Weiterbildung Case Management: DGCC-Zertifikat, Voraussetzungen

Weiterbildung Case Management: DGCC-Zertifikat, Voraussetzungen
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Eine Case Management Weiterbildung ist ein Zertifikatslehrgang nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) mit 210 Unterrichtseinheiten, kein staatlich anerkannter Berufsabschluss. Die Bezeichnung "Case Manager" ist nicht gesetzlich geschützt; Qualität und Anerkennung hängen deshalb stark von der Zertifizierung des Trägers ab. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht und bereits eine einschlägige Berufserfahrung im Sozial- oder Gesundheitswesen mitbringt, kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen, wenn der Kurs für notwendig gehalten wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: 210 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten nach DGCC-Standard, davon mindestens 100 in Präsenz, meist berufsbegleitend über mehrere Monate verteilt
  • Voraussetzungen: je nach Vorbildung ein einschlägiges Studium (z. B. Soziale Arbeit, Pflege) mit 1 Jahr Praxis, oder eine Berufsfachschulausbildung im Sozial-/Gesundheitswesen mit mindestens 3 Jahren Praxis
  • Abschluss: Zertifikat Case Manager/Case Managerin (DGCC) der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management, kein staatlich anerkannter Berufsabschluss
  • Förderung: als Weiterbildung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich, wenn Kurs und Träger nach AZAV zugelassen sind; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: keine belastbare bundesweite Zahl, da Case Management kein eigener Ausbildungsberuf ist; der Verdienst richtet sich nach dem jeweiligen Grundberuf und dessen Tarif oder Entgeltgruppe

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Was ist Case Management?

Case Management ist ein Verfahren, mit dem Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf im Sozial- und Gesundheitswesen gezielt begleitet werden. Case Managerinnen und Case Manager übernehmen dabei vor allem:

Case Management unterscheidet sich von der Pflegeberatung nach § 7a SGB XI: Pflegeberatung ist eine gesetzlich geregelte Einzelberatung, Case Management umfasst zusätzlich die Steuerung des gesamten Versorgungsprozesses und ist nicht gesetzlich geregelt. Eingesetzt wird Case Management unter anderem in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken, in der ambulanten und stationären Pflege, bei Krankenkassen, in der Eingliederungshilfe und in sozialen Diensten sowie im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Weil die Fälle oft mehrere Zuständigkeiten berühren, etwa Pflegeversicherung, Krankenkasse und Jugendhilfe gleichzeitig, braucht Case Management ein solides Verständnis der jeweiligen Sozialgesetzbücher.

Voraussetzungen für die Weiterbildung Case Management

Die Weiterbildung richtet sich nicht an völlige Quereinsteiger, sondern an Fachkräfte, die bereits im Sozial- oder Gesundheitswesen tätig sind. Nach den DGCC-Richtlinien gelten je nach Vorbildung unterschiedliche Zugangswege, bei Berufsfachschulausbildung zusätzlich mit Nachweisen zur Beratungskompetenz (120 UE) und zur sozialrechtlichen Kompetenz (40 UE):

VorbildungErforderliche Berufserfahrung
Einschlägiges Studium (z. B. Soziale Arbeit, Pflegewissenschaft)mindestens 1 Jahr
Berufsfachschulausbildung im Sozial-/Gesundheitswesenmindestens 3 Jahre

Persönlich wichtig sind Organisationstalent, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, auch in komplexen, belastenden Fällen den Überblick zu behalten.

Dauer und Ablauf der Weiterbildung Case Management

Eine DGCC-zertifizierte Weiterbildung umfasst mindestens 210 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, davon mindestens 100 Unterrichtseinheiten in Präsenz. Sie gliedert sich in ein Basismodul mit Grundlagen des Case Managements, ein Aufbaumodul mit handlungsspezifischen Inhalten sowie Anteile für kollegiale Beratung und Supervision. Die meisten Anbieter führen die Weiterbildung berufsbegleitend über mehrere Monate durch, mit Präsenztagen im Abstand von einigen Wochen; am Ende steht eine Abschlussprüfung, meist eine schriftliche Arbeit mit Kolloquium.

Vollzeit, berufsbegleitend oder online: Studienformen im Case Management

Die meisten Anbieter führen die Weiterbildung berufsbegleitend durch: Präsenztage wechseln sich mit Phasen des Selbststudiums und teils mit Online-Lernplattformen ab, sodass Teilnehmende parallel weiterarbeiten können. Reine Vollzeitformate gibt es ebenfalls, sie konzentrieren die Lernzeit, bedeuten aber meist einen vorübergehenden Verzicht auf das reguläre Einkommen. Vollständig online lässt sich die Weiterbildung in der Regel nicht absolvieren, weil die DGCC-Richtlinien einen Mindestanteil an Präsenzzeit vorschreiben; einzelne Module können aber als Blended Learning mit Online-Anteilen angeboten werden. Welche Form ein Träger anbietet, ist vor der Anmeldung direkt zu erfragen, ebenso wie die Anerkennung nach DGCC-Standard.

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Case Management über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und bereits im Sozial- oder Gesundheitswesen arbeitet, bespricht den Wunsch nach einer Case-Management-Weiterbildung zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter.

  1. Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Weiterbildung für die Eingliederung notwendig ist
  2. Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
  3. Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Träger und eine DGCC-konforme Weiterbildung
  4. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Weiterbildung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht

Das Jobcenter zahlt die Weiterbildung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit. Weil Case Management kein eigener Ausbildungsberuf mit mindestens zweijähriger Dauer ist, entsteht daraus kein Anspruch auf die Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III.

Gehalt als Case Manager

Für "Case Manager" gibt es keinen eigenen Ausbildungsberuf und deshalb auch keine eigene Verdienstzahl im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Der tatsächliche Verdienst richtet sich nach dem jeweiligen Grundberuf, etwa Pflegefachkraft, Sozialarbeiter oder Gesundheits- und Sozialmanager, und dessen Tarif oder Entgeltgruppe, zum Beispiel TVöD im öffentlichen Dienst. Die Zusatzqualifikation Case Management kann innerhalb des bestehenden Tarifsystems zu einer höheren Eingruppierung oder zu anspruchsvolleren Aufgaben führen, eine pauschale bundesweite Zahl dafür lässt sich seriös nicht angeben.

Alternativen zur Weiterbildung Case Management

Wer in der Pflege vor allem beraten statt den gesamten Versorgungsprozess steuern möchte, informiert sich über die Weiterbildung zum Pflegeberater nach § 7a SGB XI. Wer stattdessen eine Leitungsfunktion in der Pflege anstrebt, findet mit der Weiterbildung zur Pflegedienstleitung einen verwandten Weg mit klar geregelten Zugangsvoraussetzungen. Einen Überblick über weitere Qualifizierungen im Sozial- und Gesundheitswesen bietet die Weiterbildungs-Übersicht von jobcenter.info.

Häufige Fragen

Wie kann man Case Manager werden?

Über eine Weiterbildung nach DGCC-Standard mit 210 Unterrichtseinheiten. Vorausgesetzt wird meist ein einschlägiges Studium mit 1 Jahr Berufserfahrung oder eine Berufsfachschulausbildung im Sozial-/Gesundheitswesen mit mindestens 3 Jahren Praxis.

Welche Weiterbildung braucht man für Case Management?

Anerkannt ist vor allem eine DGCC-zertifizierte Weiterbildung mit mindestens 210 Unterrichtseinheiten, davon mindestens 100 in Präsenz, die mit dem Zertifikat Case Manager/Case Managerin DGCC endet.

Wie lange dauert die Weiterbildung im Case Management?

Nach DGCC-Standard mindestens 210 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, berufsbegleitend meist über mehrere Monate verteilt. Vollzeitformate können die Dauer entsprechend verkürzen.

Was verdient man als Case Manager?

Eine eigene Verdienstzahl gibt es nicht, weil Case Management kein eigener Ausbildungsberuf ist. Der Verdienst richtet sich nach dem Grundberuf und dessen Tarif, etwa TVöD im öffentlichen Dienst.

Ist Case Manager ein geschützter Titel?

Nein, die Bezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt. Orientierung bietet die Zertifizierung nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC).

Kann man die Case-Management-Weiterbildung online machen?

Komplett online in der Regel nicht, weil die DGCC-Richtlinien einen Mindestanteil an Präsenzzeit vorschreiben. Einzelne Module lassen sich aber als Blended Learning mit Online-Anteilen absolvieren.

Was kostet eine Case-Management-Weiterbildung?

Die Kosten unterscheiden sich stark je nach Anbieter, Format und Umfang; eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Bei Förderung mit Bildungsgutschein übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten des zugelassenen Lehrgangs.

Kann man die Case-Management-Weiterbildung über das Jobcenter fördern lassen?

Ja, über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn Kurs und Träger nach AZAV zugelassen sind und die Maßnahme als notwendig für die Eingliederung gilt. Erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter.

Quellen: DGCC-Weiterbildungsrichtlinien, BERUFENET (Fallmanager/in), § 81 und § 87a SGB III, § 7a SGB XI. Stand: September 2026

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