Weiterbildung Steuerfachangestellte: Aufstieg und Förderung

Weiterbildung Steuerfachangestellte: Aufstieg und Förderung
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Wer nach Weiterbildung Steuerfachangestellte sucht, meint entweder den Einstieg in den Beruf mit einer bereits vorhandenen kaufmännischen Qualifikation oder die Fortbildung nach der Ausbildung, etwa zum Steuerfachwirt oder zur Steuerfachwirtin. Diese Seite beantwortet beide Fragen: den verkürzten Einstieg mit Bildungsgutschein und die Aufstiegswege danach, damit klar wird, welcher Förderweg zur jeweiligen Ausgangslage passt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: reguläre duale Ausbildung 3 Jahre, als Umschulung um ein Drittel auf 2 Jahre verkürzt (Paragraf 180 Absatz 4 Satz 1 SGB III)
  • Voraussetzungen: gesetzlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben; Steuerkanzleien und Bildungsträger vergeben Umschulungsplätze überwiegend bei mittlerem Bildungsabschluss, Zahlenverständnis und Sorgfalt
  • Abschluss: Abschlussprüfung vor der zuständigen Steuerberaterkammer nach der Steuerfachangestellten-Ausbildungsverordnung in der seit 2023 geltenden Neufassung
  • Förderung: Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit bei AZAV-zugelassenem Träger; nach bestandener Zwischen- und Abschlussprüfung Weiterbildungsprämie von 1.000 bzw. 1.500 Euro (Paragraf 87a SGB III)
  • Verdienst: Median 3.654 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau der Berufsgattung 72302, Stichtag 31.12.2025)

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Was macht eine Steuerfachangestellte?

Steuerfachangestellte arbeiten in Steuerkanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder Rechnungswesen-Abteilungen von Unternehmen. Der Beruf gilt als krisensicher, weil Steuerrecht und Buchhaltung in jeder Wirtschaftslage gebraucht werden, und bietet gute Aufstiegsmöglichkeiten über anerkannte Fortbildungen. Zu den typischen Aufgaben zählen:

Fachassistent Lohn und Gehalt: Spezialisierung nach der Ausbildung

Eine besonders gefragte Spezialisierung direkt nach der Ausbildung ist die Fortbildung zum Fachassistenten oder zur Fachassistentin für Lohn und Gehalt bei der Steuerberaterkammer. Sie vertieft die Kenntnisse in Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht und richtet sich gezielt an Steuerfachangestellte, die sich auf Lohn- und Gehaltsabrechnung konzentrieren möchten, statt breit in allen Kanzleibereichen zu arbeiten. Ähnliche Fachassistenzen bietet die Steuerberaterkammer auch für Rechnungswesen und Controlling sowie für internationales Steuerrecht an.

Weiterbildung Steuerfachangestellte als Quereinsteiger: Voraussetzungen

Gesetzlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Kanzleien vergeben Umschulungsplätze in der Praxis aber überwiegend an Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss, Zahlenverständnis und Sorgfalt im Umgang mit Fristen. Wer bereits eine verwandte kaufmännische Ausbildung mitbringt, etwa als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement, Bankkaufmann/-frau oder Buchhalter/in, bringt gute Voraussetzungen für den Umstieg mit, auch wenn das die gesetzliche Verkürzung nicht zusätzlich verkürzt. Solche Vorkenntnisse erleichtern vor allem den Einstieg in die Buchhaltungsinhalte der Ausbildung, weil grundlegende kaufmännische Begriffe bereits bekannt sind. Wer den kompletten Einstieg ohne jede kaufmännische Vorerfahrung plant, findet die ausführliche Anleitung dazu auf Umschulung Steuerfachangestellte.

Ablauf: Einstieg über Umschulung und Aufstieg über Fortbildung

Die verkürzte Umschulungsdauer von rund zwei Jahren ergibt sich aus Paragraf 180 Absatz 4 Satz 1 SGB III. Nach etwa der Hälfte der Zeit steht die Zwischenprüfung an, am Ende die Abschlussprüfung vor der Steuerberaterkammer, seit der Neufassung 2023 mit den Prüfungsbereichen steuerrechtliche Beurteilung, Finanzbuchhaltung und Entgeltabrechnung, Mandantenberatung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Wer die Ausbildung bereits hat oder gerade abschließt, kann anschließend gezielt weiterbilden:

FortbildungEinordnung
Fachassistent/in Lohn und Gehalt (Steuerberaterkammer)Spezialisierung direkt nach der Ausbildung
Steuerfachwirt/inAufstiegsfortbildung, öffentlich-rechtliche Prüfung bei der Steuerberaterkammer
Bilanzbuchhalter/inAufstiegsfortbildung mit Schwerpunkt Rechnungswesen
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Weiterbildung Steuerfachangestellte über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Wer Grundsicherungsgeld bezieht, klärt den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter, bevor ein Umschulungsplatz in einer Kanzlei fest zugesagt wird. Den Bildungsgutschein selbst stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus.

  1. Gespräch im Jobcenter zur beruflichen Perspektive.
  2. Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (Paragraf 81 Absatz 1 SGB III).
  3. Bildungsgutschein für eine Kanzlei mit Ausbildungsberechtigung oder einen AZAV-zugelassenen Bildungsträger.
  4. Während der Umschulung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht; eine Umschulungsvergütung in der Kanzlei zählt als Einkommen.
  5. Nach bestandener Zwischenprüfung 1.000 Euro, nach bestandener Abschlussprüfung 1.500 Euro Weiterbildungsprämie (Paragraf 87a SGB III); Arbeitslose erhalten zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat.

Für die anschließenden Aufstiegsfortbildungen wie Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter ist statt des Bildungsgutscheins meist das Aufstiegs-BAföG die passende Förderung, da es sich um öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfungen mit Zugangsvoraussetzung Berufsabschluss und Praxis handelt. Das Aufstiegs-BAföG übernimmt dabei einen Teil der Lehrgangskosten als Zuschuss und den Rest als zinsgünstiges Darlehen, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder des Partners. Wichtig: Das Jobcenter zahlt weder die Umschulung noch die Fortbildung selbst, es bleibt aber erste Anlaufstelle für die Beratung und kann bei der Frage helfen, welcher Förderweg im Einzelfall passt.

Verdienst und Aussichten als Steuerfachangestellte

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Fachkräfte in der Berufsgattung 72302 einen Medianverdienst von 3.654 Euro brutto im Monat bei Vollzeit aus, Stand 31.12.2025. Damit liegt der Verdienst über vielen anderen kaufmännischen Ausbildungsberufen. Mit einer Fortbildung zum Steuerfachwirt oder zur Steuerfachwirtin oder zum Bilanzbuchhalter steigen die Verdienstmöglichkeiten spürbar, ebenso mit mehrjähriger Kanzleierfahrung und Mandantenverantwortung. Auch der Wechsel von einer kleinen Kanzlei in eine größere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kann sich finanziell lohnen. Die Nachfrage nach qualifizierten Steuerfachkräften bleibt bundesweit hoch, weil steigende regulatorische Anforderungen und die fortschreitende Digitalisierung der Buchhaltung den Beratungsbedarf in Kanzleien und Unternehmen zusätzlich erhöhen.

Wer sich unsicher ist, welcher Weg passt, kann diese Frage direkt im Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter klären, statt sich allein auf Internetrecherche zu verlassen.

Alternativen zur Weiterbildung Steuerfachangestellte

Wer den vollständigen Quereinstieg ohne Vorkenntnisse plant, findet die ausführliche Anleitung auf Umschulung Steuerfachangestellte. Für die Fortbildung nach der Ausbildung lohnt sich der Blick auf Weiterbildung Steuerfachwirt für den Aufstieg in Richtung Kanzleileitung, Weiterbildung Bilanzbuchhalter für den Schwerpunkt Rechnungswesen oder Weiterbildung Lohnbuchhalter für die Spezialisierung auf Lohn- und Gehaltsabrechnung, je nach gewünschtem Schwerpunkt.

Häufige Fragen

Ist Weiterbildung Steuerfachangestellte dasselbe wie Umschulung Steuerfachangestellte?

Der Einstiegsweg ist derselbe: eine verkürzte Umschulung mit Bildungsgutschein. Weiterbildung Steuerfachangestellte kann zusätzlich die Fortbildungen nach der Ausbildung meinen, etwa zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter.

Zahlt das Arbeitsamt die Weiterbildung zur Steuerfachangestellten?

Für den Einstieg als Umschulung übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein bei AZAV-Zulassung. Für die anschließende Fortbildung zum Steuerfachwirt ist meist das Aufstiegs-BAföG die passende Förderung.

Wie werde ich Steuerfachangestellte als Quereinsteiger?

Über eine verkürzte Umschulung in einer Steuerkanzlei mit Bildungsgutschein, die nach rund zwei statt drei Jahren mit der Prüfung vor der Steuerberaterkammer endet. Details zum vollständigen Ablauf stehen auf der Seite Umschulung Steuerfachangestellte.

Was verdient eine Steuerfachangestellte?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median bei 3.654 Euro brutto im Monat in Vollzeit, Stand 31.12.2025. Mit Fortbildungen wie Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter lässt sich der Verdienst weiter steigern.

Welche Weiterbildungen kann ich als Steuerfachangestellte machen?

Gängige Wege sind die Spezialisierung zum Fachassistenten für Lohn und Gehalt direkt nach der Ausbildung sowie die Aufstiegsfortbildungen zum Steuerfachwirt oder zur Bilanzbuchhalterin, jeweils mit Prüfung vor der zuständigen Kammer und meist mit einigen Jahren Berufspraxis als Zugangsvoraussetzung.

Lohnt sich die Fortbildung zum Steuerfachwirt finanziell?

In der Regel ja, da die Fortbildung mit mehr Verantwortung, etwa eigener Mandantenbetreuung, verbunden ist und sich das meist im Gehalt niederschlägt. Verlässliche Zahlen liefert am besten ein Vergleich der Stellenanzeigen für Steuerfachwirte in der eigenen Region.

Quellen: Verordnung über die Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten (gesetze-im-internet.de/stfachangausbv_2023/), BERUFENET (web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/7573), Entgeltatlas (web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/7573), Paragraf 81, 180 und 87a SGB III (gesetze-im-internet.de/sgb_3/). Stand: September 2026.

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