Weiterbildung Verwaltungsfachangestellte: Weg zum Verwaltungsfachwirt

Weiterbildung Verwaltungsfachangestellte: Weg zum Verwaltungsfachwirt
Anzeige

Die klassische Weiterbildung für Verwaltungsfachangestellte ist der Verwaltungsfachwirt. Er entsteht über den Angestellten- oder Verwaltungslehrgang II eines Studieninstituts, dauert je nach Land rund ein Jahr in Vollzeitblöcken bis drei Jahre berufsbegleitend und öffnet im Tarifbereich der Kommunen Stellen bis Entgeltgruppe 12. Angemeldet wird in der Regel über den Arbeitgeber, deshalb ist die Fortbildung für Menschen im Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) meist erst der zweite Schritt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Dauer: je nach Studieninstitut rund 11 Monate Unterricht bis etwa 3 Jahre berufsbegleitend; BERUFENET nennt 16 Monate bis 3 Jahre
  • Voraussetzungen: meist Abschluss als Verwaltungsfachangestellte/-r oder Angestelltenlehrgang I, dazu Berufspraxis im öffentlichen Dienst und Anmeldung durch den Arbeitgeber
  • Abschluss: Verwaltungsfachwirt/-in, Fortbildungsprüfung vor der zuständigen Stelle der Verwaltung, nicht vor der IHK
  • Förderung: meist trägt der Arbeitgeber die Kosten; sonst Aufstiegs-BAföG, ein Bildungsgutschein nur bei zugelassener Maßnahme und Notwendigkeit
  • Verdienst: Aufstieg bis E 12 TVöD möglich, im TVöD VKA ab Mai 2026 von 3.658,61 € (E 9a, Stufe 1) bis 6.900,18 € (E 12, Stufe 6) brutto

Anzeige

Umschulung oder Weiterbildung per Fernstudium

Viele Umschulungen und Weiterbildungen lassen sich flexibel per Fernstudium absolvieren - bei Förderung bis zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein. Fordern Sie kostenloses Infomaterial direkt bei den Anbietern an und vergleichen Sie in Ruhe: Die Lehrgänge unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

Fernakademie für Erwachsenenbildung

Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe

  • Über 100 Fernlehrgänge zur Wahl
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Berufsbegleitend von zu Hause lernen
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

ILS Institut für Lernsysteme

Staatlich zugelassen (ZFU) · größte Fernschule

  • Deutschlands größte Fernschule
  • 4 Wochen kostenloses Probestudium
  • Über 200 Fernkurse im Angebot
Infomaterial bestellen

Kostenlos · Unverbindlich

Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Wenn Sie über einen dieser Links Infomaterial anfordern, erhalten wir unter Umständen eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.

Was macht ein Verwaltungsfachwirt? Aufgaben nach der Weiterbildung

Verwaltungsfachwirte übernehmen die schwierigere Sachbearbeitung und erste Führungsaufgaben in Kommunen, Landesverwaltungen und beim Bund. Laut BERUFENET organisieren sie das Beschaffungs-, Haushalts- und Kassenwesen, bearbeiten in der Personalstelle Beförderungen, Versetzungen, Arbeitszeit- und Urlaubsfragen und entscheiden über Anträge von Bürgern nach Gesetzeslage, etwa bei Bauanträgen. Typische Einsatzorte:

Mit dem Lehrgang II werden Sie vom Sachbearbeiter zur Fachkraft, die auch Personal führen und ihre Behörde nach außen vertreten kann, etwa auf Bürgerversammlungen.

Verwaltungsfachwirt: Voraussetzungen und Quereinstieg

Geregelt ist beim Verwaltungsfachwirt vor allem die Zulassung zur Prüfung. BERUFENET nennt als übliche Zulassungsvoraussetzungen den Abschluss als Verwaltungsfachangestellte/-r oder als Kaufmann/-frau für Büromanagement, jeweils mit einschlägiger Berufspraxis, oder alternativ die Laufbahnprüfung für den mittleren Dienst bzw. den Angestelltenlehrgang I. Die Details legt jedes Studieninstitut fest:

Ohne Stelle im öffentlichen Dienst ist ein Quereinstieg direkt in den Verwaltungsfachwirt deshalb kaum möglich. Wer aus einem anderen Beruf kommt, geht meist zwei Stufen: erst eine Stelle im öffentlichen Dienst und der Angestelltenlehrgang I oder die Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten, danach Berufserfahrung und der Lehrgang II.

Wie läuft die Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt ab? Lehrgang I, Lehrgang II und Studium

Die Lehrgänge heißen je nach Land Angestellten-, Beschäftigten- oder Verwaltungslehrgang. Grundlage ist Tarifrecht: für Landesbeschäftigte in Niedersachsen § 5 Abs. 3 TV-L, dort zugleich als Fortbildung nach § 54 BBiG, in Nordrhein-Westfalen ein landesbezirklicher Tarifvertrag zum TVöD. Unterrichtet wird meist berufsbegleitend (Niedersachsen: Vollzeitblöcke), oft an einem festen Tag pro Woche: In Bad Kreuznach etwa montags von 8:15 bis 15:15 Uhr.

WegFür wenDauer (Beispiel)Abschluss
Angestellten- bzw. Verwaltungslehrgang IBeschäftigte ohne VerwaltungsausbildungMainz etwa 2 Jahre; Niedersachsen 350 + 720 StundenVerwaltungsfachkraft (Mainz), Verwaltungswirt/-in (Niedersachsen)
Angestellten- bzw. Verwaltungslehrgang IIVerwaltungsfachangestellte, Absolventen des Lehrgangs INiedersachsen 380 + 750 Stunden, rund 11 Monate; Soest etwa 3 Jahre mit rund 820 StundenVerwaltungsfachwirt/-in bzw. Zweite Verwaltungsprüfung
Betriebswirt/-in (Fachschule) für VerwaltungFachkräfte mit BerufspraxisTeilzeit etwa 1 bis 3 JahreVerwaltungsbetriebswirt/-in, nur in Bayern, Hessen, Thüringen landesrechtlich geregelt
Studium Verwaltungsmanagement, Public Managementmit Hochschulzugang, auch über den FachwirtBachelor, auch dual oder als Fernstudiumzum Beispiel Bachelor of Arts, Weg in den gehobenen Dienst

Inhaltlich vertieft der Lehrgang II laut BERUFENET Staats- und Verfassungsrecht, allgemeines Verwaltungsrecht und Bescheidtechnik, Kommunalrecht, öffentliches Dienstrecht, öffentliches Finanzwesen sowie Kommunikation und Mitarbeiterführung. Die Prüfung besteht aus theoretischen und praktischen Teilen, in Soest etwa zehn Modulprüfungen, eine Präsentation und eine Hausarbeit.

Anzeige

Weiterbildung Verwaltungsfachangestellte über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld

Der Verwaltungsfachwirt ist eine Aufstiegsfortbildung für Beschäftigte. Die Studieninstitute lassen fast nur zu, wer im öffentlichen Dienst arbeitet und vom Arbeitgeber angemeldet wird. Die Kosten übernimmt dann meist der Arbeitgeber; klären Sie das vor der Anmeldung. Für Menschen, die Grundsicherungsgeld beziehen, führt der Weg deshalb meist über eine Stelle oder einen anerkannten Berufsabschluss in der Verwaltung.

Seit dem 1. Januar 2025 fördert die Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) Weiterbildungen auch für Grundsicherungsgeld-Beziehende und stellt den Bildungsgutschein aus; das Jobcenter bleibt Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung. Ein Bildungsgutschein setzt nach § 81 SGB III voraus, dass die Weiterbildung für Ihre Eingliederung notwendig ist, Sie vorher beraten wurden und Maßnahme und Träger zugelassen sind. Für die tariflichen Lehrgänge der Studieninstitute trifft das selten zu. So gehen Sie vor:

  1. Sprechen Sie Ihre Vermittlungsfachkraft im Jobcenter an (Arbeitsvermittlung) und klären Sie, welcher Einstieg in die Verwaltung realistisch ist.
  2. Ohne Verwaltungsabschluss ist die Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten der förderfähige erste Schritt: meist 24 Monate, mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit. Ohne verwertbaren Berufsabschluss meist mit Rechtsanspruch (§ 81 Abs. 2 SGB III).
  3. Suchen Sie Angebote in der Weiterbildungssuche mein NOW der Bundesagentur und prüfen Sie, ob Maßnahme und Träger zugelassen sind.
  4. Beginnen Sie erst, wenn der Bildungsgutschein vorliegt (§ 81 Abs. 4 SGB III).
  5. Nach dem Berufseinstieg melden Sie sich über Ihren Arbeitgeber zum Lehrgang II an.

Weiterbildungsprämie und Weiterbildungsgeld nach § 87a SGB III gibt es nur für Weiterbildungen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führen. Beim Verwaltungsfachwirt entfallen sie, bei der Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten nicht.

Müssen Sie die Gebühren selbst tragen, hilft das Aufstiegs-BAföG: Es fördert Vorbereitungslehrgänge auf öffentlich-rechtlich geregelte Fortbildungsprüfungen (etwa nach § 54 BBiG wie in Niedersachsen) mit mindestens 400 Unterrichtsstunden, auch in Teilzeit (§ 2 AFBG); fragen Sie das Studieninstitut. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden bis 15.000 € gefördert, davon 50 Prozent als Zuschuss (§ 12 AFBG). Ausgeschlossen ist die Förderung unter anderem, wenn Sie Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung erhalten (§ 3 AFBG). Können Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten, kann die Rentenversicherung zuständig sein (siehe Menschen mit Behinderung).

Verwaltungsfachwirt Gehalt und Aussichten

Das Gehalt hängt im öffentlichen Dienst an der Stelle, nicht am Zeugnis: Eingruppiert wird nach der übertragenen Tätigkeit. Der Lehrgang II öffnet laut Kommunalem Studieninstitut Mainz den Aufstieg bis Entgeltgruppe E 12 TVöD, der Lehrgang I Stellen bis E 9a. Die Tabelle für Kommunen (TVöD VKA, gültig ab 1. Mai 2026) nennt für E 9a 3.658,61 € in Stufe 1 und 4.979,97 € in Stufe 6, für E 12 4.415,70 € bis 6.900,18 € brutto im Monat.

BERUFENET erwartet für die Berufsgruppe Verwaltung bis 2040 weniger Erwerbstätige, zugleich scheiden überdurchschnittlich viele Ältere aus. Mit dem Fachwirt können Sie laut BERUFENET auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung studieren, etwa Verwaltungsmanagement oder Public Management, und so später in den gehobenen Dienst aufsteigen.

Alternativen zum Verwaltungsfachwirt

Ohne Anstellung im öffentlichen Dienst sind kaufmännische Fortbildungen oft der erreichbarere Weg. BERUFENET nennt als Alternativen etwa Betriebswirt/-in für Büromanagement oder Personalwirtschaft und Personalfachkaufleute. Passende Seiten: Weiterbildung Kauffrau für Büromanagement, Weiterbildung Betriebswirt und Weiterbildung Personalentwicklung. Wer erst einen Berufsabschluss braucht, findet ihn in der Umschulung Verwaltungsfachangestellte oder der Umschulung Sozialversicherungsfachangestellte. Mehr Angebote zeigt die Übersicht Weiterbildung.

Häufige Fragen

Ist der Verwaltungsfachwirt ein IHK-Abschluss?

Nein. Laut BERUFENET regeln zuständige Stellen im Bereich der Verwaltung die Prüfung, etwa Studieninstitute oder Regierungspräsidien. Die Abschlüsse unterscheiden sich deshalb je nach Land. Wer einen Fachwirt vor der IHK sucht, landet bei kaufmännischen Fortbildungen, nicht beim Verwaltungsfachwirt.

Gibt es eine Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt?

Nein, der Verwaltungsfachwirt ist eine Fortbildung, keine Erstausbildung. Der passende Ausbildungsberuf ist Verwaltungsfachangestellte/-r mit drei Jahren Ausbildung oder 24 Monaten Umschulung. Erst danach, mit Berufspraxis im öffentlichen Dienst, folgt der Lehrgang II.

Kann man den Verwaltungsfachwirt online oder als Fernstudium machen?

Die Lehrgänge der Studieninstitute laufen überwiegend in Präsenz an einem Unterrichtstag pro Woche; ob es Online-Anteile gibt, entscheidet das Institut. Einen bundesweit geregelten Fernlehrgang mit dieser Prüfung gibt es nach unseren Quellen nicht. Als Fernstudium möglich ist ein Bachelor in Verwaltungsmanagement oder Public Management.

Was ist der Unterschied zwischen Verwaltungswirt und Verwaltungsfachwirt?

Verwaltungswirt heißt in vielen Ländern der Abschluss der zwei- bis zweieinhalbjährigen Beamtenausbildung im mittleren Dienst. In Niedersachsen führt auch der Verwaltungslehrgang I für Beschäftigte zu diesem Titel. Der Verwaltungsfachwirt ist die nächste Stufe: eine Fortbildung, die darauf oder auf der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten aufbaut.

Kann ich die Weiterbildung zum Verwaltungsfachwirt berufsbegleitend machen?

Ja, das ist der Normalfall. Die Lehrgänge laufen neben dem Beruf, meist an einem festen Tag pro Woche, und dauern je nach Institut rund ein bis drei Jahre. In Vollzeit nennt BERUFENET etwa 16 Monate.

Wie komme ich als Bürokauffrau in die Verwaltung?

Als Kauffrau für Büromanagement können Sie sich direkt auf Stellen im öffentlichen Dienst bewerben. BERUFENET nennt Ihren Abschluss mit Berufspraxis auch als mögliche Zulassung zum Verwaltungsfachwirt. Den Abschluss als Verwaltungsfachangestellte erreichen Sie über eine Umschulung oder nach viereinhalb Jahren Tätigkeit in dem Beruf über die Externenprüfung (§ 45 Abs. 2 BBiG).

Quellen: BERUFENET Verwaltungsfachwirt/-in, BERUFENET Beamte Allgemeine Innere Verwaltung, mittlerer Dienst, BERUFENET Betriebswirt/-in (Fachschule) für Verwaltung, BERUFENET Verwaltungsmanagement, Public Management, Studieninstitut des Landes Niedersachsen: Verwaltungslehrgang II und Verwaltungslehrgang I, Studieninstitut Soest: Verwaltungslehrgang II, Kommunales Studieninstitut Mainz: Verwaltungslehrgänge I und II, Kommunales Studieninstitut Bad Kreuznach, Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (§§ 2, 3, 12), SGB III (§§ 81, 87a), VKA: TVöD Verwaltung, Anlage A (VKA) ab 1. Mai 2026, mein NOW Weiterbildungssuche. Stand: September 2026

jobcenter.info ist ein unabhängiges Informationsportal rund um Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Arbeitsvermittlung und Sozialleistungen in Deutschland. Mehr...