Umschulung Bürokauffrau: Der neue Name ist Büromanagement

Die Berufsbezeichnung Bürokauffrau bzw. Bürokaufmann gibt es als Ausbildungsberuf seit 2014 nicht mehr - Nachfolger ist der Kaufmann bzw. die Kauffrau für Büromanagement. Als Umschulung dauert der Beruf meist zwei statt drei Jahre und endet mit der Kammerprüfung vor der IHK. Gefördert wird er über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit; das Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) läuft während der Umschulung in der Regel weiter.
Hinweis: Den Ausbildungsberuf Bürokaufmann/Bürokauffrau gibt es seit dem 1. August 2014 nicht mehr. Mit der Büromanagementkaufleute-Ausbildungsverordnung gingen die drei bisherigen Ausbildungsberufe Bürokaufmann/-frau, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation und Fachangestellte/r für Bürokommunikation in einem neuen, gemeinsamen Ausbildungsberuf auf: dem/der Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Wer heute eine Umschulung zur „Bürokauffrau" sucht, findet sie unter diesem Namen - die folgenden Angaben beziehen sich darauf.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Dauer: Regulär 3 Jahre dual im Betrieb und an der Berufsschule; als Umschulung meist auf 2 Jahre verkürzt (§ 180 Abs. 4 SGB III)
- Voraussetzungen: Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben; Betriebe erwarten in der Praxis häufig einen mittleren Schulabschluss
- Abschluss: Kammerprüfung vor der IHK zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Büromanagement; bei Erfolg Anspruch auf Weiterbildungsprämie von 1.000 und 1.500 Euro
- Förderung: Als Umschulung mit Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit, wenn der Bildungsträger nach AZAV zugelassen ist oder ein ausbildungsberechtigter Betrieb umschult; erster Schritt ist das Gespräch im Jobcenter
- Verdienst: Median 4.022 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Entgeltatlas der BA, Fachkraftniveau, Stichtag 31.12.2025)
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Was macht eine Bürokauffrau - und wie heißt der Beruf heute?
Unter der alten Bezeichnung Bürokauffrau bzw. Bürokaufmann verbirgt sich heute ein breit aufgestellter Büroberuf, der kaufmännische und organisatorische Aufgaben in Betrieben jeder Branche abdeckt. Dazu gehören unter anderem:
- Termine koordinieren, Post und Schriftverkehr bearbeiten
- Aufträge annehmen, bearbeiten und abrechnen
- Rechnungswesen und Controlling unterstützen
- Personalverwaltung und Bewerbermanagement mitgestalten
- Projekte und Veranstaltungen organisieren
- Kundenkontakt pflegen, telefonisch und schriftlich
Gearbeitet wird in Industriebetrieben, Handwerksbetrieben, bei Banken und Versicherungen, in Behörden, Schulen und Krankenhäusern - der Beruf wird branchenübergreifend gebraucht, weil Büroorganisation in praktisch jedem Unternehmen anfällt.
Voraussetzungen für die Umschulung zur Bürokauffrau
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor, in der betrieblichen Praxis erwarten Arbeitgeber aber häufig mindestens einen mittleren Schulabschluss. Wichtiger als Zeugnisnoten sind Organisationstalent, Kommunikationsstärke, Sorgfalt und ein sicherer Umgang mit gängiger Bürosoftware. Die Agentur für Arbeit kann die Umschulung nach § 81 SGB III fördern, wenn sie für die berufliche Eingliederung notwendig ist, vorher ein Beratungsgespräch stattgefunden hat und Maßnahme sowie Träger zugelassen sind. Wer keinen verwertbaren Berufsabschluss hat, hat bei Erfüllung der Voraussetzungen einen Rechtsanspruch auf den nachträglichen Erwerb eines Abschlusses nach § 81 Abs. 2 SGB III - anders als die Kann-Leistung nach Absatz 1. Ein Praktikum im Sekretariat oder in der Sachbearbeitung vor der Anmeldung zeigt, ob die Bürotätigkeit zu den eigenen Stärken passt. Berufserfahrung aus einem anderen kaufmännischen Bereich ist hilfreich, aber keine Pflicht.
Umschulung zur Bürokauffrau heute: Ablauf und Dauer
Die reguläre duale Ausbildung dauert drei Jahre. Eine geförderte Umschulung muss nach § 180 Abs. 4 SGB III grundsätzlich um mindestens ein Drittel kürzer sein, meist also zwei Jahre dauern. Möglich ist die Umschulung als betriebliche Einzelumschulung mit Ausbildungsvertrag bei einem ausbildungsberechtigten Betrieb oder als Gruppenumschulung bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger; Bildungsträger bieten diese Umschulung an unterschiedlichen Standorten an, dort häufig mit Praktikumsphasen statt eigener Berufsschulpflicht und mit gezielter Prüfungsvorbereitung für die IHK-Prüfung. Eine Umschulung in Teilzeit ist ebenfalls möglich, die Dauer verlängert sich dann entsprechend. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, also nach rund zwei Dritteln der Ausbildungszeit, und fließt in das Gesamtergebnis ein, Teil 2 am Ende deckt die übrigen Prüfungsinhalte ab. Eine gesonderte Zwischenprüfung gibt es bei diesem Ausbildungsberuf nicht mehr (§ 48 Abs. 2 BBiG), weil die Ausbildungsverordnung die gestreckte Abschlussprüfung vorsieht.
| Früherer Ausbildungsberuf (bis 31.7.2014) | Heutiger Ausbildungsberuf (seit 1.8.2014) |
|---|---|
| Bürokaufmann/-frau | Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement |
| Kaufmann/-frau für Bürokommunikation | Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement |
| Fachangestellte/r für Bürokommunikation | Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement |
Förderung mit Grundsicherungsgeld
Seit dem 1. Januar 2025 entscheidet die Agentur für Arbeit auch für Menschen im Grundsicherungsgeld über die Förderung und stellt den Bildungsgutschein aus. Das Jobcenter bleibt Ihr erster Ansprechpartner für Beratung und Vermittlung. So gehen Sie vor:
- Gespräch mit der Vermittlungsfachkraft im Jobcenter über Eignung und Notwendigkeit der Umschulung
- Weiterbildungsberatung bei der Agentur für Arbeit vor Beginn der Maßnahme
- Umschulungsplatz suchen, entweder betrieblich mit Ausbildungsvertrag oder bei einem AZAV-zugelassenen Bildungsträger
- Bildungsgutschein beantragen und vor Beginn bei der Agentur einreichen (§ 81 Abs. 4 SGB III)
Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht. Weil die Umschulung zu einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Regeldauer führt, kommen nach § 87a SGB III eine Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro nach bestandenem Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung und 1.500 Euro nach der Abschlussprüfung infrage, dazu 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat. Der Bildungsgutschein deckt bei einem zugelassenen Träger oder ausbildungsberechtigten Betrieb die Lehrgangskosten; bei gesundheitlich bedingtem Berufswechsel kommt auch die Deutsche Rentenversicherung als Kostenträger infrage.
Verdienst als Bürokauffrau: Was Büromanagement-Fachkräfte heute verdienen
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Verdienst auf Fachkraftniveau im Median bei 4.022 Euro brutto im Monat in Vollzeit (Stichtag 31.12.2025). Der Nachfolgeberuf der Bürokauffrau zählt zu den zahlenmäßig größten Ausbildungsberufen in Deutschland, entsprechend groß ist das Stellenangebot in nahezu allen Branchen und im öffentlichen Dienst.
Alternativen zur Umschulung Bürokauffrau
Einen ausführlichen Berufsratgeber mit Wahlqualifikationen, Prüfungsstruktur und allen Förderdetails finden Sie unter Umschulung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Büromanagement. Wer sich stärker auf Behörden und Verwaltung konzentrieren möchte, ist mit der Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten gut beraten. Auch eine Umschulung zum Sachbearbeiter deckt ähnliche Bürotätigkeiten ab, allerdings ohne einheitlichen Ausbildungsberuf im Hintergrund. Wer bereits eine kaufmännische Ausbildung hat und sich im Büromanagement weiterqualifizieren statt neu umschulen möchte, findet mit der Weiterbildung Kauffrau für Büromanagement das passende Angebot.
Verwandte Ratgeber
Häufige Fragen
Gibt es die Umschulung zur Bürokauffrau noch?
Als eigenständigen Ausbildungsberuf nicht mehr: Seit dem 1. August 2014 heißt er Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Inhaltlich und organisatorisch läuft die Umschulung genauso ab wie früher unter dem alten Namen.
Wie lange dauert eine Umschulung zur Bürokauffrau?
Meist zwei Jahre in Vollzeit statt der regulären drei Jahre, weil § 180 Abs. 4 SGB III eine Verkürzung um ein Drittel vorschreibt. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend.
Was verdient man bei einer Umschulung zur Bürokauffrau?
Während der Umschulung läuft das Grundsicherungsgeld weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht; eine eigene Ausbildungsvergütung gibt es bei der Gruppenumschulung meist nicht. Nach dem Abschluss liegt das Verdienst laut Entgeltatlas im Median bei 4.022 Euro brutto im Monat in Vollzeit.
Lohnt sich eine Umschulung zur Bürokauffrau noch?
Der Nachfolgeberuf Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement gehört zu den größten Ausbildungsberufen in Deutschland und wird branchenübergreifend gesucht, auch im öffentlichen Dienst. Die Einstiegschancen nach dem Abschluss sind entsprechend breit.
Zahlt das Jobcenter die Umschulung zur Bürokauffrau?
Nein. Das Jobcenter berät und stellt den Bedarf fest, über die Förderung entscheidet die Agentur für Arbeit, die auch den Bildungsgutschein ausstellt. Das Grundsicherungsgeld läuft während der Umschulung weiter, solange Hilfebedürftigkeit besteht.
Gilt ein alter Abschluss als Bürokauffrau noch?
Ja. Ein bereits erworbener IHK-Abschluss als Bürokauffrau, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation oder Fachangestellte/r für Bürokommunikation bleibt gültig und wird anerkannt - nur neu ausgebildet wird seit 2014 ausschließlich unter der Bezeichnung Büromanagement.
Quellen: Büromanagementkaufleute-Ausbildungsverordnung (BüroMKfAusbV, 25.2.2025, BGBl. 2025 I Nr. 62; löst die Fassung vom 11.12.2013 ab), § 180 SGB III, § 81 SGB III, § 87a SGB III, § 48 BBiG, BERUFENET, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Stand: Oktober 2026