Umschulung Floristin: Florist werden als Quereinsteiger

Umschulung Floristin: Florist werden als Quereinsteiger
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Eine Umschulung zur Floristin oder zum Floristen dauert in Vollzeit in der Regel zwei Jahre statt der dreijährigen Ausbildung und endet mit der Abschlussprüfung vor der IHK in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Kosten über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit decken lassen. Der Engpass für Quereinsteiger ist oft ein Blumenfachgeschäft, das einen Umschulungsplatz anbietet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: 2 Jahre als Umschulung in Vollzeit (um ein Drittel verkürzt), 3 Jahre als reguläre Ausbildung, in Teilzeit länger
  • Voraussetzungen: kein Schulabschluss vorgeschrieben; Umschulungsplatz im Betrieb oder bei einem zugelassenen Träger; Fingerfertigkeit, Bereitschaft zur Samstagsarbeit
  • Abschluss: Florist/-in, staatlich anerkannter Ausbildungsberuf im Handel, Prüfung vor der IHK
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, das Grundsicherungsgeld läuft weiter, dazu 150 € Weiterbildungsgeld im Monat und bis zu 2.500 € Prämie
  • Verdienst: Median 2.424 € brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Stichtag 31.12.2025)

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Was macht ein Florist oder eine Floristin?

Floristen binden Sträuße, fertigen Kränze, Brautschmuck und Gestecke, dekorieren Schaufenster und Verkaufsräume und versorgen die Pflanzen im Laden. Ebenso wichtig ist der kaufmännische Teil der Floristik:

Arbeitsorte sind vor allem Floristikfachgeschäfte, Gartencenter und Baumärkte mit Floristikabteilung sowie Gärtnereien mit Blumengeschäft. Samstagsarbeit ist üblich, der Tag beginnt oft früh. Vor Valentinstag, Muttertag, Totensonntag und Weihnachten sowie in der Hochzeitssaison wird es voll. Sie stehen viel und heben schwere Gefäße.

Florist als Quereinsteiger: Voraussetzungen für die Umschulung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Von den 684 Menschen, die 2024 eine Ausbildung zum Floristen begannen, hatten 49 Prozent einen mittleren Abschluss, 25 Prozent einen Hauptschulabschluss und 20 Prozent die Hochschulreife. Laut BERUFENET zählen Geschicklichkeit beim Binden und Anschneiden, Sinn für Farben und Formen, Kundenorientierung und kaufmännisches Denken.

Die Agentur für Arbeit kann nach § 81 SGB III fördern, wenn die Umschulung für Ihre berufliche Eingliederung notwendig ist, Sie vor Beginn beraten wurden und Maßnahme und Träger zugelassen sind. Ohne verwertbaren Berufsabschluss haben Sie sogar einen Rechtsanspruch auf die Förderung, wenn Sie geeignet sind und Ihre Chancen steigen (§ 81 Abs. 2 SGB III); wer dann weniger als drei Jahre berufstätig war, wird nur ausnahmsweise gefördert. Als berufliche Tätigkeit zählen dabei auch Jobs ab 15 Wochenstunden, eine abgebrochene Ausbildung und die Arbeit im eigenen Haushalt mit mindestens zwei Personen. Ein Praktikum im Blumenladen, am besten vor einem Feiertag, zeigt Ihnen und der Agentur, ob der Beruf passt. Allergien gegen Pollen oder Pflanzensäfte klären Sie vorher ab.

Wie lange dauert die Umschulung zur Floristin?

Die reguläre Florist-Ausbildung dauert drei Jahre (§ 2 FloristAusbV). Eine geförderte Umschulung in Vollzeit muss nach § 180 Abs. 4 SGB III grundsätzlich um mindestens ein Drittel kürzer sein, also höchstens zwei Jahre dauern. Sie läuft als Einzelumschulung im Betrieb mit Berufsschule oder als Gruppenumschulung bei einem Bildungsträger mit Praxisphasen im Betrieb.

Seit 1. August 2025 gilt eine neue Ausbildungsverordnung. Sie sieht keine Zwischenprüfung vor, sondern eine gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen. Den Termin für Teil 1 legt bei verkürzter Dauer die IHK fest.

PrüfungInhaltBedeutung für Sie
Teil 1: Herstellen floraler Werkstückevier Arbeitsaufgaben in 150 Minuten, etwa Sträuße binden, Anstecker herstellen, Kranzkörper binden und Pflanzungen anfertigen, dazu 60 Minuten schriftlich zur Pflanzenpflege20 % der Endnote; 1.000 € Weiterbildungsprämie bei mindestens ausreichender Leistung
Teil 2: Entwerfen und Umsetzen floraler ProjekteEntwurf mit Werkstoffliste und Kalkulation (120 Minuten), Präsentation und Fachgespräch (30 Minuten), dann Kernstück und zwei Begleitstücke in 210 Minuten40 % der Endnote; Anlass ist Tisch-, Hochzeits-, Trauer- oder Raumfloristik
Teil 2: schriftliche BereicheAngewandte Technologie (90 Minuten), Warenwirtschaft (90 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)zusammen 40 %; nach Bestehen 1.500 € Prämie und der Berufsabschluss
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Umschulung Floristin über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Seit dem 1. Januar 2025 entscheidet die Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) auch für Menschen im Grundsicherungsgeld über die Förderung und stellt den Bildungsgutschein aus. Das Jobcenter bleibt Ihr erster Ansprechpartner:

  1. Sprechen Sie Ihre Vermittlungsfachkraft im Jobcenter an (Arbeitsvermittlung) und bringen Sie Belege mit, etwa eine Praktikumsbescheinigung oder die Zusage eines Betriebs.
  2. Die Agentur für Arbeit berät Sie zur Weiterbildung und prüft die Voraussetzungen.
  3. Suchen Sie parallel einen Platz: Fragen Sie Blumenfachgeschäfte vor Ort direkt an. Gruppenumschulungen zugelassener Träger finden Sie in der Weiterbildungssuche von mein NOW, dem Nachfolger von KURSNET.
  4. Die Agentur stellt den Bildungsgutschein aus. Er gilt höchstens drei Monate. Beginnen Sie erst, wenn Beratung und Gutschein vorliegen (§ 81 Abs. 4 SGB III).
  5. Reichen Sie nach Teil 1 und nach der Abschlussprüfung jeweils den Nachweis der IHK bei der Agentur ein.

Ihr Lebensunterhalt läuft über das Grundsicherungsgeld weiter, solange Sie hilfebedürftig sind. Arbeitslosengeld bei Weiterbildung gibt es nur bei einem zusätzlichen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Zusätzlich erhalten Sie nach § 87a SGB III 150 € Weiterbildungsgeld im Monat, das wie die Prämie nicht auf das Grundsicherungsgeld angerechnet wird. Die Prämie beträgt 1.000 € nach dem ersten Teil der gestreckten Abschlussprüfung und 1.500 € nach bestandener Abschlussprüfung.

Die Agentur trägt die Lehrgangskosten des Trägers, Prüfungsgebühren, Fahrkosten und notwendige Arbeitskleidung. Bei Blockunterricht fern vom Wohnort kann sie Unterbringung (bis 420 € im Monat) und Verpflegung (bis 168 € im Monat) zahlen, für aufsichtsbedürftige Kinder 160 € je Kind und Monat. Können Sie Ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, kann auch die Deutsche Rentenversicherung zuständig sein (siehe Menschen mit Behinderung).

Florist Gehalt für Quereinsteiger und Aussichten

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen Fachkräfte in der Floristik in Vollzeit im Median 2.424 € brutto im Monat (Stichtag 31.12.2025). Ein Viertel liegt unter 2.082 €, ein Viertel über 2.752 €. Zum Vergleich: Der Mindestlohn von 13,90 € (seit Januar 2026) ergibt bei 40 Wochenstunden rund 2.400 € im Monat, fast so viel wie der Median von Ende 2025. Rechnen Sie nach der Umschulung deshalb mit einem Gehalt nahe dem Mindestlohn. Prüfen Sie bei Jobs Vertragsart und Wochenstunden, etwa ob die Stelle unbefristet ist oder nur Teilzeit mit 30 Wochenstunden bietet. Mit Familie kann ergänzendes Grundsicherungsgeld nötig bleiben.

Arbeitgeber brauchten 2023 überdurchschnittlich lange, um Stellen zu besetzen. Bis 2040 erwartet BERUFENET aber weniger Erwerbstätige im Beruf und mehr neue Arbeitskräfte, als altersbedingt ausscheiden. Der naheliegende Aufstieg ist der Geprüfte Floristmeister: zugelassen wird, wer nach dem Abschluss drei Jahre Berufspraxis hat oder sechs Jahre Praxis nachweist, dazu den Sachkundenachweis Pflanzenschutz (§ 2 FloristMFPrV). Vorbereitungskurse können über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Auch ein eigenes Blumengeschäft ist möglich.

Alternativen zur Umschulung Florist/-in

BERUFENET nennt als naheliegende Alternativen Gärtner/-in in den Fachrichtungen Zierpflanzenbau, Friedhofsgärtnerei oder Staudengärtnerei, in denen Sie ebenfalls Pflanzen pflegen und verkaufen (siehe Umschulung zum Gärtner). Wer vor allem gern berät und verkauft, schaut sich Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel an. Wer wegen einer Behinderung keine reguläre Ausbildung schafft, kann Fachpraktiker/-in für Floristik werden (§ 66 BBiG), im Betrieb oder in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation. Weitere Berufe zeigt die Übersicht der Umschulungsberufe.

Häufige Fragen

Kann man ohne Ausbildung Floristin werden?

Im Blumenladen arbeiten dürfen Sie auch ohne Abschluss, etwa als Aushilfe. Für Fachkraftstellen verlangen Betriebe aber meist den Abschluss. Wer viereinhalb Jahre, das Eineinhalbfache der Ausbildungszeit, in der Floristik gearbeitet hat, kann die Abschlussprüfung als Externer ablegen (§ 45 Abs. 2 BBiG). Ab 25 Jahren bescheinigt die IHK nach gleicher Berufszeit Ihr Können per Validierung, ohne Berufsabschluss (§ 50b BBiG).

Gibt es die Umschulung zur Floristin in Teilzeit?

Ja, grundsätzlich. Die Agentur für Arbeit soll in geeigneten Fällen auf abschlussorientierte Weiterbildung in Teilzeit hinweisen; die Dauer verlängert sich, Weiterbildungsgeld und Prämie bleiben gleich hoch. Entscheidend ist, ob ein Betrieb oder Träger ein Teilzeitmodell anbietet. Eine reguläre Ausbildung kann nach § 7a BBiG in Teilzeit laufen, höchstens bis zum Eineinhalbfachen der Dauer.

Gibt es eine Floristin-Ausbildung für Erwachsene?

Ja, eine Altersgrenze gibt es weder für die Ausbildung noch für die geförderte Umschulung. Statt der Umschulung ist auch eine reguläre dreijährige Ausbildung mit Vergütung möglich. Laut BERUFENET sind das im Blumeneinzelhandel etwa 724 bis 900 € im ersten und 977 bis 1.100 € im dritten Jahr. Ob daneben Grundsicherungsgeld möglich bleibt, klären Sie vorher mit dem Jobcenter.

Welche Weiterbildung gibt es als Floristin?

Kurze Anpassungsweiterbildungen, etwa zur Warenpräsentation, halten das Wissen aktuell. Der wichtigste Aufstieg ist die IHK-Prüfung zum Geprüften Floristmeister, für die das Aufstiegs-BAföG infrage kommt. Mit dem Meister ist ein Studium auch ohne Abitur möglich, zum Beispiel Gartenbau.

Führen Floristikkurse für Quereinsteiger zu einem Abschluss?

Nein. Floristikkurse von Volkshochschulen oder privaten Schulen vermitteln Techniken, führen aber nicht zum staatlich anerkannten Abschluss als Florist. Den gibt es nur über Ausbildung, Umschulung oder Externenprüfung vor der IHK. Um vor dem Antrag das eigene Geschick zu testen, sind sie trotzdem sinnvoll.

Kann man die Umschulung zur Floristin online machen?

Nein. Binden, Stecken und Kranzbinden lernen Sie am Werktisch, und die Prüfung ist überwiegend praktisch. Seit 2024 erlaubt das Berufsbildungsgesetz zwar, Teile der Ausbildung digital und mobil zu vermitteln. Ein reiner Online-Kurs oder Fernlehrgang führt aber nicht zum Berufsabschluss und ist keine Umschulung.

Quellen: FloristAusbV 2025, FloristMFPrV, SGB III (§§ 81, 83-87a, 180), BBiG (§§ 7a, 45, 50b, 66), Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung, BERUFENET Florist/in, BERUFENET Floristmeister/in, Entgeltatlas der BA, BA-Merkblatt 6 Weiterbildung (Januar 2026), BA-Weisungen Förderung der beruflichen Weiterbildung (Januar 2026). Stand: September 2026

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