Datenschutzbeauftragter Ausbildung: Lehrgang statt Ausbildungsberuf

Datenschutzbeauftragter oder Datenschutzbeauftragte wird man über einen Zertifikatslehrgang bei IHK, TÜV, DEKRA oder einem Fachverband, nicht über eine klassische Ausbildung oder Umschulung - einen bundeseinheitlich geregelten Ausbildungsberuf gibt es dafür nicht. Die Lehrgänge bei TÜV-Akademie, IHK-Akademie oder Fachverband dauern je nach Anbieter wenige Tage bis mehrere Wochen und setzen nach Art. 37 Abs. 5 DSGVO Fachkunde und Zuverlässigkeit voraus. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) bezieht, kann einen geeigneten Lehrgang über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen, wenn Träger und Maßnahme nach AZAV zugelassen sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Kein einheitlich geregelter Lehrgang; Bildungsträger bieten unterschiedlich lange Zertifikatslehrgänge von wenigen Tagen bis mehreren Wochen an
- Voraussetzungen: Gesetzlich verlangt sind Fachkunde und Zuverlässigkeit (Art. 37 DSGVO); Arbeitgebende erwarten in der Praxis meist ein Studium oder eine Ausbildung im IT- oder Rechtsbereich
- Abschluss: Lehrgangszertifikat des jeweiligen Bildungsträgers, kein bundeseinheitlich geregelter Abschluss und kein Ausbildungsberuf, daher keine Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III
- Förderung: Nur als Weiterbildung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderfähig, wenn Lehrgang und Träger nach AZAV zugelassen sind; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
- Verdienst: Median 6.204 Euro brutto im Monat in Vollzeit für die übergeordnete IT-Sicherheits-Berufsgattung (Entgeltatlas der BA, Spezialistenniveau, Stichtag 31.12.2025), nicht eigens für Datenschutzbeauftragte ausgewiesen
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Was macht ein Datenschutzbeauftragter oder eine Datenschutzbeauftragte?
Der Datenschutzbeauftragte, kurz DSB, überwacht im Unternehmen oder in der Behörde die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung und des Bundesdatenschutzgesetzes und berät Geschäftsführung und Mitarbeitende in Datenschutzfragen. Zu den Aufgaben nach Art. 39 DSGVO zählen:
- Unterrichtung und Beratung zu den Pflichten aus DSGVO und BDSG
- Überwachung der Einhaltung von DSGVO, BDSG und anderen Datenschutzvorschriften
- Beratung bei Datenschutz-Folgenabschätzungen und Kontrolle ihrer Durchführung
- Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde und Anlaufstelle für Betroffene
- Prüfung technischer und organisatorischer Maßnahmen zur Datensicherheit
- Schulung von Mitarbeitenden zu Datenschutzanforderungen
Datenschutzbeauftragte arbeiten intern als Angestellte eines Unternehmens oder einer Behörde oder extern als selbständiger Dienstleister beziehungsweise Referent für mehrere Auftraggeber. Behördliche Datenschutzbeauftragte sind bei öffentlichen Stellen tätig, betriebliche bei Unternehmen - die Fachkunde-Anforderung gilt für beide gleich. Wer im Bereich des Datenschutzes Verantwortung übernehmen will, sollte deshalb von Anfang an mit laufender Fortbildung rechnen, weil sich Rechtsprechung und Aufsichtspraxis regelmäßig weiterentwickeln.
Datenschutzbeauftragter werden: Diese Voraussetzungen zählen
Einen vorgeschriebenen Schulabschluss oder eine bestimmte Berufsausbildung verlangt das Gesetz nicht. Nach Art. 37 Abs. 5 DSGVO wird ein Datenschutzbeauftragter auf Grundlage seiner beruflichen Qualifikation benannt, insbesondere des Fachwissens auf dem Gebiet des Datenschutzrechts und der Datenschutzpraxis, sowie seiner Fähigkeit, die Aufgaben aus Art. 39 DSGVO zu erfüllen. In der Praxis verlangen Arbeitgebende dennoch meist ein Studium oder eine Ausbildung im IT- oder Rechtsbereich, einschlägige Berufserfahrung und belastbare Fachkenntnisse in DSGVO und BDSG, weil die Fachkunde sonst schwer nachweisbar ist. Vertiefte Kenntnisse der Datenschutz-Grundverordnung und des Bundesdatenschutzgesetzes gelten in der Praxis als Mindestvoraussetzung, auch wenn das Gesetz selbst keine bestimmte Vorbildung nennt. Grundsätzlich kann deshalb nicht jeder Mitarbeitende ohne Weiteres zum betrieblichen Datenschutzbeauftragten bestellt werden; wer in eigener Sache über Datenverarbeitungen entscheidet, etwa in der Geschäftsführung, ist wegen des Interessenkonflikts ausgeschlossen. Persönlich wichtig sind analytisches Denken, Genauigkeit, Kommunikationsstärke und Durchsetzungsvermögen gegenüber Fachabteilungen.
Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten: Lehrgang statt Ausbildungsberuf
Weil es keinen staatlich geregelten Ausbildungsberuf Datenschutzbeauftragter gibt, bieten IHKs, TÜV-Gesellschaften, DEKRA und Fachverbände wie der BvD oder der DSEV eigene Zertifikatslehrgänge an. Die Dauer reicht von kompakten Seminaren über wenige Tage bis zu mehrwöchigen, berufsbegleitenden Lehrgängen in Teilzeit; viele Anbieter bieten die Schulung auch als Online-Lehrgang mit E-Learnings an. Innerhalb der Module schulen erfahrene Referentinnen und Referenten die Grundlagen von DSGVO und BDSG, technische und organisatorische Maßnahmen, den Umgang mit der Aufsichtsbehörde und die praktische Umsetzung im Unternehmen. Am Ende steht meist eine Prüfung, nach der Teilnehmende eine externe Zertifizierung und ein Zertifikat des jeweiligen Anbieters erhalten - ein bundeseinheitlich anerkannter Abschluss mit festgelegtem Curriculum existiert anders als bei einem Ausbildungsberuf nicht.
Datenschutzbeauftragter-Ausbildung über das Arbeitsamt: Förderung mit Grundsicherungsgeld
Wer Grundsicherungsgeld bezieht und einen Lehrgang zum Datenschutzbeauftragten machen möchte, bespricht den Bedarf zuerst mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter. Den Bildungsgutschein stellt anschließend die Agentur für Arbeit aus, nicht das Jobcenter selbst.
- Beratungsgespräch im Jobcenter: Prüfung, ob der Lehrgang für die Eingliederung notwendig ist
- Verbindliche Beratung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme (§ 81 Abs. 1 SGB III)
- Bildungsgutschein für einen nach AZAV zugelassenen Lehrgang und Bildungsträger
- Das Grundsicherungsgeld läuft während des Lehrgangs weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht
Eine Weiterbildungsprämie nach § 87a SGB III gibt es für diesen Weg nicht: Die Prämie ist an einen Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zweijähriger Dauer nach Bundes- oder Landesrecht gebunden, und einen solchen Ausbildungsberuf Datenschutzbeauftragter gibt es nicht. Wichtig: Das Jobcenter zahlt den Lehrgang nicht selbst und stellt auch keinen Bildungsgutschein aus, das übernimmt ausschließlich die Agentur für Arbeit.
Gehalt als Datenschutzbeauftragter
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die übergeordnete Berufsgattung IT-Sicherheit auf Spezialistenniveau einen Medianverdienst von 6.204 Euro brutto im Monat in Vollzeit aus (Stichtag 31.12.2025). Einen eigenen Entgeltwert für Datenschutzbeauftragte führt der Entgeltatlas nicht, weil der Beruf keine eigene Klassifikation in der Klassifikation der Berufe hat; intern tätige Datenschutzbeauftragte werden je nach Branche und Verantwortung oft nach den üblichen Gehaltsstrukturen für IT- oder Rechtsfunktionen bezahlt, externe Datenschutzbeauftragte rechnen meist auf Honorarbasis ab. Mit zunehmender Erfahrung und zusätzlichen Zertifizierungen, etwa im Bereich Informationssicherheit oder Compliance, lässt sich der Verdienst steigern.
Alternativen zur Ausbildung Datenschutzbeauftragter
Wer bereits im Datenschutz arbeitet und sich gezielt weiterqualifizieren möchte, findet unter Weiterbildung Datenschutz passende Angebote für den nächsten Karriereschritt. Wer stattdessen einen staatlich anerkannten IT-Abschluss mit festem Curriculum sucht, ist mit der Umschulung zum Fachinformatiker besser beraten, die auch Grundlagen für spätere Datenschutz- und IT-Sicherheitsaufgaben legt. Für den Einstieg in Verwaltung und Compliance mit Ausbildungsabschluss bietet sich die Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten an.
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Häufige Fragen
Wie wird man Datenschutzbeauftragter?
Über einen Zertifikatslehrgang bei IHK, TÜV, DEKRA oder einem Fachverband, meist mit Prüfung am Ende. Eine klassische Ausbildung oder Umschulung mit staatlich geregeltem Abschluss gibt es für den Beruf nicht.
Wer kann Datenschutzbeauftragter werden?
Grundsätzlich jeder mit nachgewiesener Fachkunde nach Art. 37 Abs. 5 DSGVO, unabhängig von einem bestimmten Studium. Wer in eigener Sache über Datenverarbeitungen entscheidet, etwa in der Geschäftsführung, kann wegen des Interessenkonflikts nicht gleichzeitig Datenschutzbeauftragter sein.
Was kostet die Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten?
Die Kosten für den Kurs unterscheiden sich stark zwischen Anbietern und Lehrgangsdauer, eine pauschale Zahl lässt sich seriös nicht nennen. Bei einem AZAV-zugelassenen Lehrgang übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten über den Bildungsgutschein.
Wie viel verdient ein Datenschutzbeauftragter?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für die übergeordnete IT-Sicherheits-Berufsgattung einen Median von 6.204 Euro brutto im Monat aus, Stichtag 31.12.2025. Einen eigenen Wert für Datenschutzbeauftragte gibt es nicht gesondert.
Wann muss ein Datenschutzbeauftragter bestellt werden?
Nach § 38 Abs. 1 BDSG, wenn in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind, sowie unabhängig von der Zahl bei bestimmten datenschutz-folgenabschätzungspflichtigen Verarbeitungen.
Gibt es eine Förderung vom Jobcenter oder Arbeitsamt?
Ja, als Weiterbildung mit Bildungsgutschein, wenn Lehrgang und Träger nach AZAV zugelassen sind. Den Gutschein stellt die Agentur für Arbeit aus, das Jobcenter berät vorher zum Bedarf.
Kann man die Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten online machen?
Ja, viele Bildungsträger bieten die Lehrgänge auch als Online-Format mit E-Learnings und Fernunterricht an, teils ergänzt um Präsenztage für die Prüfung.
Quellen: Art. 37 DSGVO, § 38 BDSG, BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, § 81 und § 87a SGB III. Stand: Oktober 2026