Weiterbildung Finanzbuchhalter: Voraussetzungen und Förderung

Weiterbildung Finanzbuchhalter: Voraussetzungen und Förderung
Anzeige

Eine Weiterbildung zum Finanzbuchhalter bzw. zur Finanzbuchhalterin endet mit dem Zertifikat eines Bildungsträgers oder einer Kammer, eine bundeseinheitliche Prüfungsordnung wie beim Bilanzbuchhalter gibt es hier nicht. Vorausgesetzt wird meist eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder mehrjährige einschlägige Berufspraxis. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: unterschiedlich je nach Bildungsanbieter, Unterrichtszeit (Vollzeit oder Teilzeit) und Lernform, keine bundeseinheitlich festgelegte Dauer
  • Voraussetzungen: abgeschlossene kaufmännische oder vergleichbare Berufsausbildung oder einschlägige mehrjährige Berufspraxis, je nach Bildungsanbieter unterschiedlich geregelt
  • Abschluss: Zertifikat des Bildungsträgers bzw. der Kammer als Finanzbuchhalter/Finanzbuchhalterin; anders als beim Bilanzbuchhalter gibt es keine bundeseinheitliche Fortbildungsprüfungsordnung
  • Förderung: als Weiterbildung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit möglich, wenn Kurs und Träger nach AZAV zugelassen sind; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
  • Verdienst: Median 4.451 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Spezialistenniveau, Stichtag 31.12.2025)

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht ein Finanzbuchhalter oder eine Finanzbuchhalterin?

Finanzbuchhalter sind ein zentraler Teil des betrieblichen Rechnungswesens und für die laufende Buchführung eines Unternehmens zuständig. Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

In der Praxis arbeiten Finanzbuchhalter mit Buchhaltungssoftware wie DATEV oder SAP, sichere Kenntnisse solcher Programme gehören deshalb in fast jeder Stellenausschreibung zu den Anforderungen. Der Beruf ist branchenübergreifend gefragt, von der Industrie über Handwerk und Handel bis zu Steuerbüros. Anders als der Bilanzbuchhalter erstellt der Finanzbuchhalter Jahresabschlüsse in der Regel nicht eigenständig, sondern bereitet sie vor und arbeitet den vorbereitenden Teil zu; die abschließende Bilanzierung übernimmt meist eine höher qualifizierte Fachkraft oder der Steuerberater.

Voraussetzungen für die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter

Vorausgesetzt wird üblicherweise eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung, etwa als Kaufmann/-frau für Büromanagement, Industriekaufmann/-frau oder Steuerfachangestellte/-r. Ohne einschlägige Ausbildung verlangen viele Bildungsträger stattdessen mehrjährige praktische Erfahrung im Rechnungswesen. Da es keine bundeseinheitliche Regelung gibt, legt jeder Bildungsträger die Zugangsvoraussetzungen selbst fest, ein Blick in den jeweiligen Lehrgangsplan lohnt sich deshalb vor der Anmeldung. Persönlich braucht der Beruf vor allem Genauigkeit, Zahlenverständnis und die Bereitschaft, sich regelmäßig in neue steuerliche und rechtliche Vorgaben einzuarbeiten, denn das Steuerrecht ändert sich laufend. Ein sicherer Umgang mit Tabellenkalkulation gehört ebenfalls zu den Grundfertigkeiten, die meisten Lehrgänge setzen das als bekannt voraus oder vermitteln es kurz zu Beginn.

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter?

Eine gesetzlich festgelegte Dauer gibt es nicht. Tageslehrgänge in Vollzeit sind oft nach wenigen Monaten abgeschlossen, Abend- oder Wochenendlehrgänge in Teilzeit ziehen sich entsprechend länger hin. Viele Träger bieten zusätzlich ein anerkanntes DATEV-Zertifikat Finanzbuchführung als Teil des Lehrgangs an, das die Software-Kenntnisse gesondert bescheinigt. Am Ende steht in der Regel eine trägerinterne Prüfung, keine Kammerprüfung wie beim Bilanzbuchhalter. Manche Lehrgänge kombinieren Präsenzunterricht mit Selbstlernphasen auf einer Online-Lernplattform, sodass sich die Weiterbildung auch berufsbegleitend gut mit einer Teilzeitstelle verbinden lässt. Fragen Sie vor der Anmeldung gezielt nach dem genauen Stundenumfang und den Inhalten: Grundlagen der Buchführung, Kontenrahmen, Umsatzsteuer und Jahresabschlussvorbereitung sollten in jedem seriösen Lehrgang enthalten sein.

Anzeige

Förderung mit Grundsicherungsgeld: Bildungsgutschein für die Weiterbildung

Wer Grundsicherungsgeld bezieht, bespricht die Weiterbildung zunächst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Über die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit, die bei Bewilligung auch den Bildungsgutschein ausstellt. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung für die Eingliederung notwendig ist und Maßnahme sowie Träger nach AZAV zugelassen sind.

  1. Gespräch im Jobcenter: Eignung und Notwendigkeit der Weiterbildung klären
  2. Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit vor Kursbeginn
  3. Bildungsgutschein beantragen, gültig höchstens drei Monate, und beim AZAV-zugelassenen Träger einreichen
  4. Nach Bewilligung läuft das Grundsicherungsgeld während der Weiterbildung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht

Weiterbildungsprämie und Weiterbildungsgeld nach § 87a SGB III greifen hier nicht, weil die Weiterbildung nicht zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führt. Aufstiegs-BAföG kommt in der Regel ebenfalls nicht infrage, da es eine öffentlich-rechtlich geregelte oder gleichwertige Fortbildungsprüfung voraussetzt, die bei den meisten Finanzbuchhalter-Lehrgängen fehlt. Übernimmt die Agentur für Arbeit die Förderung, deckt der Bildungsgutschein neben den Lehrgangskosten in der Regel auch Prüfungsgebühren und notwendige Lernmaterialien ab; Fahrkosten zum Unterrichtsort können ebenfalls erstattet werden.

Gehalt und Aussichten als Finanzbuchhalter

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Verdienst auf Spezialistenniveau im Median bei 4.451 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Stichtag 31.12.2025), die Berufsgattung wird dort gemeinsam mit Bilanzbuchhaltern ausgewiesen. Rechnungswesen zählt zu den Bereichen mit stabiler Nachfrage, weil jedes Unternehmen eine laufende Buchführung braucht. Mit Berufserfahrung und einer aufbauenden Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter lässt sich das Gehalt und die Verantwortung deutlich steigern. Offene Stellen finden Sie unter anderem in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, oft unter Bezeichnungen wie Buchhalter/-in, Fachkraft Finanzbuchhaltung oder Sachbearbeitung Rechnungswesen.

Alternativen zur Weiterbildung Finanzbuchhalter

Wer den nächsten Karriereschritt mit einem bundeseinheitlich geregelten Abschluss gehen möchte, findet ihn in der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter, die im Gegensatz zur Finanzbuchhalter-Weiterbildung mit einer IHK-Prüfung endet. Wer sich stattdessen auf die Personalseite konzentrieren möchte, ist mit einer Weiterbildung zum Lohnbuchhalter gut beraten. Für einen breiteren Einstieg ins Rechnungswesen bietet sich auch die allgemeinere Weiterbildung Buchhaltung an, und wer noch keine kaufmännische Ausbildung hat, kann mit der Umschulung zum Buchhalter ganz neu einsteigen. Viele Finanzbuchhalter nutzen den Abschluss außerdem als Sprungbrett: Nach einigen Jahren Berufspraxis erfüllen sie die Zulassungsvoraussetzungen für die Bilanzbuchhalter-Prüfung und wechseln in die anspruchsvollere, bundeseinheitlich geregelte Position.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter?

Eine gesetzlich festgelegte Dauer gibt es nicht. Tageslehrgänge in Vollzeit sind oft nach wenigen Monaten abgeschlossen, Teilzeit- oder Abendlehrgänge dauern entsprechend länger. Das genaue Programm legt jeder Bildungsträger selbst fest.

Ist eine Weiterbildung zum Finanzbuchhalter sinnvoll?

Für den Einstieg oder die Vertiefung im Rechnungswesen ja, besonders ohne einschlägige Vorkenntnisse. Wer bereits Berufserfahrung mitbringt und einen bundeseinheitlich anerkannten Abschluss anstrebt, sollte direkt die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter prüfen.

Wie viel verdient man als Finanzbuchhalter im Monat?

Der Median liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei 4.451 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Stichtag 31.12.2025). Das genaue Gehalt hängt von Branche, Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen wie DATEV- oder SAP-Kenntnissen ab.

Was braucht man, um Finanzbuchhalter zu werden?

In der Regel eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung oder mehrjährige einschlägige Berufspraxis im Rechnungswesen, dazu die Bereitschaft, sich in Buchführung, Bilanzierung und gängige Buchhaltungssoftware einzuarbeiten.

Kann ich die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter online machen?

Viele Bildungsträger bieten Fernstudien-Formate mit Online-Lerneinheiten an, ergänzt um Praxiswerkstätten oder Präsenzphasen. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob der Anbieter nach AZAV zugelassen ist, sonst entfällt die Förderung mit Bildungsgutschein.

Zahlt das Jobcenter die Weiterbildung zum Finanzbuchhalter?

Nein. Das Jobcenter berät und stellt den Bedarf fest, die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit, die auch den Bildungsgutschein ausstellt. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Weiterbildung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht.

Was ist der Unterschied zwischen Finanzbuchhalter und Bilanzbuchhalter?

Der Finanzbuchhalter bereitet Abschlüsse vor und übernimmt die laufende Buchführung, ohne bundeseinheitlich geregelte Prüfung. Der Bilanzbuchhalter legt eine IHK-Prüfung nach bundeseinheitlicher Fortbildungsprüfungsverordnung ab und erstellt Jahresabschlüsse eigenständig.

Quellen: BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 81 SGB III, § 87a SGB III, § 2 AFBG. Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...