Weiterbildung Immobilien: Fachwirt, Verwalter und Förderung

Unter Weiterbildung Immobilien fallen mehrere unterschiedliche Wege: die Aufstiegsfortbildung zum Immobilienfachwirt/zur Immobilienfachwirtin, der Sachkundenachweis für Wohnimmobilienverwalter/innen sowie Lehrgänge zu Immobilienbewertung und Immobilienmanagement. Wer bereits eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann/zur Immobilienkauffrau hat oder mit kaufmännischer Erfahrung aufsteigen möchte, kann diese Weiterbildungen bei AZAV-zugelassenen Trägern über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Was: Sammelbegriff für mehrere Wege in die Immobilienbranche: die duale Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau, die Aufstiegsfortbildung zum Immobilienfachwirt sowie die Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung für selbstständige Makler
- Für wen: Berufserfahrene mit kaufmännischem oder handwerklichem Hintergrund, die in Verwaltung, Vermittlung oder Bewirtschaftung von Immobilien wechseln möchten
- Dauer: Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau regulär 3 Jahre, als Umschulung um ein Drittel auf 2 Jahre verkürzbar; Fachwirt-Weiterbildung 2 bis 20 Monate je nach Bildungsangebot
- Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit bei AZAV-zugelassenem Träger; nach Abschluss der Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-frau Weiterbildungsprämie von 1.000 bzw. 1.500 Euro (§ 87a SGB III)
- Wo finden: passende Umschulungs- und Weiterbildungsangebote listet mein NOW, die bundesweite Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit
Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium
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Was umfasst die Weiterbildung Immobilien und Immobilienmanagement?
Die bekannteste Aufstiegsfortbildung ist der geprüfte Immobilienfachwirt/die geprüfte Immobilienfachwirtin (IHK), der auf einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung und Berufspraxis aufbaut und für Führungsaufgaben im Immobilienmanagement qualifiziert. Daneben gibt es den Sachkundenachweis für Wohnimmobilienverwalter/innen: Für Verwalterinnen und Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften verlangt § 34c GewO eine Erlaubnis (Abs. 1 Satz 1 Nr. 4), einen Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung (Abs. 2 Nr. 3) und eine laufende Weiterbildungspflicht von 20 Stunden in drei Jahren (Abs. 2a) - eine förmliche Sachkundeprüfung verlangt § 34c GewO dagegen nicht. Die IHK-Prüfung zum zertifizierten Verwalter/zur zertifizierten Verwalterin ist in § 26a WEG geregelt: Eigentümergemeinschaften können seit 1.12.2023 verlangen, dass ihr Verwalter diesen Nachweis erbringt, verpflichtend ist er aber nicht für jede Verwaltertätigkeit. Diese Weiterbildungspflicht betrifft seit dem 24. Juli 2026 ausdrücklich nur noch Wohnimmobilienverwalter, nicht mehr Immobilienmakler. Ergänzend gibt es kürzere Zertifikatslehrgänge, etwa zu Immobilienbewertung (Wertermittlung, Sachwertverfahren und Marktanalyse), Immobilienmanagement, Projektentwicklung, Facility Management oder Maklertätigkeit, die keine bestimmte Vorbildung voraussetzen. Typische Lehrgangsinhalte sind Grundstückskauf und Grundbuch, Miet-, Pacht- und Erbbaurecht, Wohnungseigentumsrecht, Verkehrswertermittlung, Grundlagen der Finanzierung sowie Marketing und Kundenakquise für die eigene Maklertätigkeit oder Hausverwaltung.
Für wen eignet sich die Weiterbildung Immobilien?
Wer bereits als Immobilienkaufmann/-frau arbeitet, findet mit der Fachwirt-Weiterbildung einen klaren Aufstiegsweg mit mehr Verantwortung, Führungsaufgaben und besseren Karrierechancen. Quereinsteiger/innen mit kaufmännischem oder handwerklichem Hintergrund, etwa aus dem Baugewerbe oder der Finanzbranche, können über kürzere Zertifikatslehrgänge einsteigen, ohne eine komplette Ausbildung nachholen zu müssen. Für die Tätigkeit als Wohnimmobilienverwalter/in in der Hausverwaltung ist die IHK-Sachkundeprüfung inzwischen verpflichtend und damit ein eigenständiger, klar abgegrenzter Weg mit eigenen Zugangsvoraussetzungen. Wer eher im Facility Management oder in der Projektentwicklung arbeiten möchte, findet dafür eigene, praxisorientierte Zertifikatslehrgänge ohne die strengen Zugangsvoraussetzungen der Fachwirt-Prüfung. Wichtige persönliche Voraussetzungen für alle Wege sind kaufmännisches Denken, Verhandlungsgeschick im Umgang mit Eigentümerinnen, Eigentümern und Mieterschaft sowie Organisationstalent, weil Termine, Fristen und rechtliche Vorgaben zuverlässig eingehalten werden müssen.
Ablauf und Dauer: Vom Immobilienkaufmann zum Fachwirt
Für die Fachwirt-Prüfung braucht man eine passende kaufmännische Qualifikation: Zugang erhält, wer eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Immobilienwirtschaft mit einschlägiger Berufspraxis nachweist, alternativ eine andere kaufmännische Ausbildung mit entsprechender Praxis oder mindestens fünf Jahre einschlägige Berufspraxis ohne Ausbildungsabschluss. Diese dritte Variante öffnet die Fachwirt-Weiterbildung auch für Quereinsteiger/innen, die zum Beispiel als Hausmeister/in, im Facility-Management oder in der Bauverwaltung gearbeitet haben, ohne je eine kaufmännische Ausbildung durchlaufen zu haben.
| Weiterbildung | Typische Dauer |
|---|---|
| Kompakter Zertifikatslehrgang mit IHK-Zertifikat (z. B. Immobilienbewertung, Maklertätigkeit) | 2 Wochen bis wenige Monate, oft berufsbegleitend |
| Geprüfte/r Immobilienfachwirt/in (IHK) | etwa 1,5 Jahre im Fernstudium oder Distance Learning, kompakter in Vollzeit |
Vermittelt werden unter anderem Immobilienbewirtschaftung, Bauprojektmanagement, Marktorientierung und Vertrieb sowie Grundlagen des Immobilienrechts wie Miet-, Wohnungseigentums- und Maklerrecht, sodass Teilnehmende praxisnahes Know-how für den direkten Berufsalltag erwerben. Die Fachwirt-Prüfung besteht aus mehreren schriftlichen Handlungsbereichen und einer mündlichen Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Viele Bildungsträger bieten die Fachwirt-Weiterbildung im Distance Learning an, bei dem Teilnehmende Videokonferenzen und aufgezeichnete Einheiten von zu Hause aus verfolgen und nur an wenigen Präsenztagen vor Ort erscheinen müssen. Diese Organisation erleichtert es, die Weiterbildung neben einem bestehenden Job in der Immobilienbranche zu absolvieren, ohne über längere Zeit ganz auszufallen.
Weiterbildung Immobilien über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld
Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht und sich in der Immobilienbranche weiterbilden möchte, bespricht den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.
- Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob die Weiterbildung für die Eingliederung notwendig ist
- Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Kursbeginn (§ 81 Abs. 1 SGB III)
- Bildungsgutschein nur für einen nach AZAV zugelassenen Lehrgang und Träger
- Das Grundsicherungsgeld läuft während der Weiterbildung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
Eine Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III gibt es nur im Zusammenhang mit der Umschulung zum Immobilienkaufmann/zur Immobilienkauffrau, weil nur diese ein anerkannter Ausbildungsberuf mit mindestens zweijähriger Dauer ist. Die Fachwirt-Weiterbildung und die Verwalter-Sachkundeprüfung sind Aufstiegsfortbildungen ohne diese Prämie, können aber unter Umständen zusätzlich über Aufstiegs-BAföG mitfinanziert werden, wenn Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren die Möglichkeiten der reinen Bildungsgutschein-Förderung übersteigen. Wichtig: Das Jobcenter zahlt die Weiterbildung nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit.
Wo findet man Weiterbildungen für Immobilienverwalter und -bewerter?
Die bundesweite Weiterbildungssuche mein NOW der Bundesagentur für Arbeit listet AZAV-zugelassene Anbieter für Fachwirt-Lehrgänge, Verwalter-Sachkunde und Bewertungskurse. Daneben bieten Industrie- und Handelskammern sowie spezialisierte Institute und Akademien wie das EBZ eigene Lehrgänge an, teils im Präsenzunterricht, teils als Distance Learning mit aufgezeichneten Unterrichtseinheiten zum Nacharbeiten. Erfahrene Dozentinnen und Dozenten aus der Praxis vermitteln dabei nicht nur Fachwissen, sondern auch die Kompetenzen, die für Verhandlungen mit Eigentümerinnen, Mietern und Behörden im Alltag gebraucht werden. Vor der Anmeldung lohnt sich ein Vergleich von Zulassungsvoraussetzungen, Prüfungsform und Anerkennung, weil sich Zertifikatslehrgänge und die staatlich anerkannte Fachwirt-Prüfung deutlich in Anspruch und Wert am Arbeitsmarkt unterscheiden. Wer eine Förderung über den Bildungsgutschein anstrebt, sollte vor der Anmeldung gezielt nach der AZAV-Zulassung des jeweiligen Anbieters fragen, weil nicht jeder am Markt beworbene Immobilienkurs diese Voraussetzung erfüllt.
Alternativen und andere Wege in der Immobilienbranche
Wer noch keine Ausbildung in der Immobilienbranche hat, findet mit der Umschulung zum Immobilienkaufmann den grundlegenden, staatlich geregelten Einstieg mit Bildungsgutschein-Förderung. Wer stattdessen als selbstständige/r Makler/in ohne komplette Ausbildung arbeiten möchte, informiert sich auf der Seite Umschulung Immobilienmakler über die Erlaubnis nach § 34c GewO und deren Voraussetzungen. Wer sich eher für die kaufmännische Seite von Finanzierungen als für Immobilien selbst interessiert, findet mit einer Umschulung im Bank- oder Versicherungswesen einen verwandten, aber eigenständigen Berufsweg mit ähnlicher Beratungstätigkeit.
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Häufige Fragen
Welche Weiterbildungen gibt es im Immobilienbereich?
Vor allem die Aufstiegsfortbildung zum Immobilienfachwirt/zur Immobilienfachwirtin, die IHK-Sachkundeprüfung für Wohnimmobilienverwalter/innen sowie kürzere Zertifikatslehrgänge zu Immobilienbewertung oder Maklertätigkeit.
Was kostet die Erlaubnis als Immobilienmakler?
Die Maklererlaubnis selbst setzt keinen Lehrgang voraus, nur eine Gewerbeanmeldung mit kommunaler Verwaltungsgebühr. Details zu Voraussetzungen und Kosten stehen auf der Seite Umschulung Immobilienmakler.
Wie lange dauert eine Umschulung zum Immobilienmakler?
Eine Umschulung im klassischen Sinn gibt es dafür nicht, weil die Maklererlaubnis kein Ausbildungsberuf ist. Wer einen anerkannten Abschluss möchte, wählt die zweijährige Umschulung zum Immobilienkaufmann.
Kann man als Quereinsteiger in der Immobilienbranche Karriere machen?
Ja. Für die Maklererlaubnis ist keine Ausbildung nötig, für die Fachwirt-Weiterbildung reicht auch mehrjährige einschlägige Berufspraxis ohne kaufmännischen Abschluss.
Muss ein Wohnimmobilienverwalter eine Sachkundeprüfung ablegen?
Verpflichtend nach § 34c GewO ist die Erlaubnis mit Haftpflichtversicherung und die Weiterbildungspflicht von 20 Stunden in drei Jahren. Die IHK-Sachkundeprüfung zum zertifizierten Verwalter regelt dagegen § 26a WEG; sie ist nur verpflichtend, wenn die Wohnungseigentümer sie verlangen.
Gilt die Weiterbildungspflicht auch für Immobilienmakler?
Nein, seit dem 24. Juli 2026 gilt die 20-Stunden-Weiterbildungspflicht nach § 34c Abs. 2a GewO nur noch für Wohnimmobilienverwalter/innen. Makler/innen sind davon ausdrücklich ausgenommen.
Quellen: BERUFENET Immobilienkaufmann/-frau, BERUFENET Fachwirt/in Immobilien, § 34c Gewerbeordnung, § 81 und § 87a SGB III. Stand: September 2026