Weiterbildung Betreuungskraft: Ablauf, Dauer und Förderung

Weiterbildung Betreuungskraft: Ablauf, Dauer und Förderung
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Die Weiterbildung zur Betreuungskraft nach Paragraf 53b SGB XI dauert je nach Anbieter einige Wochen bis wenige Monate und endet mit einem Zertifikat des Bildungsträgers, nicht mit einem staatlichen Berufsabschluss. Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) können die Kosten über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit abdecken lassen, wenn Kurs und Träger zugelassen sind. Erster Ansprechpartner bleibt die Vermittlungsfachkraft im Jobcenter.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: kein bundeseinheitlicher Stundenumfang, üblich sind ein Orientierungspraktikum von 40 Stunden und mindestens 160 Unterrichtsstunden plus zwei Wochen Betreuungspraktikum
  • Voraussetzungen: keine bestimmte Vorbildung gesetzlich vorgeschrieben; Bildungsträger verlangen häufig ärztliches Attest, Erste-Hilfe-Kurs und ein Führungszeugnis
  • Abschluss: Zertifikat des Bildungsträgers nach der Betreuungskräfte-Richtlinie (Paragraf 53b SGB XI), kein staatlicher Berufsabschluss; danach jährlich mindestens 16 Stunden Fortbildungspflicht
  • Förderung: als Weiterbildung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn Kurs und Träger nach AZAV zugelassen sind; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: Median 3.203 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Helferniveau der Berufsgattung 83141, Stichtag 31.12.2025); viele Stellen sind Teilzeit

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Was macht eine Betreuungskraft nach Paragraf 53b SGB XI?

Betreuungskräfte nach Paragraf 53b SGB XI übernehmen die allgemeine Betreuung und Aktivierung von pflegebedürftigen Menschen, vor allem in stationären Pflegeeinrichtungen. Grundpflege wie Waschen oder Medikamentengabe und Behandlungspflege gehören ausdrücklich nicht zu ihren Aufgaben, dafür bleiben examinierte Pflegefachkräfte zuständig. Die Betreuungskraft entlastet das Pflegeteam, indem sie sich Zeit für die soziale Betreuung nimmt, die im engen Pflegealltag sonst oft zu kurz kommt. Zu den typischen Aufgaben zählen:

Weiterbildung Betreuungskraft als Quereinstieg in die Pflege: Wer bislang keine Erfahrung in der Pflege hat, kann mit dieser Weiterbildung erstmals in den Bereich einsteigen. Wer bereits als Pflegehilfskraft, Alltagsbegleiterin oder in der Hauswirtschaft eines Pflegeheims arbeitet, ergänzt mit dem Zertifikat eine anerkannte Zusatzqualifikation und verbessert damit die Chancen auf eine unbefristete Stelle.

Voraussetzungen für die Weiterbildung zur Betreuungskraft

Der Gesetzgeber schreibt keine bestimmte Schulbildung vor, die Betreuungskräfte-Richtlinie kennt keinen formalen Bildungsabschluss als Zugangsvoraussetzung. Bildungsträger verlangen in der Praxis aber regelmäßig ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung, einen aktuellen Erste-Hilfe-Kurs und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, da die Arbeit mit einer besonders schutzbedürftigen Personengruppe stattfindet. Manche Träger setzen zudem ein Mindestalter von 18 Jahren voraus. Wichtiger als formale Abschlüsse sind Geduld, Empathie, gute Deutschkenntnisse für die Kommunikation mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie körperliche und psychische Belastbarkeit im Umgang mit alten und kranken Menschen.

Ablauf und Dauer der Weiterbildung Betreuungskraft

Die Betreuungskräfte-Richtlinie des GKV-Spitzenverbands legt einen Mindestumfang fest, den einzelne Bundesländer und Träger unterschiedlich umsetzen. Der theoretische Teil vermittelt Grundlagen zu Kommunikation, Betreuung, Hauswirtschaft und dem Umgang mit Demenz, danach folgen zwei Praxisphasen direkt in einer Pflegeeinrichtung:

BausteinUmfang
Theoretischer Unterrichtmindestens 160 Unterrichtsstunden
Orientierungspraktikum40 Stunden
Betreuungspraktikummindestens zwei Wochen

Manche Bildungsträger bieten den theoretischen Teil als Blended-Learning mit Online-Anteilen an, die beiden Praktika müssen jedoch in einer Pflegeeinrichtung vor Ort stattfinden, weil dort der Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern geübt wird. Nach bestandenem Abschluss verlangt die Betreuungskräfte-Richtlinie jährlich mindestens 16 Stunden Fortbildung, um weiter als anerkannte Betreuungskraft tätig sein zu dürfen. Diese Fortbildungspflicht sollten Interessierte bei der Wahl des Arbeitgebers und des Bildungsträgers gleich mitbedenken.

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Weiterbildung Betreuungskraft über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und sich zur Betreuungskraft weiterbilden möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den eigentlichen Bildungsgutschein stellt danach die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.

  1. Gespräch im Jobcenter: Die Vermittlungsfachkraft prüft, ob die Weiterbildung zur Eingliederung in Arbeit notwendig ist.
  2. Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Kursbeginn (Paragraf 81 Absatz 1 SGB III), verpflichtend für die Förderung.
  3. Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Kurs und Träger; die Suche läuft über mein NOW, den Nachfolger von KURSNET.
  4. Während des Kurses läuft das Grundsicherungsgeld normal weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht.
  5. Neben den reinen Lehrgangskosten kann die Agentur auch Fahrkosten sowie bei Bedarf Kinderbetreuungskosten übernehmen (Paragraf 85 und 87 SGB III).

Da es sich bei der Betreuungskraft-Weiterbildung um keinen anerkannten Ausbildungsberuf mit mindestens zweijähriger Dauer handelt, entfallen die Weiterbildungsprämie und das Weiterbildungsgeld nach Paragraf 87a SGB III. Das unterscheidet die Betreuungskraft von Umschulungen in echte Ausbildungsberufe wie der Pflegefachkraft. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Weiterbildung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit; das Jobcenter bleibt aber die zuständige Stelle für Beratung und Vermittlung.

Verdienst und Aussichten als Betreuungskraft

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Helfertätigkeiten in der Berufsgattung 83141 einen Medianverdienst von 3.203 Euro brutto im Monat bei Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Viele Stellen für Betreuungskräfte sind allerdings in Teilzeit ausgeschrieben, was den tatsächlichen monatlichen Verdienst spürbar senkt. Der demografische Wandel sorgt in Alten- und Pflegeheimen für eine anhaltend hohe Nachfrage nach zusätzlichen Betreuungskräften, sodass die Jobchancen nach der Weiterbildung bundesweit gut eingeschätzt werden. Wer sich nach einigen Jahren Praxis weiterentwickeln möchte, kann auf dieser Basis eine Ausbildung oder Umschulung zur Pflegefachkraft anschließen und damit deutlich höhere Verdienstmöglichkeiten erreichen.

Alternativen zur Weiterbildung Betreuungskraft

Wer sich längerfristig stärker in der Pflege engagieren möchte, findet mit der Betreuungskraft-Weiterbildung nur einen Einstieg. Anerkannte Ausbildungsberufe mit besserer Bezahlung und mehr Verantwortung sind die generalistische Umschulung zur Pflegefachkraft oder die Umschulung in der Altenpflege. Für einen niedrigschwelligeren Einstieg ohne die volle Betreuungskraft-Qualifikation kommt auch die Umschulung zum Pflegehelfer infrage. Wer noch keine Erfahrung im Pflegebereich hat und einen breiteren Überblick zum Berufsbild sucht, findet ihn auf der Seite Umschulung Betreuungskraft.

Häufige Fragen

Ist die Weiterbildung zur Betreuungskraft kostenlos über das Jobcenter?

Nicht das Jobcenter, sondern die Agentur für Arbeit übernimmt bei Bewilligung eines Bildungsgutscheins die Lehrgangskosten für einen AZAV-zugelassenen Kurs. Voraussetzung ist ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn und die Einschätzung, dass die Weiterbildung für die Eingliederung notwendig ist.

Was bedeutet Betreuungskraft nach 43b SGB XI?

Paragraf 43b SGB XI regelt zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in der Pflege, Paragraf 53b SGB XI die Qualifikation der dafür eingesetzten Betreuungskräfte. Beide Vorschriften gehören zusammen und werden in der Praxis oft nur als 53b abgekürzt.

Kann ich die Weiterbildung Betreuungskraft online machen?

Den theoretischen Teil bieten manche Träger als Online- oder Blended-Learning-Format an. Das Orientierungspraktikum und das Betreuungspraktikum müssen jedoch in einer Pflegeeinrichtung vor Ort stattfinden, weil dort der Umgang mit Bewohnerinnen und Bewohnern geübt wird.

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Betreuungskraft?

Es gibt keinen bundeseinheitlichen Stundenumfang. Als Richtwert gelten mindestens 160 Unterrichtsstunden plus ein 40-stündiges Orientierungspraktikum und ein mindestens zweiwöchiges Betreuungspraktikum, je nach Träger auf einige Wochen bis wenige Monate verteilt.

Bekomme ich während der Weiterbildung weiter Grundsicherungsgeld?

Ja, solange die Hilfebedürftigkeit fortbesteht, läuft das Grundsicherungsgeld während der geförderten Weiterbildung normal weiter. Eine Weiterbildungsprämie oder Weiterbildungsgeld nach Paragraf 87a SGB III gibt es hier nicht, weil die Betreuungskraft kein Ausbildungsberuf ist.

Brauche ich für die Weiterbildung Betreuungskraft einen Schulabschluss?

Nein, gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Bildungsträger achten stärker auf persönliche Eignung, ein ärztliches Attest, einen Erste-Hilfe-Kurs und ein einwandfreies Führungszeugnis.

Was verdient eine Betreuungskraft in der Pflege?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Medianverdienst auf Helferniveau bei 3.203 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stand 31.12.2025. Da viele Stellen in Teilzeit ausgeschrieben sind, fällt der tatsächliche Verdienst in der Praxis oft niedriger aus.

Quellen: Betreuungskräfte-Richtlinie nach Paragraf 53b SGB XI (gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/beratung_und_betreuung/betreuungskraefte/20221121_Richtlinien_nach_53b_SGB_XI_Betreuungskraefte-RL_nach_Genehmigung_BMG.pdf), BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/9066), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/9066), Paragraf 81, 85, 87 und 87a SGB III (gesetze-im-internet.de/sgb_3/). Stand: September 2026.

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