Weiterbildung Palliative Care: Ablauf, Dauer und Förderung

Weiterbildung Palliative Care: Ablauf, Dauer und Förderung
Anzeige

Die Weiterbildung Palliative Care richtet sich an examinierte Pflegefachkräfte und vermittelt die ganzheitliche Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen. Bundesweit einheitlich geregelt ist die Dauer nicht, die meisten Bildungsträger orientieren sich aber am Basiscurriculum mit rund 160 Unterrichtseinheiten. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann einen AZAV-zugelassenen Kurs über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: laut BERUFENET unterschiedlich je nach Bildungsangebot, Unterrichtszeit und Lernform; eine bundeseinheitliche Stundenzahl gibt es nicht, da die Weiterbildung landesrechtlich geregelt ist
  • Voraussetzungen: abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Altenpfleger/-in oder Pflegefachkraft, je nach gewähltem Schwerpunkt Kranken- oder Altenpflege, meist zusätzliche Berufserfahrung
  • Abschluss: Zertifikat als Fachkrankenpfleger/-in bzw. Fachaltenpfleger/-in - Palliativ- und Hospizpflege nach landesrechtlicher Weiterbildungsregelung, kein bundeseinheitlicher Abschluss
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit bei AZAV-zugelassenem Träger möglich; keine Weiterbildungsprämie, da Aufbauqualifikation; Aufstiegs-BAföG im Einzelfall beim Amt für Ausbildungsförderung prüfen
  • Verdienst: Median 5.057 Euro brutto im Monat in Vollzeit für Fachkrankenpfleger/-innen (Entgeltatlas der BA, Spezialistenniveau der Berufsgattung 81313, Stichtag 31.12.2025)

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was ist Palliative Care und wer braucht die Weiterbildung?

Palliative Care versteht Sterben als natürlichen Teil des Lebens und zielt darauf ab, Schmerzen und belastende Symptome zu lindern sowie Lebensqualität und Würde bis zuletzt zu erhalten, statt auf Heilung ausgerichtet zu sein. Anders als in der kurativen Behandlung stehen dabei psychosoziale, spirituelle und kommunikative Aspekte gleichberechtigt neben der medizinisch-pflegerischen Symptomkontrolle, und Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen werden aktiv in Entscheidungen über die weitere Begleitung einbezogen. Die Weiterbildung richtet sich an bereits examinierte Pflegefachkräfte, die in folgenden Bereichen arbeiten möchten:

Zwei Wege zur Qualifikation: Basiscurriculum und landesrechtliche Fachweiterbildung

In der Praxis gibt es zwei unterschiedliche Qualifikationsebenen, die häufig verwechselt werden. Es handelt sich dabei um ein Teilnahmezertifikat des jeweiligen Bildungsträgers, nicht um einen staatlich geregelten Berufsabschluss. Nur in Hessen, dem Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen gibt es zusätzlich eine landesrechtlich geregelte, meist umfangreichere Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger/zur Fachkrankenpflegerin bzw. Fachaltenpfleger/-in - Palliativ- und Hospizpflege mit eigenem, öffentlich-rechtlich geregeltem Abschluss. Für die meisten Arbeitgeber und für die Mitarbeit in SAPV-Teams reicht bundesweit das kürzere Basiscurriculum aus; die landesrechtliche Fachweiterbildung lohnt sich vor allem für Fach- und Leitungspositionen in den genannten fünf Bundesländern.

Voraussetzungen für die Weiterbildung Palliative Care

Vorausgesetzt wird in aller Regel eine abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Altenpfleger/-in oder Pflegefachkraft. Viele Bildungsträger verlangen zusätzlich mehrjährige Berufserfahrung in der Pflege, für die landesrechtlich geregelte Fachweiterbildung laut BERUFENET in der Regel mindestens sechs Monate davon im palliativen Bereich. Persönlich wichtig sind Empathie, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion und Selbstfürsorge, um den emotionalen Anforderungen des Berufsalltags langfristig standzuhalten, etwa durch kollegiale Beratung, Supervision und eine bewusste Trennung von Berufs- und Privatleben. Wer keine Pflegeausbildung hat, aber dennoch Sterbende begleiten möchte, findet mit der Umschulung zur Palliativbegleitung einen eigenen, davon unabhängigen Weg.

Ablauf und Inhalte des Basiscurriculums

Das verbreitete Basiscurriculum umfasst meist rund 160 Unterrichtseinheiten, verteilt auf mehrere Blockwochen, dazwischen häufig eine Hospitationsphase auf einer Palliativstation, in einem Hospiz oder einem ambulanten Palliativdienst. Vermittelt werden unter anderem:

Anzeige

Weiterbildung Palliative Care über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht und die Weiterbildung Palliative Care machen möchte, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.

  1. Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Weiterbildung für die Eingliederung notwendig ist
  2. Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
  3. Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Kurs möglich
  4. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Weiterbildung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht

Weil es sich um eine Aufbauqualifikation auf einer bereits abgeschlossenen Pflegeausbildung handelt, gibt es keine Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III. Nur in den fünf Bundesländern mit landesrechtlich geregelter Fachweiterbildung kann im Einzelfall stattdessen Aufstiegs-BAföG (AFBG) infrage kommen, weil dort eine öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfung vorliegt; das zuständige Amt für Ausbildungsförderung gibt darüber verbindlich Auskunft. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Weiterbildung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kursgebühr zudem ganz oder teilweise, weil sie von der Zusatzqualifikation ihrer Pflegekräfte profitieren.

Gehalt und Aussichten als Palliative-Care-Fachkraft

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Fachkrankenpfleger/innen auf Spezialistenniveau einen Medianverdienst von 5.057 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Weil der Bedarf an palliativer Versorgung angesichts einer älter werdenden Gesellschaft hoch bleibt, gelten die Jobaussichten für qualifizierte Fachkräfte als gut. Mit Berufserfahrung und weiterer Qualifizierung, etwa zur Praxisanleitung oder zur Stationsleitung, lassen sich Verantwortung und Verdienst zusätzlich steigern. Auch die Übernahme einer koordinierenden Rolle in einem SAPV-Team oder eines Hospizes ist mit entsprechender Erfahrung ein realistischer nächster Schritt.

Alternativen zur Weiterbildung Palliative Care

Wer noch keine Pflegeausbildung hat, aber in der Sterbebegleitung tätig werden möchte, findet mit der Umschulung zur Palliativbegleitung einen eigenständigen Einstieg ohne vorherige Fachausbildung. Wer sich allgemeiner in der Pflege weiterqualifizieren möchte, findet auf der Seite Weiterbildung Pflegefachkraft weitere Spezialisierungswege, etwa in Richtung Weiterbildung Stationsleitung für Führungsaufgaben.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Weiterbildung Palliative Care?

Eine bundeseinheitliche Dauer gibt es nicht. Die meisten Bildungsträger orientieren sich am Basiscurriculum mit rund 160 Unterrichtseinheiten, verteilt auf mehrere Blockwochen über mehrere Monate.

Was kostet eine Palliative Care Weiterbildung?

Die Kosten variieren stark je nach Bildungsträger. Bei Bezug von Grundsicherungsgeld kann ein AZAV-zugelassener Kurs über den Bildungsgutschein gefördert werden, viele Arbeitgeber übernehmen die Gebühr auch direkt.

Was verdient eine Palliative-Care-Fachkraft?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median für Fachkrankenpfleger/innen auf Spezialistenniveau bei 5.057 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stichtag 31.12.2025.

Kann man die Weiterbildung Palliative Care ohne Pflegeausbildung machen?

Nein, vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Altenpfleger/-in oder Pflegefachkraft. Ohne Pflegeausbildung führt der Weg über die separate Umschulung zur Palliativbegleitung.

Kann man als Quereinsteiger Palliativbegleiter/in werden?

Ja, dafür gibt es einen eigenen, von dieser Fachweiterbildung unabhängigen Weg ohne Pflegeausbildung: die Umschulung zur Palliativbegleitung, meist als ehrenamtlicher oder hauptamtlicher Hospizbegleitungskurs organisiert.

Gibt es die Weiterbildung Palliative Care online?

Manche Bildungsträger bieten Teile des Curriculums online oder als Fernlehrgang mit Präsenzblöcken an. Vollständig ortsunabhängig ohne jede Präsenzphase wird die Weiterbildung in der Regel nicht anerkannt.

Quellen: BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 39a und § 132d SGB V, § 2 AFBG. Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...