gewählten Fachrichtung. Die reguläre duale Ausbildung dauert drei Jahre.

Wie starte ich eine Umschulung zum Fachinformatiker?

Der erste Schritt ist das Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter. Dort klären Sie die passende Fachrichtung und ob ein Betrieb oder Bildungsträger für Sie infrage kommt, bevor der Bildungsgutschein zugesichert wird.

Ist die Umschulung zum Fachinformatiker online möglich?

Einzelne Theorieanteile bieten manche Bildungsträger online oder als Hybridunterricht an, die praktischen Projekte und die Kammerprüfung finden aber in Präsenz statt. Eine komplett online absolvierte Umschulung mit IHK-Abschluss gibt es nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Systemintegration und Anwendungsentwicklung?

Systemintegration dreht sich um Netzwerke, Server und IT-Infrastruktur, Anwendungsentwicklung um Programmierung und Softwareprojekte. Welche Fachrichtung passt, hängt davon ab, ob Sie lieber Systeme betreuen oder Software entwickeln möchten.

Wie viel verdient man als Fachinformatiker nach der Umschulung?

Für die Fachrichtung Systemintegration liegt der Median bei 5.189 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau). Mit Berufserfahrung und Spezialisierung sind höhere Gehälter üblich.

Was kostet die Umschulung zum Fachinformatiker?

Mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit entstehen für Sie keine Kosten, der Betrieb oder Bildungsträger rechnet direkt mit der Agentur ab. Voraussetzung ist die vorherige Zusicherung, ein rückwirkender Antrag ist nicht möglich.

Kann man die Umschulung Fachinformatiker Daten und Prozessanalyse machen?

Ja, diese jüngere Fachrichtung ist ebenfalls anerkannt, wird aber seltener als Umschulung angeboten als Systemintegration oder Anwendungsentwicklung. Fragen Sie gezielt bei größeren Bildungsträgern oder IT-Unternehmen nach, ob ein passender Platz frei ist.

Quellen: BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/7847), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/7847). Stand: September 2026

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